Wäsche in der Wohnung trocknen: Diese Fehler fördern Schimmel

Wenn man einige Dinge beachtet, kann man gefahrlos die Wäsche in der Wohnung trocknen. | Foto: Impact Photography/stock.adobe.com
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Wäsche in der Wohnung trocknen. Wenn draußen Kälte, Regen oder Schnee herrschen, wird der Wäscheständer schnell zum festen Möbelstück in der Wohnung. Das ist grundsätzlich kein Problem, doch ohne richtiges Lüften kann die feuchte Wäsche das Risiko für Schimmel deutlich erhöhen. Mit ein paar einfachen Regeln trocknet die Kleidung trotzdem zügig und sicher.

Frisch gewaschene Wäsche gibt überraschend viel Feuchtigkeit an die Raumluft ab: Pro Waschladung können es zwei bis vier Liter Wasser sein. Bleibt diese Feuchtigkeit im Raum, schlägt sie sich besonders an kalten Wänden und Fenstern nieder. Ein ideales Umfeld für Schimmel. Entscheidend sind deshalb nicht nur der Wäscheständer, sondern vor allem der richtige Raum, ausreichend Wärme und regelmäßiger Luftaustausch.

Ist Wäschetrocknen in der Wohnung schädlich?

Wäsche in der Wohnung zu trocknen, ist nicht automatisch ungesund oder schädlich. Problematisch wird es erst, wenn die zusätzliche Feuchtigkeit nicht entweichen kann. Laut Öko-Test steigt dann die Luftfeuchtigkeit dauerhaft an, Feuchtigkeit kann sich an Wänden ablagern und Schimmel begünstigen. Besonders gefährdet sind ohnehin feuchte oder schlecht beheizte Räume.

Schimmel kann die Raumluft belasten und unter anderem Atemwegsprobleme, Kopfschmerzen oder Müdigkeit fördern. Für Menschen mit Asthma, Allergien oder einem geschwächten Immunsystem kann er besonders belastend sein. Wer richtig lüftet, die Wäsche nicht zu dicht aufhängt und einen geeigneten Raum wählt, kann den Wäscheständer im Winter aber meist bedenkenlos in der Wohnung nutzen.

Wie oft sollte man lüften, wenn Wäsche in der Wohnung trocknet?

Im Herbst und Winter sollte eine Wohnung auch ohne Wäsche mindestens dreimal täglich gelüftet werden. Hängt zusätzlich eine volle Waschladung auf dem Ständer, braucht es häufiger frische Luft, weil die Kleidung beim Trocknen große Mengen Wasser an den Raum abgibt. Ein Hygrometer kann helfen, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten: Als günstiger Bereich gelten etwa 40 bis 60 Prozent.

Dauerhaft gekippte Fenster sind dabei keine gute Lösung. Effektiver sind Stoß- oder Querlüften: Mehrere Fenster werden weit geöffnet, sodass kurz Durchzug entsteht. Je nach Außentemperatur reichen dafür etwa zwei bis zehn Minuten – bei kalter Luft eher kürzer. Die trockene Winterluft nimmt Feuchtigkeit besonders gut auf und transportiert sie schnell nach draußen.

Welche Räume eignen sich – und wo sollte keine Wäsche trocknen?

Gut geeignet sind beheizte Räume mit Fenstern oder einer funktionierenden Lüftung. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte, weshalb die Wäsche dort schneller trocknet und die Nässe weniger leicht an Wände wandert. Ein gefliestes, beheiztes Bad kann ebenfalls eine gute Lösung sein, sofern es sich ausreichend lüften lässt.

Weniger geeignet sind unbeheizte Räume und feuchte Kellerräume: Dort bleibt die Luft häufig kühl und kann die Feuchtigkeit der Wäsche schlechter aufnehmen. Auch Küche und Schlafzimmer sind nicht ideal, weil dort ohnehin zusätzliche Feuchtigkeit entsteht. Etwa durchs Kochen oder Atmen während der Nacht. Mit guter Luftzirkulation können sie zwar genutzt werden, besser ist jedoch ein Raum, der möglichst wenig zusätzlich belastet wird.

