Urlaub mit dem E-Auto: Studie zeigt, wo es in der Praxis hakt

Auf der Urlaubsfahrt zählt beim E-Auto oft weniger die Reichweite als ein verlässliches Laden unterwegs und am Zielort. | Foto: barmaleeva/stock.adobe.com
  • Auf der Urlaubsfahrt zählt beim E-Auto oft weniger die Reichweite als ein verlässliches Laden unterwegs und am Zielort.
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Urlaub mit dem E-Auto. Für längere Strecken ist die Reichweite für viele E-Auto-Fahrer meist nicht das Hauptproblem, entscheidend sind eher Ladepreise, Defekte und belegte Säulen.

Das zeigt eine Online-Umfrage von Studierenden der Frankfurt University of Applied Sciences in Zusammenarbeit mit dem ADAC Hessen-Thüringen e.V. unter 1.900 Teilnehmenden zur Frage, wie urlaubstauglich E-Autos wahrgenommen werden.

Zwischen Menschen, die Verbrenner fahren, und tatsächlichen E-Auto-Nutzern liegen dabei deutliche Unterschiede. Verbrenner-Fahrer nennen vor allem die als zu geringe Reichweite als Hindernis, während E-Auto-Fahrer öfter über die praktische Seite des Ladens sprechen.

Was laut Umfrage auf Urlaubsfahrten wirklich bremst

In der Befragung gaben 71 Prozent der Verbrenner-Fahrer an, eine zu geringe Reichweite sei das zentrale Hindernis für Urlaubsfahrten mit dem E-Auto. Unter E-Auto-Fahrern teilten nur 5 Prozent diese sogenannte Reichweitenangst.

Für viele E-Auto-Nutzer spielt Reichweite bei der Urlaubsplanung nur eine Nebenrolle. 36 Prozent der befragten E-Auto-Fahrer gaben an, ihre Urlaubsroute bei einer Länge von über 300 Kilometern bereits wegen Lademöglichkeiten angepasst zu haben. Für 63 Prozent hatte die Reichweite keinen direkten Einfluss auf die Routenplanung.

Bei den Nachteilen, die E-Auto-Fahrer konkret nennen, dominieren infrastrukturelle und Preis-Themen:

  • Unübersichtliche Ladetarife: 42 Prozent.
  • Teure Ladetarife: 27 Prozent.
  • Defekte Ladesäulen: 31 Prozent.
  • Besetzte Ladesäulen: 28 Prozent.
  • Zu wenig Ladepunkte am Zielort: 21 Prozent.

Verbrenner-Fahrer sehen zusätzlich die mögliche Suche nach Ladepunkten als klaren Nachteil. 36 Prozent nannten das, bei E-Auto-Nutzern waren es 15 Prozent.

Der Verkehrsexperte Wolfgang Herda vom ADAC Hessen-Thüringen ordnet ein, dass viele Verbrenner-Nutzer E-Autos für längere Fahrten noch skeptisch betrachten. Positive Erfahrungen und wachsende Lademöglichkeiten könnten die Akzeptanz in den kommenden Jahren steigen lassen.

Einordnung: Worum es bei der Entscheidung für die Urlaubsfahrt ankommt

Mit Blick in die Zukunft bewerten E-Auto-Fahrer die Technologie deutlich optimistischer als Verbrenner-Fahrer. 94 Prozent der E-Auto-Fahrer bejahen die Zukunftsfähigkeit. Unter Verbrenner-Fahrern sehen 37 Prozent Elektromobilität als Zukunftstechnologie, 35 Prozent eher als Übergangstechnologie. Etwas über ein Viertel könnte sich ein E-Auto als nächstes Fahrzeug vorstellen.

Für die Praxis der Urlaubsfahrt lässt sich aus den Ergebnissen vor allem ableiten, dass sich die Knackpunkte je nach Erfahrung verschieben. Wer bereits elektrisch fährt, plant längere Strecken oft routiniert, ärgert sich aber über Tarife, defekte oder belegte Säulen und fehlende Ladepunkte am Ziel.

Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie wurde über Kommunikationskanäle des ADAC Hessen-Thüringen verbreitet. Laut Methodik waren über 40 Prozent der Teilnehmenden 65 Jahre oder älter, 75 Prozent männlich und 68 Prozent fuhren einen Verbrenner.

Als praktische Konsequenz bleibt: Für Urlaubsfahrten mit dem E-Auto entscheidet weniger das Datenblatt, sondern vor allem, wie zuverlässig und nachvollziehbar das Laden unterwegs und am Zielort funktioniert.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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