Trockenheit in Rheinland-Pfalz: Folgen für Wild und Jagd
- Die Trockenheit erschwert Wildschweinen die Nahrungssuche: Durch den trockenen Boden gelangen sie nur schwer an Würmer und Larven. (Symbolbild)
- Foto: Boris Roessler/dpa
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Rheinland-Pfalz. Die anhaltende Trockenheit kann Folgen für Wildbestände und die Jagd im Land haben. Nach Angaben des Landesjagdverbands berichten einzelne Jägerinnen und Jäger von auffällig geschwächten oder verendeten Frischlingen.
Hohe Temperaturen seien für Jungtiere besonders belastend, weil sie Temperaturunterschiede noch nicht gut selbst ausgleichen könnten. Ob bereits viele Frischlinge verdurstet oder infolge der Trockenheit verendet sind, lasse sich nach Verbandsangaben derzeit aber nicht pauschal bestätigen. Beobachtungen könnten lokale Auswirkungen der Trockenheit zeigen, aber auch andere Ursachen wie Unfälle oder Krankheiten haben.
Welche Wildtiere besonders betroffen sind
Nach Einschätzung des Jagdverbands stellt die anhaltend trockene und heiße Witterung viele Wildtierarten vor erhebliche Herausforderungen. Besonders betroffen seien Tiere, die regelmäßig Wasser aufnehmen müssten oder deren Nahrungsangebot unter der Trockenheit leide.
- Schwarzwild findet in ausgetrockneten Böden schlechter Nahrung wie Regenwürmer, Insektenlarven oder Wurzeln
- Rehwild leidet unter der trockenen und heißen Witterung
- Niederwild wie Feldhasen und Fasane findet teils weniger Nahrung
- Vogelarten leiden unter ausgetrockneten Kleingewässern und dem Rückgang von Insekten
Wildschweine wichen als Nahrungsgeneralisten dann etwa auf Mais aus. Frischlingen fehle dadurch jedoch wichtiges tierisches Eiweiß. Auch Küken von Fasanen und Rebhühnern seien darauf angewiesen. Nach Verbandsangaben kann das zu chronischer Unterernährung führen.
Ein weiteres Problem sind austrocknende Suhlen. In diesen flachen schlammigen Wasserstellen wälzen sich Wildschweine, um ihre Körpertemperatur zu regulieren und sich vor Parasiten zu schützen.
Wasserhilfe erlaubt: Rechtslage bleibt offen
Offen ist laut Verband, ob zur Unterstützung des Wildes auch Behälter mit Wasser aufgestellt werden dürfen. Eine klare Rechtsprechung dazu gebe es nicht. Jäger dürften im Rahmen ihrer Hegepflicht grundsätzlich Maßnahmen zum Erhalt gesunder Wildbestände ergreifen. Das Füttern sei jedoch generell verboten.
Nach Auffassung von Geschäftsführer Frederik Grüneberg zählt das Ausbringen von Wasser nicht zum Füttern. Juristisch sei das aber nicht eindeutig. Unstrittig sei dagegen, dass in außergewöhnlichen Trockenphasen bestehende natürliche Wildtränken und Wasservorkommen erhalten werden sollen. Auch ausgetrocknete Suhlen würden befüllt, um sie durch die Trockenphase zu retten.
Jagd wird nicht ausgesetzt, aber angepasst
Im Saarland werden Suhlen nach Angaben der dortigen Jägervereinigung ebenfalls befüllt und Wassermöglichkeiten geschaffen, soweit dies möglich ist. Restriktionen für die Jagd gebe es dort nicht.
Auch in Rheinland-Pfalz werde die Jagd wegen Trockenheit nicht grundsätzlich ausgesetzt, sagte Grüneberg. Verantwortungsbewusste Jägerinnen und Jäger passten ihre Aktivitäten aber vielerorts an, um zusätzlichen Stress für die Tiere zu vermeiden. So werde an den letzten verbliebenen Wasserstellen oder Suhlen nicht gejagt. Die Bejagung von Schwarzwild bleibe zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest weiter notwendig. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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