Diese Orte kommen zum Wäschetrocknen infrage:

  • ein beheiztes Badezimmer mit Fenster oder Lüftungsanlage
  • ein gut lüftbares, beheiztes Arbeits- oder Gästezimmer
  • ein Wohnraum, wenn ausreichend gelüftet werden kann
  • ein separater Trockenraum oder ein gut belüfteter, warmer Kellerraum
  • Balkon, Terrasse oder Garten – bei Frost und trockener Luft auch im Winter
  • Küche oder Schlafzimmer nur dann, wenn keine bessere Möglichkeit besteht und regelmäßig gelüftet wird

Der richtige Platz für den Wäscheständer macht den Unterschied

Der Wäscheständer sollte so stehen, dass Luft gut daran vorbeiströmen kann. Praktisch ist es, ihn mit der schmalen Seite in Richtung eines geöffneten Fensters auszurichten. Steht eine große Fläche Kleidung direkt frontal im Luftzug, wird die Luft dagegen ausgebremst und erreicht die hinteren Stücke schlechter.

Wäsche in der Wohnung richtig trocknen: Anleitung in 7 Schritten

  1. Wäsche möglichst stark schleudern.
    Eine hohe Schleuderdrehzahl reduziert die Restfeuchte deutlich. Für unempfindliche Textilien sind je nach Pflegeetikett etwa 1.400 bis 1.600 Umdrehungen pro Minute sinnvoll. Empfindliche Kleidung sollte vorher aussortiert werden.
  2. Einen warmen, gut lüftbaren Raum wählen.
    Der Wäscheständer gehört in einen beheizten Raum mit Fenster oder funktionierender Lüftung. Rund 20 Grad sind günstig, weil warme Luft Feuchtigkeit besser aufnehmen kann. Unbeheizte Räume und feuchte Keller eignen sich weniger gut.
  3. Kleidung vor dem Aufhängen ausschütteln.
    Jedes Wäschestück einmal kräftig ausschütteln und möglichst glatt aufhängen. Das verbessert die Luftzirkulation, beschleunigt das Trocknen und kann verhindern, dass die Wäsche steif wird.
  4. Genügend Abstand zwischen den Wäschestücken lassen.
    Shirts, Handtücher und Hosen sollten sich nicht überlappen. Bleibt zwischen den Teilen Platz, kann die Luft besser zirkulieren – die Wäsche wird gleichmäßiger trocken.
  5. Wäscheständer richtig aufstellen.
    Den Ständer nicht frontal vor das geöffnete Fenster stellen. Besser: Die schmale Seite zeigt zum Fenster, damit der Luftstrom durch die Leinen und zwischen den Kleidungsstücken hindurchziehen kann. Direkte Sonne sollte vermieden werden, da Farben ausbleichen können.
  6. Regelmäßig stoß- oder querlüften.
    Während die Wäsche trocknet, mehrmals täglich die Fenster weit öffnen – idealerweise für Durchzug. Im Winter reichen je nach Außentemperatur oft zwei bis zehn Minuten. Dauerhaft gekippte Fenster tauschen die feuchte Luft deutlich schlechter aus.
  7. Luftfeuchtigkeit kontrollieren.
    Ein Hygrometer hilft, die Feuchtigkeit im Raum im Blick zu behalten. Ideal sind etwa 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Steigt der Wert dauerhaft darüber, sollte häufiger gelüftet oder die Wäsche auf mehrere Ladungen verteilt werden.

Direkte Sonne ist ebenfalls nicht immer ideal: Feuchte Textilien können durch intensive UV-Strahlung schneller ausbleichen oder Flecken bekommen. Besser sind ein heller, warmer Standort ohne pralle Sonne sowie regelmäßiges Stoßlüften. Dann bleibt die Luft in der Wohnung angenehm und die Wäsche ist oft schneller wieder im Schrank, als gedacht.

Wenn man einige Dinge beachtet, kann man gefahrlos die Wäsche in der Wohnung trocknen. | Foto: Impact Photography/stock.adobe.com
In gut belüfteten Räumen lässt sich Wäsche auch im Inneren schnell trocknen. | Foto: Vitaliy/stock.adobe.com
Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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