Nachhaltige Hühnerrassen-Kreuzung: Was sie für Eier und Fleisch bringt
- Symbolbild: Kreuzungen aus alten Hühnerrassen und modernen Linien können Leistung und Robustheit verbinden. Das zeigt das Projekt „ÖkoGen“ unter Beteiligung der BLE.
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Nachhaltige Hühnerrassen Kreuzung. Für den Einkauf von Eiern oder Hähnchenfleisch kann es künftig relevanter werden, welche Tiere dahinterstehen: Kreuzungen aus alten, einheimischen Hühnerrassen und modernen Zuchtlinien können Leistung und Tierwohl verbinden und gleichzeitig zur Erhaltung der Vielfalt beitragen.
Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fasst dazu Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „ÖkoGen“ zusammen, in dem gezielte Kreuzungen auf Praxisnutzen geprüft wurden, vor allem für den Ökolandbau, aber auch mit Blick auf konventionelle Haltungsformen.
Im Alltag steckt der Nutzen vor allem in der Einordnung, dass „alt“ und „leistungsfähig“ kein Widerspruch sein müssen: Bestimmte Kreuzungen erreichen eine gute Legeleistung und kommen gleichzeitig mit regionalen, energiereduzierten Futtermitteln zurecht, wenn Fütterung und Genetik zusammenpassen.
Was die Studie zu Leistung, Tierwohl und Risiken zeigt
Im Projekt wurden unter anderem alte Rassen wie Ramelsloher und Bielefelder Kennhuhn mit Elterntieren aus der Wirtschaftsgeflügelzucht kombiniert und anschließend breit untersucht. Bewertet wurden Leistung, Tiergesundheit, Robustheit, Verhalten und Anpassungsfähigkeit.
Wichtige Ergebnisse in der Übersicht:
- Die Kreuzungen mit leistungsstarken Elterntieren erzielten eine gute Legeleistung, ohne dass sich der Kalziumhaushalt negativ veränderte.
- Gleichzeitig zeigte sich ein leicht erhöhtes Risiko für Brustbeinfrakturen. Die BLE ordnet ein, dass dieses Risiko auch von weiteren Faktoren abhängt, zum Beispiel Haltungsbedingungen, Zeitpunkt des Legebeginns und Fütterung.
- Tierwohlindikatoren und Verhaltenstests ergaben für Reinzuchten und Kreuzungen ein hohes Tierwohlniveau. Kreuzungstiere schnitten dabei besser ab.
- Unter Versuchs- und Praxisbedingungen konnten die Kreuzungen regionale, energiereduzierte Futtermittel gut verwerten. Entscheidend war, die Fütterung an Genetik und Haltungsform anzupassen.
- Es gab Hinweise, dass sich Genotypen bei der Toleranz gegenüber Parasitenbefall unterscheiden können.
Warum das auch für Verbraucher relevant ist
Auch wenn die Forschung vor allem Zucht und Haltung adressiert, lässt sich daraus für Kaufentscheidungen eine praktische Einordnung ableiten: Wenn Betriebe Tiere einsetzen, die an die jeweilige Haltungsform und Fütterung besser angepasst sind, kann das Spielraum schaffen, Tierwohlziele und Effizienz gleichzeitig zu erreichen.
Dazu passt ein weiteres Ergebnis aus „ÖkoGen“: Bei der Reaktion auf eine Impfung gegen die Newcastle-Krankheit punkteten in der Immunkompetenz vor allem die alten, einheimischen Rassen. Das ist keine Garantie für ein bestimmtes Produkt im Regal, zeigt aber, dass Robustheit als Zuchtziel messbar ist.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet den Abschlussbericht in der PTBLE-Datenbank unter service.ble.de.
Unterm Strich zeigt die Einordnung der BLE: Eine nachhaltige Hühnerrassen-Kreuzung kann sich lohnen, wenn Haltung und Fütterung zur Genetik passen und bekannte Risiken wie Brustbeinfrakturen in der Praxis mitbedacht werden.
Autor:Meike Jakob aus Landau |