Mobilfunkvertrag wechseln: Studie zeigt die häufigsten Hürden
- Mobilfunkvertrag wechseln und Tarif per App verwalten. Umfrage nennt Vertragslaufzeiten, Komplexität und Hotline-Wartezeiten als Hürden.
- Foto: fraenk - die Mobilfunk App/Jan-Thore Claußen
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Mobilfunkvertrag wechseln. Wechselbarrieren entstehen laut einer Umfrage vor allem durch Vertragslaufzeiten, komplizierte Tarifwechsel und die Sorge vor schlechterem Netz.
Wer den Mobilfunktarif eigentlich anpassen oder wechseln will, schiebt es oft vor sich her, weil Bedingungen unübersichtlich wirken oder der Aufwand hoch erscheint. Praktisch heißt das: Ein Vertrag bleibt bestehen, obwohl Kosten oder Leistungen nicht gut passen.
Das zeigt der „Mobilfunk-Schreckensreport“ von fraenk, veröffentlicht von fraenk – die Mobilfunk App. Die Ergebnisse stammen aus einer Online-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Civey mit 5.000 Teilnehmenden ab 18 Jahren in Deutschland.
Was laut Umfrage den Wechsel ausbremst und Geld kosten kann
Ein zentraler Befund: Nur 43 Prozent der Befragten geben an, mit dem aktuellen Mobilfunktarif zufrieden zu sein und deshalb nicht wechseln zu wollen. Gleichzeitig berichtet mehr als jede dritte Person von einem unerfüllten Wechselwunsch. Genannt werden vor allem diese Hürden:
- Vertragslaufzeiten als Bindung, die einen Wechsel verhindert. Das nennen 14 Prozent.
- Kompliziert empfundene Tarifwechsel. Das nennen 10 Prozent.
- Sorge vor schlechterem Netz beim neuen Anbieter. Das nennen 9 Prozent.
Bei Jüngeren fällt laut Umfrage besonders auf: Unter 29 Jahren bleibt nur etwa jede fünfte Person aus Zufriedenheit. Der Rest bleibt häufiger, weil ein Wechsel als zu kompliziert empfunden wird oder als zusätzlicher Aufwand.
Neben dem Wechselthema beschreibt die Umfrage zwei typische Kostenfallen, die im Alltag relevant sein können:
- Gefühlte Überzahlung. Fast jede vierte Person schätzt, zu viel zu zahlen.
- Leistungen, die nicht genutzt werden. Ein Drittel gibt an, für Leistungen zu bezahlen, die nicht genutzt werden, etwa zu viel Datenvolumen.
Als Einordnung nennt die Mitteilung einen Vergleichswert: Nach Daten des Statistischen Bundesamts nutzt der Durchschnitt 10,3 Gigabyte pro Monat. Das kann helfen, das eigene Datenpaket grob gegen den tatsächlichen Bedarf zu spiegeln.
Hinzu kommt laut Umfrage ein weiterer Alltagseffekt: Drei von zehn Befragten haben schon einmal unbeabsichtigt eine Zusatzleistung oder Vertragsverlängerung gebucht, bei Jüngeren sogar fast jede zweite Person.
Warum viele trotz App weiter bei Hotline und AGB hängen bleiben
Eine App für den Mobilfunkvertrag ist für viele zwar Standard, die Erwartungen gehen aber weiter. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich eine App, mit der sich der Tarif komplett eigenständig verwalten lässt.
Die Realität ist laut Report oft weniger bequem. Wenn Funktionen fehlen, landet vieles beim Kundenservice. Jede dritte Person mit Hotline-Kontakt hat nach eigenen Angaben mindestens einmal 30 Minuten oder länger in einer Warteschleife verbracht.
Auch die Vertragsdetails werden häufig nur oberflächlich geprüft. Sieben von zehn Befragten lesen die AGB des Mobilfunkvertrags nicht oder überfliegen sie nur grob. Jüngere beachten die AGB laut Umfrage häufiger als ältere, am Ende wird die Länge und Komplexität aber als Hürde über Altersgruppen hinweg beschrieben.
Wie Tarife im Alltag gewählt werden und was das praktisch bedeutet
Bei der Tarifwahl zählen laut Befragung vor allem Orientierungshilfen, die als vergleichsweise unabhängig wahrgenommen werden. Am häufigsten werden genutzt:
- Vergleichsportale, 35 Prozent.
- Eigene Erfahrungen mit früheren Anbietern, 34 Prozent.
- Testberichte, 30 Prozent.
- Empfehlungen von Freundinnen, Freunden oder Familie, 25 Prozent.
Werbeeinflüsse spielen laut Umfrage eine kleinere Rolle. Praktisch ist der Punkt „Vertrauen“ dennoch messbar, weil persönliche Empfehlungen in einem unübersichtlichen Markt als Entscheidungshilfe dienen.
Im Report beschreibt fraenk als Anbieter, wie eigene Prozesse und Funktionen angelegt sind, etwa monatliche Kündbarkeit, Einrichtung per eSIM, Drittanbietersperre und Verwaltung per App. Der Report selbst ist online abrufbar unter https://fraenk.de/mobilfunk-schreckensreport.
Unterm Strich zeigt die Umfrage vor allem eines: Wenn Mobilfunkverträge als kompliziert erlebt werden, bleiben viele länger als geplant, selbst wenn Preis, Datenvolumen oder Service nicht gut zum Alltag passen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |