ÖKO-TEST Barbecue-Saucen: Schimmelpilzgifte verderben den Test
- Öko-Test hat Barbecue-Soßen verschiedener Marken genauer untersucht.
- Foto: Vector/stock.adobe.com
- hochgeladen von Sarah Isele
Öko-Test. Beim Grillabend landet Barbecue-Sauce für viele ganz selbstverständlich auf dem Tisch. Doch ausgerechnet bei den rauchig-würzigen Saucen zeigt der Test ein deutliches Problem: Vor allem Schimmelpilzgifte und Pestizidspuren sorgen für Abwertungen, zwei Produkte fallen sogar mit „ungenügend“ durch.
Insgesamt wurden in Ausgabe 07/26 von Öko-Test 19 Barbecue-Saucen untersucht, darunter vier Bio-Produkte. Die gute Nachricht: Neun Saucen sind empfehlenswert, und die Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen sowie Furanen fiel kaum ins Gewicht. Kritisch wurde es stattdessen bei tomatentypischen Schimmelpilzgiften wie Alternariol sowie bei einzelnen Pestizidfunden.
Besonders auffällig ist, dass das Labor in allen getesteten Saucen Schimmelpilzgifte nachgewiesen hat. Tenuazonsäure wertet ÖKO-TEST durchweg nur als Spur, bei Alternariol wurden aber in mehreren Produkten erhöhte oder stark erhöhte Gehalte festgestellt.
Diese Barbecue-Saucen fielen besonders auf
- Kühne Barbecue Sauce rauchig-süß, Note: "ungenügend"
- Bull’s-Eye Original rauchige BBQ Sauce, Note: "ungenügend"
- Tegut Barbecue Sauce rauchigwürzig, Note: "sehr gut"
- Byodo Barbecue Sauce, Note: "sehr gut"
Drei Saucen wurden wegen eines aus Sicht des Tests stark erhöhten Alternariol-Gehalts gleich um vier Noten abgewertet. Fünf weitere Produkte verloren wegen erhöhter Gehalte zwei Noten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das relevant, weil Alternariol als krebsverdächtig gilt und in tomatenbasierten Produkten vorkommen kann.
Auch Pestizide spielten im Test eine Rolle, wenn auch meist nur in Spuren. Abwertungen gab es unter anderem für Mehrfachrückstände sowie für Rückstände von Ethoxyquin und eines Spirotetramat-Metaboliten. Acht Saucen, darunter vier Bio-Produkte und vier konventionelle Produkte, waren frei von nachgewiesenen Pestizidrückständen.
Raucharomen waren diesmal nicht das Hauptproblem
Eigentlich lag ein besonderes Augenmerk auf Raucharomen. Sie sind in der EU nicht mehr zugelassen, und Lebensmittel mit zugesetzten Raucharomen dürfen ab Juli 2026 nicht mehr in Verkehr gebracht werden.
Im Labor zeigte sich jedoch: Die befürchteten Belastungen durch PAK und Furane spielten bei den getesteten Barbecue-Saucen kaum eine Rolle. Nur in drei Saucen wurden PAK-Spuren gefunden, die nicht zur Abwertung führten. Furane lagen ebenfalls nicht in abwertungsrelevanten Mengen vor.
Eine weitere Auffälligkeit betraf die Develey Barbecue Sauce. Dort passte das analysierte Aromenspektrum nicht zur deklarierten Zutat Ananassaft aus Ananassaftkonzentrat, was zu einer Abwertung führte.
Worauf beim Kauf von Barbecue-Sauce zu achten ist
Wer eine gute Barbecue-Sauce sucht, findet im Test mehrere empfehlenswerte Produkte. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die Nährwerttabelle, denn der Zuckergehalt schwankt deutlich zwischen 14,8 und fast 42 Prozent.
Ungeöffnete Barbecue-Saucen sind meist lange haltbar, oft auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Nach dem Öffnen sollten sie im Kühlschrank stehen und innerhalb einiger Monate verbraucht werden.
Weitere Details zum Test und zu den Bewertungen finden Interessierte bei ÖKO-TEST (kostenpflichtig). Eingekauft wurden die Produkte im März 2026.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.