Tier des Jahres 2027 wählen: So geht die Online-Abstimmung

Symbolbild: Wenn nachts weniger zu sehen ist, geraten Wildtiere leicht aus dem Blick. Die Online-Wahl zum „Tier des Jahres 2027“ bündelt Infos zu drei nachtaktiven Säugetieren und ihren Lebensräumen. | Foto: minicase/stock.adobe.com
  • Symbolbild: Wenn nachts weniger zu sehen ist, geraten Wildtiere leicht aus dem Blick. Die Online-Wahl zum „Tier des Jahres 2027“ bündelt Infos zu drei nachtaktiven Säugetieren und ihren Lebensräumen.
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Tier des Jahres 2027 wählen. Die Online-Wahl der Deutschen Wildtier Stiftung zeigt in wenigen Klicks, welche nachtaktiven Säugetiere gerade mehr Aufmerksamkeit für ihre Lebensräume brauchen und wie die Abstimmung bis Anfang Oktober funktioniert.

Wenn es draußen dunkel wird, beginnt für viele Säugetiere die aktive Zeit. Genau diese Arten werden im Alltag oft übersehen. Die Deutsche Wildtier Stiftung stellt deshalb drei nachtaktive Kandidaten zur Wahl zum „Tier des Jahres 2027“ und macht damit sichtbar, warum Dunkelheit, Rückzugsorte und ein reiches Nahrungsangebot in der Landschaft wichtig sind.

Die Abstimmung läuft online vom am Mittwoch, 21. August bis am Freitag, 2. Oktober. Wahlberechtigt sind Volljährige, die in Deutschland gemeldet sind. Der Nutzen für den Alltag liegt vor allem darin, dass die Wahl die Aufmerksamkeit auf Bedingungen lenkt, die nachtaktive Wildtiere brauchen, zum Beispiel dunkle Korridore ohne starke Beleuchtung, strukturreiche Flächen mit Hecken und alten Bäumen sowie insektenreiche Wiesen.

Welche Tiere zur Wahl stehen und worum es bei ihrem Schutz geht

Zur Wahl stehen drei Arten, die sehr unterschiedliche Lebensweisen haben, aber ähnlich auf Veränderungen in der Landschaft reagieren.

  • Waldiltis: Der größte heimische Vertreter der Wieselverwandten ist ein überwiegend nachtaktiver Jäger. Er hat dunkles Fell mit heller Unterwolle und eine helle Gesichtsmaske. Mit schlankem Körper und kurzen Beinen kommt er auch in enge Verstecke und Beutehöhlen. Er orientiert sich besonders über Geruchs- und Gehörsinn und frisst unter anderem Reptilien, Amphibien, Vogeleier, Insekten und Baumfrüchte. Lebensraum sind struktur- und wasserreiche Landschaften mit Hecken, Wiesen und dichtem Unterwuchs. Intensivere Landnutzung verringert solche Flächen, zusätzlich ist Straßenverkehr ein Risiko.
  • Zwergmaus: Kaum größer als ein Daumen und damit die kleinste Maus Europas. Sie ist vor allem dämmerungs- und nachtaktiv, ocker- bis rotbraun gefärbt und klettert mit Greifschwanz durch hohe Gräser, Schilf und Getreide. Sie baut kugelförmige, tennisballgroße Nester meist etwa einen Meter über dem Boden. Nahrung sind Samen und Körner, junge Triebe, Kräuter, Früchte und Beeren sowie Insekten. Die Fortpflanzung reicht vom Frühjahr bis in den Herbst, meist zwei bis drei Würfe pro Jahr. Pro Wurf sind es zwei bis sieben Junge, bei der Geburt rund ein Gramm, also weniger als eine 1-Cent-Münze. Intensive Landwirtschaft und häufige Mahd setzen der Art zu, außerdem gehen strukturreiche Feuchtwiesen als Rückzugsräume verloren.
  • Fransenfledermaus: Erkennbar an krummen Borsten an der Schwanzflughaut, die dadurch ausgefranst wirkt. Sie jagt im Flug oder sammelt Beute von Blättern, Ästen oder vom Boden. Dank Echoortung findet sie Insekten, Spinnen und andere kleine Gliederfüßer auch in kompletter Dunkelheit. Sie nutzt strukturreiche Wälder, Streuobstwiesen, Parks und gewässernahe Landschaften. Sommerquartiere sind Baumhöhlen, Gebäude oder Fledermauskästen, im Winter unterirdische Verstecke und Höhlen. In Deutschland gilt sie derzeit als ungefährdet, hat aber zunehmend weniger Nahrung durch sinkende Insektenbestände und findet in modernen Gebäuden weniger geeignete Quartiere.

So läuft die Online-Wahl ab

Die Stimmabgabe erfolgt online über die Wahlseite der Stiftung. Dort werden die Kandidaten vorgestellt und die Stimme kann innerhalb des Wahlzeitraums abgegeben werden.

Im Kern macht die Wahl sichtbar, dass nächtliche Arten auf zusammenhängende, dunkle und strukturreiche Lebensräume angewiesen sind und dass solche Bedingungen in vielen Regionen seltener werden.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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