Obst richtig waschen: Reicht Wasser oder hilft Natron gegen Pestizide?
- Obst richtig waschen: Obst mit Natronlauge zu waschen bringt nichts und kostet nur Geld. Auch der Geschmack kann darunter leiden. Wasser reicht meist aus.
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Obst richtig waschen. Wer Obst vor dem Essen gründlich unter fließendem Wasser wäscht, entfernt bereits einen großen Teil möglicher Rückstände. Eine Reinigung mit Natron ist nach Einschätzung von Experten im Alltag meist nicht nötig. Dabei schont die Reinigung unter kaltem, fließenden Wasser außerdem Geschmack und Konsistenz.
In sozialen Netzwerken wird derzeit empfohlen, Erdbeeren, Äpfel und anderes Obst mit Natron und Wasser zu waschen, um Pestizidrückstände besser zu entfernen. Ulrich Mayr vom Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee bei Ravensburg hält davon wenig. «Das ist der größte Blödsinn», sagt er. «Das bringt überhaupt nichts und kostet nur Geld.»
Muss man Obst mit Natron waschen?
Gerade bei weichem Obst kann die Natronlösung sogar Nachteile haben. Mit Natronlauge gewaschene Erdbeeren würde er persönlich auch nie essen, sagte der Experte. Weil die sich dann voll mit Wasser saugen, könne nicht nur der Geschmack sehr leiden. «Natron ist auch sehr basisch, die Lauge kann zudem sehr aggressiv sein.»
So waschen Sie Obst richtig
Obst erst kurz vor dem Verzehr waschen.
Unter kaltem, fließendem Wasser abspülen.
Festes Obst mit den Händen oder einer Bürste abreiben.
Weiches Obst wie Erdbeeren vorsichtig reinigen.
Erst nach dem Waschen Strunk oder Stiel entfernen, damit sich die Früchte nicht mit Wasser vollsaugen.
Entfernt Natron wirklich Pestizide?
Auch die Verbraucherzentrale verweist darauf, dass es wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Hausmittel gibt. US-Forscher legten Äpfel 15 Minuten lang in eine Natronlösung. «Dabei konnten bestimmte Pestizide auf der Oberfläche, zum Beispiel Thiabendazol oder Phosmet, weitgehend entfernt werden. Mit Ultraschall verstärkte sich der Effekt sogar noch», fassen die Verbraucherschützer die Ergebnisse zusammen.
Für den Alltag ist das aber nur eingeschränkt relevant. Die Verbraucherzentrale betont, dass sich nicht alle Pestizide mit Wasser oder Natron lösen lassen. Fettlösliche Wirkstoffe können sich in der Wachsschicht von Obst wie Äpfeln einlagern. Systemische Pestizide dringen teils sogar ins Fruchtfleisch ein und bleiben auch nach gründlichem Waschen bestehen.
Die Untersuchung zeigt zwar, dass Natron bestimmte Pestizide auf der Oberfläche besser entfernen kann. Viele Wirkstoffe sitzen jedoch in der Wachsschicht oder im Fruchtfleisch. Deshalb ersetzt Natron gründliches Waschen nicht.
Warum Wasser meistens ausreicht
Als praktische Einordnung bleibt deshalb vor allem normales Abspülen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Obst und Gemüse unter fließendem Wasser zu reinigen. Festere Sorten lassen sich zusätzlich kräftig abreiben, etwa mit einem Mikrofasertuch oder einer Bürste. Weiches Obst kann etwas länger abgespült werden.
Von einem längeren Wasserbad raten Verbraucherschützer eher ab. Dabei können wasserlösliche Nährstoffe wie Vitamin C ins Wasser übergehen. Wer Rückstände möglichst weit vermeiden will, fährt mit Bio-Obst und Bio-Gemüse oft besser.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung ordnet die Belastung in Deutschland als unbedenklich ein. Für Pflanzenschutzmittel gelten gesetzlich festgelegte Höchstmengen, die in der Regel eingehalten werden. Im Alltag spricht damit wenig für eine Natronwäsche und viel für gründliches Abspülen mit Wasser. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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