ÖKO-TEST prüft Mineralwasser medium: Ein Wasser fällt gnadenlos durch
- Leicht aufbrausend: Öko-Test hat Mineralwasser medium getestet. Mit gemischten Ergebnissen.
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Öko-Test. Medium-Mineralwasser gehört für viele zum Alltag, ob beim Essen, unterwegs oder im Büro. Die gute Nachricht: In einem Test mit 56 Mineralwässern schneiden 40 Produkte mit „sehr gut“ ab, nur ein Wasser landet insgesamt auf dem letzten Platz.
Auffällig wurde im Test von Öko-Test in der Ausgabe 07/26 vor allem die Frage, wie rein Mineralwasser heute noch ist. In mehreren Produkten fanden sich Spuren oder erhöhte Gehalte von Trifluoressigsäure, kurz TFA, außerdem Pestizidabbauprodukte oder Süßstoffe. Ein Produkt fiel zusätzlich wegen Arsen auf.
Wer die vollständigen Ergebnisse nachlesen will, findet sie bei ÖKO-TEST (kostenpflichtig). Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist vor allem wichtig: Viele Mineralwässer sind empfehlenswert, doch nicht jede Quelle hält das Versprechen ursprünglicher Reinheit ein.
Viele sehr gute Wässer im Öko-Test, aber auch klare Ausreißer
Unter den 56 getesteten Medium-Mineralwässern bewertete ÖKO-TEST mehr als zwei Drittel mit Bestnote. Dazu zählen sowohl klassische Mineralwässer als auch Bio-Wasser und Produkte, die für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sind. Die Preisspanne reichte von 19 Cent bis 1,45 Euro pro Liter.
Eine kleine Auswahl auffälliger Produkte zeigt, wie weit die Ergebnisse auseinanderliegen:
- Carolinen Medium – Note:„sehr gut“
- Vilsa Medium – Note:„sehr gut“
- K-Classic Natürliches Mineralwasser Medium – Note:„sehr gut“
- Aquiva Natürliches Mineralwasser Medium – Note: „ausreichend“
- Bad Harzburger Medium – Note: „mangelhaft“
Insgesamt überwiegen klar die guten Ergebnisse, einzelne Produkte fallen aber wegen Verunreinigungen oder Mängeln bei der Verpackung deutlich ab.
PFAS, TFA und Pestizidreste trüben die Bilanz
Besonders im Fokus standen PFAS, also per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Diese langlebigen Chemikalien werden auch Ewigkeitschemikalien genannt, weil sie in der Umwelt nur sehr schwer abgebaut werden. Im Test tauchte vor allem TFA auf, eine PFAS-Verbindung, die in fast zwei Dritteln der untersuchten Wässer nachgewiesen wurde, meist nur in Spuren.
In sechs Mineralwässern waren die TFA-Gehalte allerdings so hoch, dass sie nach den angelegten Bewertungsmaßstäben als erhöht galten. Grenzwerte speziell für Mineralwasser gibt es dafür bislang nicht. Zur Einordnung wurde deshalb der seit Januar geltende EU-Grenzwert für PFAS gesamt in Wasser für den menschlichen Gebrauch herangezogen.
Neben TFA fanden die Labore in acht Produkten erhöhte Gehalte an Pestizidabbauprodukten. In drei Wässern wurden zudem Süßstoffe nachgewiesen. Solche Stoffe gelten nicht als Zeichen eines quellfrischen, ursprünglich reinen Mineralwassers, sondern als Hinweis auf Einträge aus der Umwelt.
Nur ein Mineralwasser fiel wegen Arsen besonders negativ auf
Am deutlichsten negativ fiel Bad Harzburger Medium auf. Das Labor wies darin Arsen nach. Die gemessene Menge war zwar nicht akut gesundheitsgefährdend, schöpfte den erlaubten Gehalt nach der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung aber zu mehr als der Hälfte aus.
Weil das Produkt zusätzlich beim Kriterium ursprüngliche Reinheit schlecht abschnitt, lautete das Gesamturteil am Ende „mangelhaft“. Es war das einzige Wasser im Test, das wegen eines problematischen Inhaltsstoffs so deutlich aus dem Rahmen fiel.
Andere Produkte schnitten zwar nicht so schlecht ab, wurden aber wegen erhöhter TFA-Gehalte, Pestizidabbauprodukte oder Süßstoffe auf „ausreichend“ abgewertet. Dazu gehörten etwa Aquiva Natürliches Mineralwasser Medium.
Auch die Flasche spielt beim Mineralwasser-Test eine Rolle
Nicht nur der Inhalt, auch die Verpackung floss in die Bewertung ein. Bei PET-Einwegflaschen fordert ÖKO-TEST mindestens 65 Prozent Rezyklat aus dem Wertstoffkreislauf. Acht Produkte erreichten diesen Anteil, fünf weitere enthielten weniger Recyclingmaterial oder legten dafür keinen ausreichenden Nachweis vor.
Für den Alltag heißt das: Wer Mineralwasser kauft, kann nicht nur auf das Testergebnis, sondern auch auf die Verpackung achten. Glas-Mehrweg und regional abgefüllte Wässer sind aus Nachhaltigkeitssicht meist die naheliegendere Wahl.
Leitungswasser bleibt zudem eine günstige und in Deutschland streng kontrollierte Alternative. Der Test zeigt aber auch, dass es bei Medium-Mineralwasser viele sehr gute Produkte gibt. Eingekauft wurden die Testprodukte von Februar bis März 2026.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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