Vogelküken gefunden: Wann Helfen nötig ist – und wann nicht
- Ästlinge wie diese Blaumeise sind noch nicht flugfähig, sitzen oft am Boden, betteln laut und werden noch von den Eltern gefüttert.
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Vogelküken gefunden. Ein scheinbar hilfloser Jungvogel im Gras braucht oft keine Rettung. In vielen Fällen warten die Elterntiere in der Nähe und kümmern sich weiter um den Nachwuchs.
Gerade im Frühling sitzen junge Vögel häufig am Boden oder in niedrigen Sträuchern. Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung werden sie dennoch oft eingesammelt und aus ihrer Umgebung entfernt. Das ist nicht nur unnötig. Ohne Grund ist es bei Wildtieren laut Bundesnaturschutzgesetz sogar verboten.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Nestling und Ästling. Wer genau hinschaut, kann erkennen, ob ein Eingreifen wirklich nötig ist.
Nestling oder Ästling entscheidet über Hilfe
Nestlinge sind sehr junge Vögel. Sie sind meist kaum befiedert und manchmal sind die Augen noch geschlossen. Außerhalb des Nestes können sie nicht überleben, erklärt Lea-Carina Hinrichs von der Deutschen Wildtier Stiftung.
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, den Jungvogel vorsichtig wieder ins Nest zu setzen. Dort können die Eltern die Versorgung übernehmen.
Anders ist es bei sogenannten Ästlingen. Dazu gehören viele Singvögel wie Amseln, Drosseln, Sperlinge, Meisen, Rotkehlchen oder Rotschwänze. Auch Greifvögel und Eulen gehören dazu. Diese Jungvögel verlassen das Nest, bevor sie richtig fliegen können.
Typische Merkmale eines Ästlings
Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten nennt mehrere Hinweise, an denen sich Ästlinge erkennen lassen:
- Sie hüpfen oder flattern statt zu fliegen.
- Sie sitzen am Boden oder in Bodennähe.
- Die Elterntiere halten sich meist in der Nähe auf und füttern weiter.
Wer solche Jungvögel mitnimmt, trennt sie möglicherweise dauerhaft von ihren Eltern, warnt Biologin Eva Lindenschmidt von Vier Pfoten. Ein Eingreifen gilt nur dann als sinnvoll, wenn das Tier offensichtlich verletzt ist oder eine akute Gefahr besteht.
Beispiele nennt Lea-Carina Hinrichs von der Deutschen Wildtier Stiftung. Sitzt ein Ästling direkt an einer Straße oder streift eine Katze in der Nähe herum, kann der Vogel vorsichtig umgesetzt werden. Möglich ist etwa ein Platz in einer dichten Hecke nahe dem Fundort. So bleibt der Jungvogel geschützt und die Eltern können ihn weiterhin finden.
Typische Gefahren im Garten vermeiden
Auch im eigenen Garten lassen sich Risiken für junge Vögel reduzieren. Offene Regentonnen können zur Falle werden, weil unerfahrene Jungvögel bei ihren ersten Flugversuchen hineinfallen und ertrinken.
Die Deutsche Wildtier Stiftung rät deshalb, Regentonnen grundsätzlich abzudecken. Bei Gartenteichen kann ein Brett oder ein stabiler Stock im Wasser als Ausstiegshilfe dienen.
Bei jungen Wildtieren Abstand halten
Im Frühjahr bekommen auch viele andere Wildtiere Nachwuchs. Beim Spaziergang in Wald oder Feld bleibt es deshalb sinnvoll, auf den Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen.
Wer ein Rehkitz oder einen jungen Feldhasen im hohen Gras entdeckt, sieht häufig ein bewusstes Verhalten. Die Muttertiere lassen ihre Jungen tagsüber oft allein zurück, damit kein Eigengeruch Fressfeinde anlockt. Zum Säugen kehren sie regelmäßig zurück, erklärt Lindenschmidt.
Liegt ein Jungtier ruhig im Gras, gilt das daher meist als normal. Nur bei sichtbaren Verletzungen kann fachliche Hilfe nötig sein. In solchen Fällen entscheiden Wildtierstationen oder Tierärztinnen, ob ein Tier aufgenommen und behandelt werden muss.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |