Tabaksteuer soll steigen: Verband warnt vor mehr Schwarzmarkt
- Geplante Tabaksteuererhöhungen – Verband warnt vor Ausweichen auf Schwarzmarkt und Auslandskäufe.
- Foto: Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)/Christian Kruppa
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Verbraucher: Der Bundestag will am Donnerstag die Tabaksteuer deutlich anheben – die Tabakbranche warnt vor steigenden Preisen im Laden und einer möglichen Verlagerung hin zu illegalen Zigaretten und günstigeren Käufen im Ausland.
Aus Sicht des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) könnten starke Steuersprünge dazu führen, dass weniger legal versteuerte Zigaretten verkauft werden. Der Verband verweist auf die Jahre 2002 bis 2005: Damals hätten Steuererhöhungen den legalen Absatz spürbar sinken lassen, während unversteuerte und illegale Ware an Bedeutung gewonnen habe – die erhofften zusätzlichen Staatseinnahmen seien aus Sicht des BVTE ausgeblieben.
Der BVTE kritisiert zudem das Tempo des Gesetzgebungsverfahrens. Für eine Stellungnahme zum Entwurf der Bundesregierung hätten Verbände nach eigenen Angaben nur 22 Stunden Zeit gehabt, spätere Verschärfungen seien erst kurz vor der Anhörung im Finanzausschuss vorgelegt worden.
Welche Folgen der Verband erwartet
Der Verband warnt, dass die im Raum stehenden zusätzlichen Einnahmen „von bis zu 11,8 Mrd. Euro“ nach seiner Einschätzung nicht erreicht werden könnten, wenn Konsumentinnen und Konsumenten stärker auf unversteuerte Angebote ausweichen. Als Risiken nennt der BVTE insbesondere den illegalen Zigarettenhandel sowie vermehrte Einkäufe in preisgünstigen Nachbarländern.
Als weiteres Argument führt der BVTE aktuelle Rückgänge bei den Tabaksteuereinnahmen an: Die Einnahmen aus der Zigarettensteuer seien in den ersten neun Monaten 2026 um 9,3 Prozent gesunken. Gleichzeitig werde eine zusätzliche Einnahmequelle – die Einbeziehung von Nikotinbeuteln in die Besteuerung – laut Verband bislang nicht genutzt.
Der BVTE fordert nach der Entscheidung eine engmaschige Auswertung der Auswirkungen, unter anderem mit Blick auf Steueraufkommen, illegalen Handel, grenzüberschreitende Käufe und mögliche Verschiebungen zwischen Produktkategorien. Wie stark Preise und Kaufverhalten sich tatsächlich verändern, wird sich erst nach Inkrafttreten der beschlossenen Schritte zeigen. [red]
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |