Rothirsche im Pfälzerwald: Warum Ruhe jetzt besonders wichtig ist
- Beim Spaziergang im Frühlingswald hilft es, auf Wegen zu bleiben und die Dämmerung zu meiden. So werden Rothirsche in der anstrengenden Phase des Geweihwachstums weniger gestört.
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Rothirsche im Pfälzerwald. Wer im Frühjahr im Wald unterwegs ist, kann mit einfachen Verhaltensregeln dazu beitragen, dass Rothirsche nach dem Winter Energie sparen und in einer körperlich besonders fordernden Phase möglichst ungestört bleiben.
Denn jetzt startet bei männlichen Rothirschen ein biologischer Kraftakt, den die Deutsche Wildtier Stiftung als Rekord im Knochenwachstum beschreibt. Nachdem im Februar die alten Geweihstangen abgefallen sind, wächst das neue Geweih mit bis zu zwei Zentimetern pro Tag.
Innerhalb von etwa 140 Tagen baut ein Hirsch dabei durchschnittlich sechs bis sieben Kilogramm Knochensubstanz auf, einzelne Tiere sogar mehr als zehn Kilogramm, sagt Dr. Andreas Kinser, Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Im Vergleich zu anderen Wildtieren in Deutschland gilt dieses Tempo als außergewöhnlich schnelles Organwachstum.
Warum das Geweih wächst und warum Störungen dann besonders ins Gewicht fallen
Auslöser für den Start des Geweihwachstums ist die zunehmende Tageslänge im Frühjahr. Dadurch bildet die Hirnanhangdrüse ein Wachstumshormon, das die Geweihbildung anstößt. Im Sommer kommt Testosteron hinzu, das die bis dahin weichen Knochen aushärten lässt. Eine gut durchblutete, bastartige Hautschicht versorgt das wachsende Knochengewebe mit Mineralstoffen. Ist alles fertig, vertrocknet der Bast und wird an Sträuchern und jungen Bäumen abgestreift. Im August trägt der Rothirsch dann sein ausgehärtetes Stangengeweih, das mehr als zehn Enden pro Seite haben kann.
Für den Alltag im Wald ist vor allem die Einordnung wichtig. Parallel zum Knochenaufbau müssen Rothirsche nach dem Winter ihre Energiereserven wieder auffüllen. Geeignete Nahrung und viel Ruhe sind dabei zentral, so Kinser.
- Auf ausgewiesenen Wegen bleiben, damit Tiere in ihrer Deckung weniger häufig aufgeschreckt werden.
- Aktivitäten in die Tageszeiten legen, in denen weniger Wildwechsel stattfinden. Dämmerung und Nacht gelten als Zeiten, in denen Rothirsche häufiger zur Nahrungssuche aus der Deckung kommen.
- Unruhe durch Lärm und Querfeldein-Laufen vermeiden, weil wiederholtes Aufscheuchen zusätzliche Energie kostet.
Als stärkste Störung nennt die Deutsche Wildtier Stiftung die Jagd. In manchen Bundesländern ist die Jagd auf junge Rothirsche bereits ab dem 1. April erlaubt. Kinser wirbt deshalb dafür, auf die Jagd im Frühjahr nach Möglichkeit freiwillig zu verzichten.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Laura Lüttmann aus Neustadt/Weinstraße |
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