Warum Gartenvögel im Spätsommer leiser sind und was hilft
- Wenn Amsel, Spatz und Meise im Spätsommer leiser werden, steckt oft die Mauser dahinter. Ein naturnaher Garten mit Rückzugsorten und Wasser hilft in dieser Phase.
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Gartenvögel im Spätsommer leiser. Wenn Amsel, Spatz oder Meise plötzlich kaum noch zu hören und zu sehen sind, steckt meist die Mauser dahinter, und mit einfachen Maßnahmen im Garten lässt sich diese anstrengende Phase unterstützen.
In vielen Gärten wird es nach der Brutzeit merklich stiller, weil die Männchen nicht mehr singen müssen, um ein Weibchen anzulocken. Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung ist die Balzzeit vorbei, die Aufzucht der Jungvögel abgeschlossen, und Mitte August haben Singvögel in der Regel ihre letzte Brut beendet.
Dann beginnt eine neue Jahresphase im Vogelleben, die Mauser. Dabei wird das komplette Federkleid von Kopf bis Schwanz erneuert, weil Federn sich durch Wind, Wetter und Gebrauch abnutzen. Ein Spatz trägt dabei bis zu 3.500 Federn, die nach und nach ausfallen und ersetzt werden. Erst nach etwa zwei bis drei Monaten ist das neue Gefieder vollständig.
Mauser kostet Energie und macht Vögel verletzlicher
Die Deutsche Wildtier Stiftung beschreibt die Mauser als hormonell gesteuerten Neuaufbau, der viel Energie benötigt. Viele Tiere wirken in dieser Zeit etwas zerzaust. Gleichzeitig sind sie leichter zu erbeuten, weil sie oft schlechter fliegen können. Deshalb bleiben sie eher ruhig und ziehen sich in dichte Hecken, Gebüsche und andere Verstecke zurück.
Für den Alltag im Garten bedeutet das vor allem, Rückzugsräume nicht zu stören und das Nahrungsangebot stabil zu halten. Diese Punkte helfen besonders:
- Schutz bieten: Heimische Gebüsche wie Weißdorn, Holunder und Schlehe, außerdem Reisighaufen und Ligusterhecken geben Deckung vor Fressfeinden wie Raben- und Greifvögeln, Mardern und Katzen.
- Nahrung sichern: In ungemähten Ecken finden Vögel Spinnentiere, Larven und Käfer sowie Samen von Gräsern.
- Gifte weglassen: Der Verzicht auf Insektizide und Schneckenkorn hält das natürliche Futterangebot größer.
- Schnitte verschieben: Starke Hecken- und Gehölzschnitte besser bis zum 30. September vermeiden, damit Rückzugsorte dicht bleiben.
- Wasser anbieten: An trockenen Tagen helfen Wasserstellen beim Trinken und Baden.
Auch Haustiere spielen in dieser Zeit eine Rolle. Die Deutsche Wildtier Stiftung rät, Hunde in der Nähe von Hecken, Gebüschen und Gärten anzuleinen, damit mausernde Vögel nicht aufgeschreckt werden. Freigängerkatzen sollten wenigstens in den frühen Morgenstunden, wenn Vögel am aktivsten sind, und idealerweise während der gesamten Mauserzeit im Haus bleiben. Hintergrund ist, dass in Deutschland jedes Jahr zig Millionen Vögel Hauskatzen zum Opfer fallen.
Praktisch gilt damit: Weniger Vogelgesang im Spätsommer ist meist ein normales Saisonzeichen, und ein strukturreicher, ruhiger Garten mit Wasser und ohne Gift erleichtert Vögeln die Mauser.
Autor:Meike Jakob aus Landau |