Rabenkrähen greifen an: So verhalten bei Scheinangriffen im Wald
- Beim Spaziergang im Frühsommer können Rabenkrähen in der Nähe von Nestern oder Jungvögeln Scheinangriffe fliegen. Mit etwas Abstand lässt sich die Situation meist schnell beruhigen.
- Foto: Stephanie Walter
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Rabenkrähen Angriff. Wer im Frühsommer unter Bäumen von einer Krähe im Sturzflug „angegriffen“ wird, kann die Situation meist durch Abstand entschärfen, weil es in der Regel um den Schutz von Küken geht und nicht um Verletzungen.
Ein schwarzer Schatten aus der Baumkrone, lautes Krächzen, ein kurzer Sturzflug auf Kopfhöhe, kurz vor dem Zusammenstoß dreht der Vogel ab. In baumreichen Gegenden kommt das derzeit häufiger vor. Nach Einordnung der Deutschen Wildtier Stiftung ist dieses Verhalten eine Verteidigungsstrategie von Rabenkrähen, wenn der Nachwuchs im Nest sitzt oder gerade flügge wird.
Gerade bei den ersten Flugversuchen ist das Risiko für Jungvögel am größten. Küken hocken nicht nur im Nest oder auf Ästen. Sie sitzen beim Üben auch am Boden und melden ihren Standort regelmäßig. Gerät dann ein Passant, möglicherweise noch mit Hund, zwischen Eltern und Nachwuchs, wird das als Gefahr gewertet. Als mögliche Beutegreifer werden unter anderem freilaufende Hunde und Katzen genannt, außerdem Fuchs, Marder und Greifvögel.
Warum die „Angriffe“ meist nur Täuschung sind
Die Sturzflüge sind laut Deutscher Wildtier Stiftung meist Täuschungsmanöver, die abschrecken und vertreiben sollen. Menschen sollen dabei in der Regel nicht verletzt werden. Bei kleineren Tieren kann es dagegen vorkommen, dass Krähen mit kräftigen Schnabelhieben attackieren.
Praktisch wichtig ist vor allem die Deeskalation durch Abstand. Oft reicht schon ein Ortswechsel, etwa das Wechseln der Straßenseite, damit die wachsamen Altvögel ruhiger werden.
- Abstand schaffen, indem der Wegverlauf geändert wird, zum Beispiel auf die andere Straßenseite.
- Weitergehen statt stehen bleiben, damit die Distanz zu Nest oder Küken größer wird.
- Den Ort des Nachwuchses nicht verändern, auch wenn ein Jungvogel am Boden sitzt.
Ein weiterer Punkt aus der Einordnung der Stiftung betrifft die rechtliche Seite. Nester und Küken stehen während der Brutzeit unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes und dürfen nicht umgesetzt werden.
Manchmal folgt auf einen Vorfall zusätzliches „Beschimpfen“ aus der Nähe. Als Erklärung wird genannt, dass Rabenkrähen sich Gesichter merken können und auffällige Personen länger im Blick behalten.
Zeitlich ist das Verhalten begrenzt. Spätestens Anfang Juli lässt der „Spuk“ je nach Region früher oder später nach, weil der Nachwuchs dann selbstständiger ist und sich anderen Jungvögeln in sogenannten Junggesellentrupps anschließt.
Zur Einordnung der Art: Der Bestand der Rabenkrähen in Deutschland gilt mit bis zu einer Million Brutpaaren als stabil, mit steigender Tendenz. Rabenkrähen gehören zur Familie der Rabenvögel, zu der auch Elster, Eichelhäher, Tannenhäher und Dohle zählen.
Weitere Informationen bietet die Deutsche Wildtier Stiftung unter https://www.deutschewildtierstiftung.de/.
Im Alltag bedeutet das vor allem: Ein ruhiger Ortswechsel schafft meist schnell Abstand und beendet die Scheinangriffe.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |