MMS am Handy endet: Ab 30. Juni stellen Netze den Dienst ein
- MMS-Dämmerung mangels Nachfrage: Vodafone hat den Dienst bereits abgeschaltet, am 30. Juni ziehen auch Telekom, Telefónica (o2) und 1&1 den Stecker.
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MMS abschaffen. Wer noch Fotos oder Töne per MMS verschickt, muss bald auf andere Wege umstellen. Die großen deutschen Mobilfunkanbieter beenden den Dienst zum Monatsende, weil er technisch überholt ist und kaum noch genutzt wird.
Eine SMS mit angehängtem Foto war lange das Prinzip der sogenannten MMS. Doch im Alltag spielte der Dienst kaum noch eine Rolle. Messenger wie WhatsApp, Signal oder Threema sowie moderne Chatstandards haben ihn längst verdrängt.
Mobilfunkanbieter beenden MMS zum 30. Juni
Die Telekom, Telefónica (o2) und 1&1 stellen den Dienst am Montag, 30. Juni, ein. Darauf weisen die Unternehmen auf ihren Hilfeseiten hin. Vodafone hatte MMS bereits im Januar vor drei Jahren abgeschaltet.
Für Nachrichten mit Bildern, Videos oder größeren Anhängen verweisen die Netzbetreiber vor allem auf den Nachfolgestandard RCS. Dieser ist in vielen vorinstallierten Nachrichten-Apps integriert, etwa bei Google Messages oder iMessage.
Hohe Kosten und sehr kleine Dateien
Ein Grund für das Aus der MMS sind die vergleichsweise hohen Preise. Je nach Tarif kostete eine Nachricht meist zwischen 39 und 79 Cent.
Auch technisch ist der Dienst deutlich eingeschränkt. Anhänge dürfen nur etwa 0,3 Megabyte groß sein. Moderne Messenger ermöglichen dagegen den Versand deutlich größerer Fotos, Videos oder Sprachnachrichten ohne zusätzliche Kosten.
RCS funktioniert ähnlich wie bekannte Messenger
Der Nachfolgestandard RCS bietet Funktionen, die Nutzer aus Messenger-Apps kennen. Dazu gehören Zustellbestätigungen, Lesebestätigungen und eine Anzeige, wenn jemand gerade tippt.
Die Kosten entsprechen in der Regel einer normalen SMS. In vielen Mobilfunktarifen fällt dafür kein zusätzlicher Preis an, weil SMS-Flatrates üblich sind. Werden Fotos oder Videos verschickt, wird lediglich Datenvolumen verbraucht, wenn kein WLAN genutzt wird.
Damit verschwindet mit der MMS ein früher Versuch, Multimedia direkt über das Mobilfunknetz zu verschicken. Im Alltag übernehmen inzwischen Messenger und moderne Chatstandards diese Aufgabe. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |