Pilzsaison in Rheinland-Pfalz droht auszufallen – was jetzt zählt
- Ob dieses Jahr viele Pilze geerntet werden können, ist unklar. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Wer in Rheinland-Pfalz in den kommenden Wochen Pilze sammeln will, muss sich auf magere Funde einstellen. Nach wochenlanger Trockenheit sind die Chancen auf volle Körbe nach Einschätzung von Pilzsachverständigen derzeit schlecht. Nur ausgiebiger, anhaltender Regen könnte die stark verspätete Saison noch in Gang bringen.
Warum die Pilze jetzt Regen brauchen
Eine verlässliche Prognose sei kaum möglich, sagt Pilzsachverständiger Klaus Rödder aus der Vulkaneifel. Entscheidend sei, ob und wie viel es in den kommenden Wochen regne. Einzelne Schauer reichten demnach nicht aus. Nötig sei Regen über mehrere Wochen. „Es kann auch sein, dass die Pilzsaison ganz ausfällt“, sagt Rödder. Für Anfang September geplante Pilzwanderungen hat er bereits abgesagt.
Der eigentliche Pilz liegt unter der Erde
Pilze leiden stark unter der Trockenheit. Nach Einschätzung des Pilzsachverständigen Dr. Till Panter aus Rheinhessen trifft sie Trockenheit sogar stärker als Bäume. Steinpilz, Pfifferling und andere Speisepilze sind nur die sichtbaren Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz lebt als weit verzweigtes Myzel im Boden. Ob dieses Geflecht durch die extreme Trockenheit bereits Schaden genommen hat, ist den Experten zufolge unklar.
Kühle Nächte geben den Startschuss
Damit Fruchtkörper entstehen, müssen zwei Bedingungen zusammenkommen. Das Myzel braucht zunächst dauerhaft niedrigere Temperaturen, besonders kühle Nächte. Danach muss der Boden anhaltend feucht sein, damit die Pilze wachsen können. Stimmen Temperatur und Feuchtigkeit, können innerhalb von bis zu zwei Wochen Pilze erscheinen.
Worauf Sammler jetzt achten sollten
Für die Suche in den Wäldern ist vor allem der weitere Wetterverlauf entscheidend:
- Anhaltender Regen über mehrere Wochen wäre wichtiger als einzelne Schauer.
- Kühle Nächte können die Fruchtkörperbildung auslösen.
- Regionale Unterschiede sind möglich, weil Böden und Niederschläge lokal stark variieren.
- Geduld bleibt nötig, denn selbst bei günstiger Entwicklung erwarten Experten keine gute Saison mehr.
Steinpilze könnten noch im Herbst kommen
Mit Pfifferlingen rechnet Panter in Rheinhessen in diesem Jahr nicht mehr. Steinpilze könnten dagegen im September oder Oktober noch erscheinen, wenn Temperatur und Feuchtigkeit passen. Beide Arten leben in Symbiose mit Bäumen. Leidet der Partnerbaum unter Trockenheit, wirkt sich das auch auf den Pilz aus.
Saison verschiebt sich Richtung November
Nach Beobachtung der Sachverständigen wachsen viele Arten inzwischen später als früher. Typische Sommerpilze seien bereits in den vergangenen Jahren weitgehend ausgeblieben. Stattdessen verschiebe sich die Pilzsaison zunehmend in Richtung November. „Pilze halten sich schon lange nicht mehr an die Zeiten aus den Lehrbüchern“, sagt Rödder. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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