Sonnenschutz im Alltag: So sinkt das Risiko für Hautschäden

Sonnenschutz im Alltag mit UV-Strahlung, LSF, Filterarten sowie Schutz von Haut und Augen. | Foto: Haut & Haar - Privatpraxis Dr. Koch/ Roland Polczer
  • Sonnenschutz im Alltag mit UV-Strahlung, LSF, Filterarten sowie Schutz von Haut und Augen.
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Sonnenschutz. Wer im Alltag konsequent UV-Strahlung reduziert, senkt das Risiko für Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und langfristige Hautschäden, die sich über Jahre bis hin zu Hautkrebsvorstufen entwickeln können.

Ob beim Spaziergang, im Café oder auf dem Weg zur Arbeit: UV-Strahlung trifft die Haut nicht nur im Strandurlaub. Darauf weist Dr. Richard Koch hin, Facharzt für Dermatologie und Ärztlicher Leiter der Dortmunder Praxis Haut & Haar, die den Zusammenhang zwischen UV-Belastung und Hautschäden in einer aktuellen Information erläutert.

Entscheidend ist laut Dr. Koch die Kombination aus Meiden direkter Sonne, textilen Maßnahmen und erst danach Sonnenschutzmitteln. Je heller die Haut und je intensiver die Sonnenstrahlung, desto stärker fallen die Schäden aus.

Was im Alltag am besten schützt

Dr. Koch ordnet die Schutzmaßnahmen nach Wirksamkeit ein. Direkte Sonne zu reduzieren und Schatten zu nutzen ist in vielen Situationen der größte Hebel. Textiler Schutz ist oft verlässlicher als Creme.

  • Schatten statt pralle Sonne, wenn möglich.
  • Textiler Schutz wie Kopfbedeckung und langärmlige Kleidung.
  • Bei Bedarf auch spezielle UV-Schutzkleidung.
  • Sonnenschutzmittel als Ergänzung, nicht als alleinige Strategie.

LSF, Filterarten und warum Nachcremen zählt

Sonnenschutzmittel unterscheiden sich unter anderem durch die Art der Filter. Mineralische Filter dringen nach Darstellung von Dr. Koch nicht in die Haut ein und wirken über Reflexion des Sonnenlichts. Chemische Filter ziehen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlung dort in Wärme um.

Der Lichtschutzfaktor, kurz LSF, beschreibt, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängern kann, bevor ein Sonnenbrand entsteht. Beispiel aus der Einordnung von Dr. Koch: Mit LSF 30 ist die Zeit theoretisch etwa 30-mal so lang wie ungeschützt. In der Praxis spielt das korrekte Auftragen und die Situation eine große Rolle. Nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen sollte nach Einschätzung des Dermatologen nachgecremt werden.

Mehr Sonne, höheres Risiko: Von DNA-Schäden bis zu Vorstufen

UV-Strahlung kann laut Dr. Koch DNA-Schäden im Zellkern verursachen. Daraus können sich im Laufe der Zeit entartete Zellen entwickeln. Hautkrebs entsteht dabei nicht schlagartig, sondern als kontinuierlicher Prozess. Als frühe Veränderungen nennt er Hautkrebsvorstufen wie aktinische Keratosen.

In seiner Information beschreibt die Dortmunder Praxis Haut & Haar, dass Hautkrebsvorstufen dort unter anderem laserbasiert entfernt werden können. Bei großflächigen Befunden wird als Option die photodynamische Therapie, kurz PDT, genannt, eine kombinierte Creme-Licht-Therapie.

UV-Strahlung lässt Haut altern und kann Pigment verändern

Neben dem Krebsrisiko ist UV-Strahlung nach Darstellung von Dr. Koch ein Hauptfaktor für vorzeitige Hautalterung. UV-bedingt können kollagene Fasern geschädigt werden. Die Haut verliert Elastizität und es entstehen Falten.

Auch Pigmentveränderungen werden im Zusammenhang mit Sonnenlicht genannt. Zusätzlich weist Dr. Koch darauf hin, dass auch Blaulicht, etwa von Bildschirmen, Pigmentstörungen begünstigen kann. In der Praxis werden dafür laut Information ebenfalls Lasertherapien eingesetzt. Außerdem werden Polynukleotide als eine Möglichkeit erwähnt, die Haut aufzuhellen.

Oft unterschätzt: UVA durch Fensterglas und Schutz für die Augen

Ein praktischer Punkt für den Alltag ist laut Dr. Koch, dass UVA-Licht Fensterglas fast ungehindert passieren kann. Das kann zum Beispiel beim Autofahren relevant sein.

Zusätzlich sollte der Schutz nicht bei der Haut enden. UV-Strahlung kann nach seiner Einordnung zur Eintrübung der Augenlinse beitragen, also zum grauen Star. Eine Sonnenbrille ist daher aus seiner Sicht auch im Alltag sinnvoll.

Wer die UV-Belastung im Alltag klein hält, reduziert damit nicht nur kurzfristige Folgen wie Sonnenbrand, sondern auch die Wahrscheinlichkeit langfristiger Hautveränderungen.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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