ÖKO-TEST: Gemüsebrühe oft zu salzig und pestizidbelastet
- Konventionelle Gemüsebrühen enttäuschen im Öko-Test meist durch Pestizide und Zusatzstoffe.
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Öko-Test. Gemüsebrühe soll Suppen und Soßen schnell würzen, enthält aber oft mehr Salz als Gemüse. Im Test der Ausgabe 10/26 fielen von 27 Produkten fünf mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch, während die Bio-Brühen deutlich besser abschnitten.
Besonders auffällig waren hohe Salzgehalte, zugesetzte Aromen und Pestizidrückstände. Zwei Bio-Produkte erhielten das Gesamturteil „sehr gut“, bei den konventionellen Brühen schafften es dagegen nur zwei Produkte auf ein „gut“.
Bio-Gemüsebrühen schneiden deutlich besser ab
17 der 27 getesteten Gemüsebrühen trugen ein Bio-Siegel. Alle Bio-Produkte erhielten mindestens ein „gut“, zwei davon sogar die Bestnote „sehr gut“.
- Knorr Bio Gemüse-Bouillon – Note „sehr gut“
- Rewe Bio Gemüsebrühe mit 20 Prozent Gemüse – Note „sehr gut“
- Le Gusto Klare Gemüsebrühe – Note „mangelhaft“
- Cook! Klare Gemüse-Bouillon – Note „ungenügend“
- Knorr Gemüse-Bouillon – Note „ungenügend“
Die beiden besten Brühen enthalten laut Deklaration 32,5 beziehungsweise 20 Prozent Gemüse. Zum Vergleich: Bei einem konventionellen Produkt lag der Gemüseanteil bei nur sieben Prozent. Die Testdaten zeigen dabei ein klares Muster: Wenig Gemüse ging häufig mit viel Salz sowie zusätzlichen Aromen oder Geschmacksverstärkern einher.
In vielen Brühen steckt zu viel Salz
Salz steht bei allen Produkten an erster Stelle der Zutatenliste. Die untersuchten Brühen enthielten zwischen 44 und 60 Prozent Salz im Trockenprodukt, bezogen auf die zubereitete Brühe lagen die Werte zwischen 0,59 und 1,10 Gramm pro 100 Milliliter.
ÖKO-TEST orientierte sich an einem Zielwert von 0,90 Gramm Salz pro 100 Milliliter zubereiteter Brühe. Viele Produkte überschritten diese Schwelle und wurden deshalb abgewertet. Wer weniger Salz essen möchte, kann die Brühe sparsamer dosieren und bei Bedarf nachsalzen.
Pestizide belasten vor allem konventionelle Produkte
In fast allen konventionellen Gemüsebrühen mit Gemüse aus konventionellem Anbau wies das Labor mindestens ein Pestizid nach. Bei einem Produkt fanden sich sogar vier Pestizidspuren, bei mehreren weiteren zwei oder drei Wirkstoffe.
Besonders kritisch bewertet wurden Rückstände von Difenoconazol, Pyraclostrobin und Clothianidin. Difenoconazol steht laut Europäischer Chemikalienagentur und der europäischen Einstufungsverordnung unter Krebsverdacht und ist gewässertoxisch. Pyraclostrobin und Clothianidin gelten als vermutlich reproduktionstoxisch beim Menschen, Clothianidin außerdem als besonders bienengefährlich.
Clothianidin ist in der Europäischen Union seit 2019 nicht mehr zugelassen. In zwei Brühen mit dem Gesamturteil „ungenügend“ wurde der Stoff dennoch in Spuren gefunden. Die Anbieter verwiesen bei der Herkunft des verwendeten Gemüses unter anderem auf Länder außerhalb der Europäischen Union.
Aromen ersetzen kein Gemüse
Die meisten konventionellen Produkte setzten zusätzlich Aromen oder Geschmacksverstärker ein. ÖKO-TEST hält das bei Gemüsebrühe für unnötig, weil ein kräftiger Geschmack auch durch mehr Gemüse und Kräuter entstehen kann.
Ein „natürliches Aroma“ muss dabei nicht aus dem namensgebenden Lebensmittel stammen. Wird dagegen ausdrücklich ein natürliches Selleriearoma angegeben, müssen die Aromastoffe zu mindestens 95 Prozent aus Sellerie stammen. Hefeextrakt wirkt ebenfalls geschmacksverstärkend, gilt aber als natürliche Zutat und kann im Zutatenverzeichnis auch als „Würze“ auftauchen.
Was beim Einkauf wichtig ist
Wer Salz und Zusatzstoffe reduzieren möchte, sollte auf einen hohen Gemüseanteil sowie den Verzicht auf Aromen und Geschmacksverstärker achten. Ein Bio-Siegel war in diesem Test ein guter Hinweis auf die bessere Gesamtbewertung, ersetzt aber nicht den Blick auf die Zutatenliste.
Die Preise unterschieden sich deutlich: Für einen Liter zubereitete Brühe kostete das günstigste Produkt 14 Cent, das teuerste 42 Cent. Die vollständigen Testergebnisse und weitere Informationen finden Verbraucherinnen und Verbraucher bei ÖKO-TEST .
Häufige Fragen zu Gemüsebrühe
Warum ist viel Salz in Gemüsebrühe problematisch? Ein dauerhaft hoher Salzkonsum kann das Risiko für Bluthochdruck und Folgeerkrankungen erhöhen. Da sich Brühe nachsalzen lässt, ist ein niedriger Salzgehalt im Produkt im Alltag vorteilhaft.
Sind Bio-Gemüsebrühen frei von Pestiziden? Im vorliegenden Test wurden bei den Bio-Produkten keine abwertungsrelevanten Pestizidbefunde festgestellt. Eine allgemeine Garantie für jede Gemüsebrühe lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Was bedeutet „natürliches Aroma“? Damit sind Aromastoffe aus natürlichen Ausgangsstoffen gemeint. Sie müssen nicht aus dem Gemüse stammen, dessen Geschmack sie nachahmen.
Der Einkauf für den Test erfolgte im April und Mai 2026. Insgesamt wurden 27 trockene Gemüsebrühen und Bouillons aus Bio-Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten untersucht.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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