Pflanzen mit kaltem Wasser gießen: Schadet das wirklich oder ist es ein Garten-Mythos?
- "Pflanzen niemals mit kaltem Wasser gießen!" Dieser Mythos hält sich seit langer Zeit hartnäckig.
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Pflanzen mit kaltem Wasser gießen. Darf man Pflanzen mit kaltem Wasser gießen – oder ist das ein echter Pflegefehler? Die kurze Antwort: Meist ist kaltes Wasser weit weniger schlimm als sein Ruf, während zu heißes Wasser den Pflanzen tatsächlich schaden kann. Entscheidend ist, ob die Pflanze im Garten oder in der Wohnung steht – und wie empfindlich ihre Wurzeln sind.
Kaum ein Gieß-Tipp hält sich so hartnäckig wie dieser: Pflanzen dürfen auf keinen Fall mit kaltem Wasser gegossen werden. Doch genau dieser Rat ist in vielen Fällen eher Mythos als Muss. Während robuste Gartenpflanzen mit kühlem Wasser oft problemlos klarkommen, können empfindliche Zimmerpflanzen tatsächlich reagieren – und wirklich kritisch wird es erst bei zu heißem Gießwasser.
Ist kaltes Wasser schädlich für Pflanzen?
Für die meisten Gartenpflanzen im Freiland ist kaltes Wasser nicht grundsätzlich schädlich. Sie sind an starke Temperaturschwankungen gewöhnt – schließlich bekommen sie bei Regen, Gewittern oder sogar Hagel ebenfalls sehr kaltes Wasser ab. Laut dem Industrieverband Agrar setzen Profi-Gärtner bei Freilandkulturen sogar regelmäßig kaltes Brunnenwasser ein, ohne dass die Pflanzen dadurch einen „Schock“ erleiden.
Trotzdem gibt es Ausnahmen. Einige wärmeliebende Zimmerpflanzen reagieren empfindlich auf sehr kaltes Wasser. Einige Beispiele sind Usambaraveilchen, Drehfrucht und auch Schlangengurken im Gewächshaus. Kaltes Wasser kann bei diesen Pflanzen die Wurzeln schädigen und deshalb sollte das Gießwasser idealerweise nicht eiskalt sein, sondern eher Raumtemperatur haben, wie Öko-Test erklärt.
Ist warmes oder kaltes Wasser besser für Pflanzen?
Am besten ist in den meisten Fällen weder richtig kaltes noch warm-heißes Wasser, sondern Wasser mit moderater Temperatur. Besonders für Zimmerpflanzen wird Wasser auf Raumtemperatur empfohlen, weil extreme Temperaturen Stress verursachen können.
Bei Gartenpflanzen im Beet ist kaltes Wasser oft weniger problematisch als viele denken. Hier zählt vor allem, dass die Pflanzen ausreichend versorgt werden und das Wasser die Wurzeln erreicht. Für kalkempfindliche Arten kann zudem Regenwasser die bessere Wahl sein als hartes Leitungswasser, weil weiches Wasser von vielen Pflanzen besser vertragen wird.
Welche Temperatur sollte das Gießwasser idealerweise haben?
Öko-Test weiß, als ideal gilt Gießwasser in etwa auf Raumtemperatur. Das ist besonders bei Zimmerpflanzen, Balkonpflanzen und empfindlichen Topfkulturen sinnvoll, weil ihre Wurzeln auf plötzliche starke Temperaturunterschiede eher reagieren als robuste Gartenpflanzen im Boden. Wenn das Wasser für die Hand angenehm wirkt, liegt man meist schon ziemlich richtig.
Bei Regenwasser oder Leitungswasser heißt das in der Praxis: nicht direkt eiskalt verwenden, wenn die Pflanze als empfindlich gilt. Wer ganz sicher gehen will, lässt das Wasser einfach eine Weile stehen, damit es sich an die Umgebung anpassen kann.
Was passiert, wenn man Pflanzen mit heißem Wasser gießt?
Heißes Wasser ist deutlich problematischer als kaltes. Es kann die Zellen der Wurzeln schädigen, weil hohe Temperaturen das Gewebe angreifen. Im schlimmsten Fall führt das so weit, dass die Pflanze nachhaltig geschwächt wird oder sogar abstirbt.
Auch oberirdisch kann zu warmes Wasser Probleme machen. Gelangt heißes Wasser auf die Blätter, kann es dort Verbrennungen verursachen und das Pflanzengewebe beschädigen. Deshalb sollte Gießwasser nie heiß sein – weder bei Zimmerpflanzen noch im Garten. Wenn Wasser in der Kanne oder im Schlauch stark aufgeheizt ist, sollte man es erst abkühlen lassen, bevor gegossen wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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