Olivenöl bei Öko-Test: Mineralöl, Pestizide, MOAH – diese Mängel fallen auf
- Öko-Test hat sich 30 verschiedene Olivenöle angesehen
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Öko-Test. Olivenöl gilt für viele als gesundes Must-have in der Küche. Doch bei „nativ extra“ hat Öko-Test genauer hingeschaut – und dabei vor allem bei den Schadstoffen und der Qualität einige Schwachstellen sichtbar gemacht.
Olivenöl gehört für viele zur Küche einfach dazu. Es gilt als gesund, mediterran und hochwertig. Umso bitterer ist das Ergebnis eines aktuellen Öko-Tests von Olivenöl in Ausgabe (05/2026) der höchsten Güteklasse „nativ extra“. Für den Test wurden insgesamt 30 Olivenöle aus Discountern, Supermärkten, Drogerien und Biomärkten untersucht. Die Preise lagen zwischen 7,99 und 27,98 Euro pro Liter, 18 Produkte trugen ein Bio-Siegel.
Olivenöl im Öko-Test: Hier liegen die größten Probleme
Olivenöl mit der Bezeichnung „nativ extra“ muss in der EU eigentlich bestimmte Anforderungen erfüllen. Dazu gehört auch, dass es sensorisch fehlerfrei sein soll. Genau deshalb ließ Öko-Test die Produkte nicht nur im Labor auf Schadstoffe untersuchen, sondern auch geschmacklich und geruchlich prüfen.
Die Untersuchung ging deutlich über einen simplen Geschmackstest hinaus. Spezialisierte Labore suchten in den Ölen gezielt nach gesättigten und aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen, also MOSH/MOSH-Analoge und MOAH. Gerade diese Stoffe sind seit Jahren ein Reizthema in Lebensmitteltests. Laut Öko-Test können sie zum Beispiel durch Kontakt mit Schmierölen in die Produkte gelangen. Diese Olivenöle fallen bei Öko-Test aufgrund von MOSH/MOAH, Pestiziden oder Weichmachern durch:
- Rewe Bio, Natives Olivenöl extra, Note: "mangelhaft"
- Norma, Belluccino Natives Olivenöl extra, Note: "mangelhaft"
- Aceites del Sur, La Española Bio Natives Olivenöl extra, Note: "mangelhaft"
Zusätzlich ließ das Verbraucher-Magazin ein breites Spektrum an Pestiziden prüfen. Auch Weichmacher standen auf der Liste, weil sie während der Produktionskette über ungeeignete Kunststoffteile in das Öl übergehen können. Sogar Deckel und Siegelfolien wurden auf chlorierte Verbindungen analysiert. Immerhin: Die Untersuchung auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, verlief unauffällig.
Problematische Mineralölrückstände und bedenkliche Pestizide in Olivenölen
Öko-Test sieht vor allem die Funde von Mineralölbestandteilen kritisch. In allen getesteten Olivenölen steckten zumindest Spuren von MOSH beziehungsweise MOSH-Analoge, die sich im Körper anreichern können. Noch heikler sind MOAH, die in vier Ölen in erhöhten Gehalten nachgewiesen wurden und als besonders problematisch gelten.
Auch bei den Pestiziden fällt das Urteil deutlich aus. Besonders kritisch bewertet Öko-Test mehrere bedenkliche Wirkstoffe in relevanten Mengen. Genannt werden unter anderem Lambda-Cyhalothrin und Trifloxystrobin, weil sie sich in der Umwelt zu der sehr langlebigen Substanz TFA aus der PFAS-Gruppe abbauen können und so Grund- und Trinkwasser belasten.
Trotz ernüchternder Ergebnisse können manche Öle überzeugen
Besonders heikel ist das Ganze, weil „nativ extra“ kein bloßer Werbespruch ist. Olivenöle mit dieser Bezeichnung müssen laut EU-Vorgaben sensorisch fehlerfrei sein. Verbraucher dürfen also erwarten, dass nicht nur die Laborwerte stimmen, sondern auch Geruch und Geschmack überzeugen. Bei den Bio-Olivenölen können lediglich von Aldi das "Bio Natives Olivenöl extra" und "Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien, fruchtig" mit der Bestnote "sehr gut" überzeugen.
Bei den herkömmlichen Ölen erhält das "K-Classic Natives Olivenöl extra" immerhin ein "gut". Olivenöl gilt für viele als Inbegriff gesunder mediterraner Küche und wirkt im Regal oft besonders hochwertig. Doch der Test macht deutlich, dass selbst Produkte mit der Bezeichnung „nativ extra“ nicht automatisch frei von Kritik sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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