Rendite steigern für Anleger: Fünf häufige Börsenfehler

Viele Positionen, wenig Mischung? Entscheidend ist nicht die Anzahl der Titel im Depot, sondern die Zusammensetzung – ein weltweit streuender ETF kann schon reichen. | Foto: dpa
  • Viele Positionen, wenig Mischung? Entscheidend ist nicht die Anzahl der Titel im Depot, sondern die Zusammensetzung – ein weltweit streuender ETF kann schon reichen.
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Aktienanlage Fehler vermeiden. Viele Depots verlieren Rendite nicht wegen der Börse, sondern wegen typischer Anlagefehler. Eine Auswertung von Stiftung Warentest zeigt, welche Entscheidungen Anleger regelmäßig Geld kosten.

Wer langfristig Vermögen aufbauen will, profitiert meist von einfachen Strategien. Untersuchungen der Aarhus Universität in Dänemark zeigen jedoch, dass viele private Anleger genau das Gegenteil tun. Sie handeln zu viel, streuen ihr Geld schlecht oder setzen auf spekulative Titel.

Stiftung Warentest hat diese typischen Denkfallen analysiert und fünf häufige Fehler zusammengefasst. Die Ergebnisse wurden in der Ausgabe 07/26 von "Stiftung Warentest Finanzen" veröffentlicht.

Fünf typische Fehler kosten Anleger Rendite

  • Zu wenig Streuung. Viele Einzelaktien im Depot bedeuten nicht automatisch eine gute Risikoverteilung. Entscheidend ist die Zusammensetzung. Ein weltweit investierender Fonds kann bereits eine breite Streuung erreichen. Als Orientierung gilt häufig der Weltindex MSCI World, der die Kräfteverhältnisse am globalen Aktienmarkt abbildet.
  • Übermäßiges Handeln. Manche Anleger kaufen und verkaufen nur ein oder zwei Mal pro Jahr. Andere platzieren mehr als hundert Orders. Häufiges Handeln verursacht Kosten und mindert damit die Rendite. Laut Untersuchung handeln besonders risikofreudige Anleger häufiger und investieren eher in spekulative Produkte.
  • Spekulation als Strategie. Im Internet kursieren viele angebliche Geheimtipps für Aktien mit großem Kurspotenzial. In der Finanzwissenschaft werden solche Papiere oft als "Lottery Stocks" bezeichnet. Die Studie aus Aarhus zeigt deutliche Unterschiede. Im Vergleich zum MSCI World können solche Spekulationen im Schnitt bis zu 28 Prozentpunkte Rendite pro Jahr kosten.
  • Falsches Timing. Viele Anleger versuchen, den perfekten Zeitpunkt für Kauf oder Verkauf zu treffen. In der Praxis gelingt das jedoch nur selten. Selbst Profis liegen häufig daneben. Wer lange auf den idealen Einstieg wartet, verpasst oft gute Börsenphasen. Regelmäßige Einzahlungen über einen Sparplan verteilen das Risiko über das Jahr.
  • An Verlustpapieren festhalten. Aktien mit schwacher Entwicklung bleiben häufig zu lange im Depot. Gleichzeitig werden Gewinne schneller mitgenommen. Laut den Forschern hängt das oft mit der Hoffnung auf eine spätere Kurserholung zusammen oder damit, einen Fehlgriff nicht eingestehen zu wollen.

Einfaches Vorgehen schlägt oft komplizierte Strategien

Die Auswertung zeigt ein klares Muster. Viele Renditeverluste entstehen durch Entscheidungen der Anleger selbst. Ein breit gestreuter Fonds, niedrige Handelsaktivität und langfristiges Investieren schneiden in Studien häufig stabiler ab als komplexe oder spekulative Strategien. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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