ÖKO-TEST Erdbeerchips: Viele Produkte mit Pestiziden belastet
- Erdbeeren sind lecker. Als Erdbeerchips schmecken sie, aufgrund ihres Zuckergehalts, sogar den Kleinsten – deshalb hat Öko-Test getestet.
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Öko-Test. Erdbeerchips wirken wie ein praktischer Snack für unterwegs, sind aber aus Sicht von ÖKO-TEST oft keine gute Wahl. Im Test fallen viele Produkte wegen zahlreicher Pestizidspuren durch, außerdem kritisieren die Fachleute in mehreren Bio-Produkten Cadmium.
Insgesamt wurden 21 Erdbeer-Fruchtchips geprüft. Ein „sehr gut“ erreicht kein Produkt, fünf Produkte schneiden mit „gut“ ab, acht fallen durch.
Wer Erdbeerchips kauft, sollte sie zudem nicht mit frischem Obst verwechseln. Die gefriergetrockneten Früchte bestehen laut Test meist zu rund 50 Prozent aus Zucker und sollten gerade bei Kindern eher als Süßigkeit gelten.
Viele Erdbeerchips mit Pestizidspuren
Besonders negativ fällt auf, dass in mehr als der Hälfte der getesteten Erdbeerchips Mehrfachrückstände von Pestiziden gefunden wurden. Die Mengen stuft ÖKO-TEST zwar nicht als akut giftig ein, problematisch ist aber die Vielzahl verschiedener Stoffe in einem Produkt.
Ab zwei verschiedenen Pestiziden gab es Abwertungen, ab 15 Pestiziden automatisch die Rote Karte. Hinzu kamen Abzüge für besonders bedenkliche Wirkstoffe wie Captan, Cyprodinil oder 2,4-D.
Auffällige Produkte im Test sind:
- K-Bio Fruchtchips Erdbeere – Note „gut“
- Lupilu Bio Erdbeer-Fruchtchips – Note „gut“
- Koro Erdbeerscheiben gefriergetrocknet – Note „mangelhaft“
- Nutripur Kleine Racker Erdbeere, Scheiben – Note „ungenügend“
- Rewe Beste Wahl gefriergetrocknete Erdbeeren – Note „ungenügend“
Cadmium vor allem in Bio-Produkten ein Thema
Neben Pestiziden war auch Cadmium ein Kritikpunkt. In fünf Produkten wurde das giftige Schwermetall in erhöhten Gehalten nachgewiesen, betroffen waren hier laut Test Bio-Produkte.
Cadmium kann über belastete Böden in Erdbeeren gelangen und sich im Körper anreichern. Bei längerer Aufnahme in höheren Mengen kann das Metall Nieren und Knochen schädigen.
Viel Zucker, oft an Kinder vermarktet
Ein weiteres Problem: Viele Erdbeerchips sind sehr süß, obwohl kein Zucker zugesetzt wird. Genau dieser Hinweis taucht auf einigen Packungen trotzdem werbend auf, obwohl das bei den getesteten Produkten keine Besonderheit ist.
Kritisch sieht ÖKO-TEST auch die Aufmachung mancher Produkte. Mehrere Anbieter werben mit bunten Kinderdesigns, obwohl die Chips nach den Kriterien der WHO mit ihrem hohen Zuckergehalt nicht an Kinder vermarktet werden sollten.
Hinzu kommt, dass neun Anbieter weniger Zucker auf der Verpackung angeben, als im Labor gemessen wurde. Wer sich über den Test genauer informieren möchte, findet weitere Ergebnisse auch im ÖKO-TEST Shop. Eingekauft wurden die Produkte von März bis April 2026.
FAQ zu Erdbeerchips
Sind Erdbeerchips so gesund wie frische Erdbeeren?
Nein. Erdbeerchips enthalten deutlich mehr Zucker pro 100 Gramm und liefern beim Vitamin C nicht die Werte frischer Erdbeeren.
Sind die gefundenen Pestizide akut gefährlich?
Die gemessenen Mengen wurden nicht als akut giftig eingestuft. Kritisiert wird vor allem die Kombination vieler verschiedener Pestizidspuren in einem Produkt.
Sollten Kinder Erdbeerchips regelmäßig essen?
Eher nicht. Wegen des hohen Zuckergehalts empfiehlt sich ein bewusster Umgang, also eher gelegentlich als Süßigkeit statt als Obstsnack.
Woher stammen die getesteten Erdbeeren?
Die getesteten Erdbeerchips stammen aus der Türkei, Ägypten, Marokko oder China. Regionale Ware war im Test nicht dabei.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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