Neue KI-Überwachung in Mainz: Freibad setzt auf Kameras

Auch 2026 gab es bereits Badetote in Rheinland-Pfalz. (Symbolfoto) | Foto: Sebastian Kahnert/dpa
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Rheinland Pfalz. Mehr Sicherheit im Freibad durch Technik: In mehreren Bädern des Landes unterstützt inzwischen Künstliche Intelligenz die Aufsicht im Wasser. Kamerasysteme erkennen ungewöhnliche Bewegungen und schlagen Alarm. Retten müssen am Ende jedoch weiterhin Menschen.

Gerade Badeunfälle passieren oft still. Darauf weist die Deutsche Lebens Rettungs Gesellschaft hin. „Ertrinken geschieht häufig leise und unauffällig“, erklärt DLRG Sprecher Marco Vogt in Rheinland Pfalz. Technik könne daher als zusätzliches Auge dienen.

Kameras erkennen auffällige Bewegungen

In Schwimmbädern analysieren Kameras das Geschehen im Wasser. Die Systeme erkennen etwa längeres Untertauchen oder reglose Personen. In solchen Fällen wird das Personal sofort informiert. Teilweise erhalten Bademeister den Alarm direkt auf eine Smartwatch. Auch die genaue Position im Becken wird angezeigt.

Die Technik kann mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen.

  • Dauerhafte Beobachtung des Beckens
  • Schnelles Erkennen ungewöhnlicher Bewegungsmuster
  • Genauere Ortung von Personen im Wasser
  • Entlastung des Aufsichtspersonals

Nach Angaben der DLRG verbessert das die Reaktionszeit. Gerade bei unübersichtlichen Situationen kann das entscheidend sein.

Einsatz bereits in Mainz und Koblenz

Im Taubertsberg Bad in Mainz wird die Technik seit dem vergangenen Jahr im Nichtschwimmerbecken des Freibades eingesetzt. Nach der Generalsanierung soll sie auch im Schwimmerbecken des neuen Sport und Familienbades genutzt werden. Die Stadt berichtet bislang von guten Erfahrungen.

Auch im Moselbad in Koblenz überwachen Kameras mit KI Unterstützung den Badebetrieb.

Hohe Kosten und offene Datenschutzfragen

Die Systeme gelten jedoch nicht als Allheilmittel. Nach Angaben der DLRG kann die Technik Fehlalarme auslösen oder bei schlechter Sicht an Grenzen stoßen. Außerdem bleiben rechtliche Fragen offen.

Im Freizeitbad Rheinwelle in Gau Algesheim wird deshalb bislang auf KI verzichtet. Dort verweisen Verantwortliche auf ungeklärte Fragen zum Datenschutz und zur Haftung. Auch die Kosten spielen eine Rolle. Anschaffung und Installation können fünf bis sechsstellige Beträge erreichen. Hinzu kommen Wartung, Software Updates und Betrieb.

Eines sei jedoch klar, betont DLRG Sprecher Vogt. „KI kann nicht retten, reanimieren, beruhigen, entscheiden und Verantwortung übernehmen.“ Sie sei eine Assistenztechnik und ersetze keine Aufsicht.

Badeunfälle passieren oft außerhalb von Freibädern

Nach Angaben der Statistik starben im vergangenen Jahr in Rheinland Pfalz 15 Menschen beim Baden oder Schwimmen. Auch in diesem Jahr gab es bereits tödliche Unfälle. Darunter ein vierjähriger Junge in einem Freibad in Ludwigshafen und ein elfjähriger Junge in Birlenbach im Rhein Lahn Kreis.

Die meisten Unfälle ereignen sich jedoch in Seen, Flüssen oder Teichen. Dort ist die Lage für Rettungskräfte deutlich schwieriger. Trübes Wasser, große Flächen und Pflanzen erschweren die Suche.

KI kann dort vor allem bei der Suche nach Vermissten helfen. Die DLRG setzt dafür auch Sonargeräte mit KI Unterstützung ein, um schneller unter Wasser nach Körpern zu suchen.

Wichtig bleibt dennoch die eigene Aufmerksamkeit. Nach Angaben der DLRG liegt die Aufsichtspflicht im Schwimmbad in erster Linie bei den Eltern. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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