Pyro-Eskalation bei Pokalderby zwischen Waldhof und FCK: 35 Polizisten verletzt
- Insgesamt waren rund 1.400 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Einsatz, darunter Kräfte aus Mannheim, dem Polizeipräsidium Einsatz, Rheinland-Pfalz, Bayern und der Bundespolizei
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Mannheim/Kaiserslautern. Am Freitag, 21. August, fand um 18 Uhr im ausverkauften Carl-Benz-Stadion das DFB-Pokalderby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern statt. Rund 23.500 Zuschauer kamen nach Angaben des Veranstalters ins Stadion, darunter etwa 3.500 Gästefans, wie das Polizeipräsidium Mannheim berichtet.
Die Polizei hatte sich nach eigenen Angaben akribisch auf die brisante Begegnung vorbereitet. Die Phase vor dem Spiel verlief überwiegend ruhig. Es gab einzelne gegenseitige verbale Provokationen und gezündete Pyrotechnik. Körperliche Auseinandersetzungen verhinderte die Polizei durch konsequente Fantrennung. Auch ein Fanmarsch von rund 2.000 Anhängern des 1. FC Kaiserslautern vom Bahnhof Ludwigshafen-Mitte zum Hauptbahnhof Mannheim am Lindenhofplatz verlief ohne nennenswerte Störungen.
Während des Spiels wurde immer wieder teils massive Pyrotechnik gezündet. Wenige Minuten nach Ende der regulären Spielzeit bildeten beide Mannschaften zunächst auf dem Spielfeld eine Rudelbildung. Die aggressive Stimmung sprang laut Polizei sofort auf die Ränge über. Von der Haupttribüne warfen Mannheimer Anhänger zahlreiche Becher in Richtung der Kaiserslauterer Spielerbank. Kaiserslauterer Anhänger reagierten darauf mit dem gezielten Abschuss von Raketen in Richtung Haupttribüne.
Anschließend stürmten Mannheimer Anhänger den Platz. Starke Polizeikräfte mussten auf dem Spielfeld einschreiten und die Personen mit Zwang zurück in den Heimblock drängen. Zuvor waren Einsatzkräfte aus dem Heimfanblock heraus mit pyrotechnischen Gegenständen und Raketen beschossen worden. Nach aktuellem Stand wurden 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg leicht verletzt.
Der Anpfiff der Verlängerung musste kurz verschoben werden. Nach der Wiederaufnahme des Spiels kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen. Nach Spielende wurde im Bereich des Gästefanblocks die sogenannte Choreografie der Gästefans mutwillig angezündet und verbrannt. Die Berufsfeuerwehr Mannheim löschte den Brand.
Die Polizei leitete erste Ermittlungen wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz ein. Mehrere Fußballfans wurden vorläufig festgenommen. Insgesamt mussten 85 Personen medizinisch betreut werden, acht von ihnen kamen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Zur beweissicheren Dokumentation fertigte die Polizei Videoaufnahmen im Zusammenhang mit Pyrotechnik und Feuerwerkskörpern. Die genaue Zahl der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten wird noch ausgewertet. Vor und nach dem Spiel kam es zu kurzzeitigen Verkehrssperrungen, Verkehrsbeeinträchtigungen und vorübergehenden Problemen im öffentlichen Nahverkehr. Insgesamt waren rund 1.400 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Einsatz, darunter Kräfte aus Mannheim, dem Polizeipräsidium Einsatz, Rheinland-Pfalz, Bayern und der Bundespolizei. Polizeidirektor Michael Reichert, Gesamteinsatzleiter des Polizeipräsidiums Mannheim, sagte: Die intensive Vorbereitung aller beteiligten Institutionen und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten hätten sich ausgezahlt, das taktische Konzept sei voll aufgegangen.
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |