Studie zur Silbernetz-Hotline: 20 Minuten können Einsamkeit lindern

Wenn soziale Kontakte weniger werden, kann ein anonymes Telefongespräch eine erste Entlastung bringen. Eine Studie zur Silbernetz-Hotline zeigt, dass schon rund 20 Minuten Einsamkeit messbar verringern können. | Foto: blacksalmon/stock.adobe.com
  • Wenn soziale Kontakte weniger werden, kann ein anonymes Telefongespräch eine erste Entlastung bringen. Eine Studie zur Silbernetz-Hotline zeigt, dass schon rund 20 Minuten Einsamkeit messbar verringern können.
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Einsamkeit im Alter. Ein kurzer, anonymer Anruf bei der Silbernetz-Hotline kann Einsamkeit spürbar verringern, wie eine Evaluation des Deutschen Zentrums für Altersfragen zeigt.

Wenn ältere Menschen wenig Kontakte haben oder Hemmungen bestehen, Hilfe im Umfeld zu suchen, kann ein niedrigschwelliges Gespräch am Telefon eine erste Entlastung bringen. Genau darauf zielt Silbernetz ab, ein täglich erreichbares, anonymes Gesprächsangebot für ältere Menschen.

Vor dem Hintergrund, dass viele Angebote gegen Einsamkeit existieren, aber nicht immer klar ist, wen sie tatsächlich erreichen und wie stark sie wirken, hat das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) die Silbernetz-Hotline ausgewertet.

Was die Evaluation zeigt und wie die Zahlen einzuordnen sind

Die Ergebnisse basieren auf 208 Anrufenden im Alter von 50 bis 93 Jahren. Menschen, die erstmals bei Silbernetz anriefen, waren im Durchschnitt emotional und sozial einsamer als etwa 95 Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung. Gleichzeitig zeigte die Studie, dass bereits Gespräche von rund 20 Minuten Einsamkeit bedeutsam verringern können. Trotz der Verbesserung blieb das Einsamkeitsniveau der Anrufenden insgesamt hoch.

Eingeordnet bedeutet das zweierlei: Die Hotline scheint besonders belastete, oft schwer erreichbare Menschen zu erreichen. Und sie kann mit kurzen Gesprächen erste, spürbare Entlastung schaffen, ohne dass damit automatisch langfristig „alles gelöst“ ist.

Dr. Oliver Huxhold vom DZA ordnet die Ergebnisse so ein, dass anonyme und niedrigschwellige Angebote gerade für sozial stark belastete Menschen wertvoll sein können. Zudem werde die Silbernetz-Hotline nicht nur als unmittelbare Unterstützung gesehen, sondern auch als möglicher Türöffner für weitergehende Hilfen.

Die Studienergebnisse werden am Dienstag, 24. Juni im Rahmen der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ in Berlin vorgestellt. Ein Livestream ist unter https://www.youtube.com/watch?v=FU5L4pai-gM angekündigt.

Wer die Details nachlesen will, findet sie in der Broschüre „Einfach mal reden. Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline gegen Einsamkeit“ unter https://doi.org/10.60922/nfbv-gz74.

Als praktische Konsequenz bleibt: Für Menschen, die sich stark einsam fühlen und für die persönliche Wege schwer sind, kann ein kurzer, anonymer Telefonkontakt ein realistischer erster Schritt sein, der messbar entlasten kann.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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