Zahnersatz-Zuschüsse: Ab 2027 steigt der Eigenanteil deutlich
- Symbolbild: Ab 2027 sinkt der Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkassen für Zahnersatz. Das kann den Eigenanteil bei Kronen, Brücken und Prothesen spürbar erhöhen, vor allem wenn die Behandlung erst nach 2026 startet.
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Zahnersatz Zuschüsse 2027. Ab dem 1. Januar 2027 zahlen gesetzlich Versicherte bei Kronen, Brücken und Prothesen voraussichtlich mehr aus eigener Tasche, weil der Festzuschuss zur Regelversorgung sinkt.
Wer ohnehin mit Zahnersatz rechnet, steht damit vor einer einfachen Alltagsfrage: Lohnt es sich, Planung und Behandlung noch bis Ende 2026 abzuschließen, um den aktuell höheren Zuschuss zu nutzen.
Hintergrund ist eine Entscheidung des Bundestags zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die Initiative proDente e. V. und die Bundeszahnärztekammer ordnen die Änderung so ein, dass für viele Betroffene die finanzielle Hürde steigt, obwohl es um medizinisch notwendige Standardversorgung gehen kann.
Was sich bei den Festzuschüssen konkret ändert
Der Festzuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung für Zahnersatz sinkt ab dem 1. Januar 2027 von 60 auf 50 Prozent der Regelversorgung. Das betrifft die typische Standardversorgung wie Kronen, Brücken und Prothesen.
Zusätzlich sinkt die Bonusregelung bei lückenlosem Vorsorge-Nachweis laut proDente um zehn Prozentpunkte. Damit steigt der Eigenanteil auch dann, wenn regelmäßig Vorsorge nachgewiesen wurde.
Ein greifbares Rechenbeispiel aus der Einordnung von proDente: Für eine Metallbrücke als Regelversorgung liegt der Zuschuss der Krankenkasse 2026 bei rund 553 Euro. Ab 2027 wären es etwa 461 Euro. Die Differenz liegt in diesem Beispiel bei rund 92 Euro, die dann zusätzlich selbst zu tragen wären.
Welche Fälle besonders betroffen sind
Die Änderung wirkt sich vor allem dort aus, wo bislang ein hoher Anteil über den Festzuschuss abgefedert wurde.
- Regelversorgung: Bei Standardlösungen wie Metallbrücken wird der Eigenanteil durch den niedrigeren Festzuschuss typischerweise höher.
- Mit Bonusheft: Auch mit lückenlosem Vorsorge-Nachweis fällt der Zuschuss ab 2027 geringer aus, weil die Bonusregelung sinkt.
- Hochwertigere Varianten: Bei keramischem Zahnersatz oder Implantaten entstehen Mehrkosten ohnehin außerhalb der Regelversorgung. Wenn der Festzuschuss zur Basis sinkt, wächst nach Darstellung von proDente die Finanzierungslücke zusätzlich.
Für Versicherte mit geringem Einkommen bleibt die Härtefallregelung nach aktuellem Stand unverändert. In diesen Fällen wird die Regelversorgung weiterhin vollständig erstattet.
Was bis Ende 2026 in der Praxis zählt
Bis zum 31. Dezember 2026 gelten noch die aktuellen, höheren Zuschüsse. proDente empfiehlt in der Einordnung, rechtzeitig an die Abläufe zu denken, weil Zahnersatz häufig nicht sofort umgesetzt werden kann.
- Planungsvorlauf: Beratung, Behandlungsplanung und die Bewilligung durch die Krankenkasse brauchen Zeit.
- Nicht unnötig verschieben: Wenn Zahnersatz ohnehin absehbar ist, kann ein Aufschub das Kostenrisiko erhöhen, weil ab 2027 weniger Zuschuss fließt.
- Vorsorge-Nachweise: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erhöhen weiterhin den Zuschuss und senken den Eigenanteil, auch wenn der Bonus ab 2027 geringer ausfällt.
Am Ende läuft es auf eine praktische Konsequenz hinaus: Wer 2026 ohnehin Zahnersatz benötigt und die Behandlung noch bis Jahresende abschließt, kann je nach Fall von den aktuell höheren Zuschüssen profitieren.
Autor:Meike Jakob aus Landau |