Mit Wärmepumpe im Sommer kühlen: Voraussetzungen im Haus

Kühlen mit Wärmepumpe über das Heizsystem, Voraussetzungen und Kondenswasserschutz. | Foto: STIEBEL ELTRON
  • Kühlen mit Wärmepumpe über das Heizsystem, Voraussetzungen und Kondenswasserschutz.
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Wärmepumpe im Sommer kühlen. Mit einer Wärmepumpe lassen sich Wohnräume im Sommer über das vorhandene Heizsystem temperieren, wenn die Anlage eine Kühlfunktion hat und das Haus technisch gegen Kondenswasser abgesichert ist.

Gerade bei mehreren heißen Tagen am Stück kann das den Unterschied machen zwischen aufgeheizten Räumen am Abend und einem spürbar angenehmeren Raumklima, ohne dass zwingend eine separate Klimaanlage eingebaut werden muss.

Wie das Prinzip funktioniert, beschreibt der Haustechnik-Hersteller STIEBEL ELTRON: Während die Wärmepumpe im Winter Umweltwärme auf ein höheres Temperaturniveau „pumpt“ und an das Heizungswasser abgibt, wird beim Kühlen kaltes Heizungswasser durch die Flächen im Haus geführt. Dieses Wasser nimmt Wärme aus dem Raum auf. Die Wärmepumpe entzieht dem Wasser diese Wärme und gibt sie anschließend nach draußen an die Umgebungsluft ab.

Welche Technik im Haus erfüllt sein muss

Damit das Kühlen über die Heizungsanlage funktioniert, müssen laut STIEBEL ELTRON mehrere Punkte zusammenpassen:

  • Reversible Wärmepumpe: Die Heizungswärmepumpe muss eine Kühlfunktion unterstützen. Technisch heißt das, der Kreislauf muss umkehrbar sein.
  • Geeignete Isolierung von Speicher und Leitungen: Weil beim Kühlen relativ kaltes Heizungswasser vorgehalten und durch Rohre transportiert wird, braucht es eine dampfdiffusionsdichte Isolierung. Ziel ist, dass sich außen an Leitungen oder Bauteilen kein Kondenswasser bildet.
  • Feuchteüberwachung im Raum: Mindestens in einem Raum, häufig im Wohnzimmer, ist eine Bedieneinheit sinnvoll, die die Luftfeuchte kontinuierlich erfasst. So kann die Temperatur des kühlenden Heizungswassers angepasst werden, damit ebenfalls kein Kondensat entsteht.

In der Praxis ist das ein wichtiger Unterschied zur klassischen Klimaanlage. Die Kühlung über Wasserflächen arbeitet typischerweise mit kleineren Temperaturdifferenzen, was das Risiko von „Kaltluftzug“ senkt. Gleichzeitig ist die Kontrolle von Luftfeuchte und Vorlauftemperatur entscheidend, damit sich an kalten Oberflächen kein Wasser niederschlägt.

Am einfachsten klappt es mit Fußboden- oder Deckenheizung

Am leichtesten lässt sich die Kühlung laut dem von STIEBEL ELTRON zitierten Diplom-Ingenieur Henning Schulz mit Flächenheizungen umsetzen, also mit Fußboden-, Decken- oder Wandheizung. Der Grund ist die große Fläche: Die Wärme aus dem Raum kann über viel Oberfläche an das Heizungswasser abgegeben werden. Dadurch sind nicht extrem kalte Wassertemperaturen nötig.

Ohne Flächenheizung ist Kühlen grundsätzlich möglich, erfordert aber meist zusätzlichen Aufwand. Genannt werden dafür spezielle Heizkörper oder zusätzliche Geräte und bauliche Maßnahmen.

Wer prüfen will, ob eine bestehende Anlage bereits kühlen kann oder ob eine Nachrüstung realistisch ist, findet laut Anbieter über die Fachpartner-Suche passende SHK-Betriebe nach Postleitzahl unter www.stiebel-eltron.de/fachpartnersuche.

Unterm Strich gilt: Kühlen mit Wärmepumpe ist eine praktikable Option, wenn Gerät, Dämmung und Feuchteschutz im Haus zusammenpassen.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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