Straßenbäume retten im Sommer: So wird richtig gegossen
- In Großstädten sieht man häufig kleine Beete mit hübschen Blumen um die Straßenbäume herum.
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Straßenbäume gießen. Wer den Straßenbaum vor der eigenen Haustür gießt oder bepflanzt, kann dazu beitragen, dass er Hitzeperioden besser übersteht und der Boden weniger austrocknet. Schon einfache Maßnahmen wie regelmäßiges Wässern oder eine passende Bepflanzung helfen, die Lebensbedingungen von Stadtbäumen zu verbessern.
Gerade in Städten sind Bäume vielen Belastungen ausgesetzt. Streusalz, Hundeurin, Hitze oder Bauarbeiten setzen ihnen zu. Nach Angaben des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erreicht deshalb nur etwa ein Drittel der Stadtbäume das Alter, das sie unter besseren Bedingungen erreichen könnten.
Wer einen Beitrag leisten möchte, kann den Baum vor dem Haus pflegen, regelmäßig gießen oder die Baumscheibe begrünen. Der BUND nennt dafür einige Punkte, die im Alltag beachtet werden sollten.
Ausgewachsene Bäume brauchen viel Wasser
Ein ausgewachsener Straßenbaum benötigt bei Hitze etwa einmal pro Woche rund 50 bis 100 Liter Wasser. Das entspricht ungefähr acht bis zehn Eimern. Besonders an warmen Tagen wird Wasser am besten früh am Morgen oder am Abend gegeben. Dann verdunstet weniger Feuchtigkeit.
Hilfreich ist es, die Erde zunächst leicht anzufeuchten. Danach kann der Boden das Wasser besser aufnehmen. Wird rund um den Stamm ein kleiner Erdwall angehäuft, bleibt das Wasser zudem besser in der Baumscheibe und fließt nicht über den Gehweg ab.
In Urlaubszeiten kann eine Abstimmung mit Nachbarn sinnvoll sein, damit die Bewässerung regelmäßig erfolgt.
Bewässerungssäcke eignen sich nur für junge Bäume
In einigen Städten lassen sich sogenannte Bewässerungssäcke ausleihen. Diese werden am Stamm befestigt und mit Wasser gefüllt. Das Wasser tropft anschließend langsam in den Boden.
Nach Einschätzung des BUND sind solche Säcke vor allem für junge Bäume in den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung geeignet. Das Wasser dringt bei dieser Methode nicht besonders tief in den Boden ein. Für ältere Bäume reicht die Versorgung daher oft nicht aus.
Nicht jede Baumscheibe darf bepflanzt werden
Eine Bepflanzung rund um den Baum kann den Boden lockern und besser durchlüften. Dadurch nimmt die Erde Wasser und Nährstoffe leichter auf. Gleichzeitig schützt eine Pflanzdecke den Boden vor dem Austrocknen.
Allerdings verträgt nicht jede Baumart eine Bearbeitung der Erde in Wurzelnähe. Außerdem ist das Bepflanzen von Baumscheiben nicht in jedem Bezirk ohne Weiteres erlaubt. Vor einem solchen Projekt wird daher empfohlen, beim Grünflächenamt oder der Gemeinde nachzufragen, welche Flächen geeignet sind.
So wird eine Baumscheibe bepflanzt
Beim Anlegen eines kleinen Beetes rund um den Baum wird die Erde zunächst vorsichtig gelockert. Etwa zehn Zentimeter Tiefe reichen aus, damit keine Wurzeln beschädigt werden. Zum Stamm sollte ein Abstand von rund 30 Zentimetern bleiben.
Bei nährstoffarmen Böden kann eine dünne Schicht Kompost helfen. Zu viel zusätzliche Erde kann jedoch Fäulnis verursachen und dem Baum schaden. Wichtig ist außerdem, dass die bepflanzte Fläche etwas tiefer liegt als der Gehweg. So gelangt Regenwasser weiterhin in den Boden.
Geeignet sind vor allem flach wurzelnde und insektenfreundliche Pflanzen. Dazu zählen zum Beispiel:
- Margeriten
- Wilder Majoran
- Wiesenstorchschnabel
- Ringelblumen
- Färberkamille
- Schafgarbe
Bei Wildblumenmischungen empfiehlt der BUND möglichst regionales Saatgut. Außerdem sollten die Pflanzen nicht höher als etwa 50 Zentimeter wachsen, damit sie die Sicht im Straßenverkehr nicht einschränken. Mit der richtigen Pflege kann eine Baumscheibe so gleichzeitig Lebensraum für Insekten schaffen und den Stadtbaum entlasten.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |