Tierkrankenversicherung: Warum sie teurer wird und was sie leistet
- Symbolbild: Tierarztkosten sind zuletzt deutlich gestiegen. Eine Tierkrankenversicherung kann helfen, hohe Rechnungen planbarer zu machen, aber der Leistungsumfang hängt stark vom gewählten Tarif ab.
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Tierkrankenversicherung Vorteile. Eine Tierkrankenversicherung kann helfen, hohe Tierarztkosten planbarer zu machen, besonders seit Behandlungen und Diagnostik teurer geworden sind.
Wenn ein Hund plötzlich eine Operation braucht oder eine Katze aufwendig untersucht werden muss, entstehen schnell Rechnungen, die das Monatsbudget sprengen. Eine Tierkrankenversicherung kann diese Kosten je nach Tarif teilweise oder weitgehend abfedern und sorgt damit vor allem für mehr finanzielle Planungssicherheit.
Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einordnet, hat sich der Markt in wenigen Jahren stark verändert. Die Zahl der krankenversicherten Tiere ist von rund 845.000 im Jahr 2019 auf mehr als zwei Millionen im Jahr 2024 gestiegen.
Warum Tierarztkosten in den letzten Jahren spürbar gestiegen sind
Ein zentraler Treiber ist der medizinische Fortschritt. In der Veterinärmedizin sind heute deutlich mehr Diagnosen und Behandlungen möglich als noch vor einigen Jahren. Das erweitert die Optionen, erhöht aber oft auch die Kosten.
Hinzu kommt die novellierte Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), die Ende 2022 in Kraft getreten ist. Sie hat die Gebühren an wirtschaftliche und medizinische Entwicklungen angepasst. In den Statistiken der Versicherungswirtschaft zeigt sich das laut GDV auch bei den Beitragseinnahmen, die 2023 und 2024 jeweils um etwa 40 Prozent zulegten.
Parallel wuchs das Beitragsvolumen der Tierkrankenversicherungen stark. Zwischen 2019 und 2024 stiegen die Bruttobeiträge laut GDV von 173 Millionen Euro auf 720 Millionen Euro.
Operationskostenversicherung oder Vollschutz: Der Unterschied im Alltag
Am Markt gibt es vor allem zwei Grundrichtungen, die im Alltag sehr unterschiedliche Lücken lassen können.
- Operationskostenversicherung: Deckt medizinisch notwendige chirurgische Eingriffe ab, einschließlich der Vor- und Nachbehandlung.
- Umfassende Tierkrankenversicherung: Umfasst zusätzlich ambulante und stationäre Behandlungen, Diagnostik sowie Medikamente. Der genaue Umfang hängt vom Tarif ab und kann weitere Leistungen enthalten.
Der GDV beschreibt einen klaren Trend weg vom reinen Operationsschutz hin zu umfassenderen Tarifen. 2020 hatten fast 22 Prozent der versicherten Tiere eine umfassende Tierkrankenversicherung, 2024 lag der Anteil bei fast 40 Prozent.
Welche Vorteile im Vordergrund stehen und worauf es trotzdem ankommt
Im Alltag geht es bei Tierkrankenversicherungen weniger um „ob“, sondern um das Risiko großer Einzelkosten und die Frage, wie stark diese Schwankungen abgesichert werden sollen.
Typische Vorteile, die der GDV für die Entwicklung des Marktes beschreibt:
- bessere Planbarkeit durch Kostenerstattung für Behandlungen je nach Tarif
- größerer Spielraum bei teuren Diagnosen und Therapien, weil Entscheidungen weniger vom Budget abhängen
- zunehmend zusätzliche Services wie Vorsorgeleistungen und telemedizinische Beratung, je nach Angebot
Praktisch entscheidend bleibt, dass der Leistungsumfang tarifabhängig ist. Ob nur Operationen abgesichert sind oder auch Medikamente, Diagnostik sowie ambulante und stationäre Behandlungen, bestimmt, wie groß die finanzielle Entlastung im konkreten Krankheitsfall tatsächlich ausfällt.
Als Einordnung für den Alltag gilt damit: Je teurer Tiermedizin wird und je mehr Leistungen genutzt werden, desto wichtiger wird die Frage, ob die Absicherung nur einzelne Risiken abdeckt oder die Gesundheitskosten insgesamt breiter auffängt.
Autor:Meike Jakob aus Landau |