Mehr Komfort beim Radfahren: So passt der Reifendruck
- Zu wenig Luft? Zu viel? Der richtige Reifendruck steht meist direkt auf der Reifenflanke.
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Reifendruck beim Fahrrad. Der richtige Luftdruck entscheidet darüber, wie leicht ein Fahrrad rollt, wie sicher es sich fährt und wie oft es zu Pannen kommt. Schon kleine Abweichungen können Komfort, Tempo und Grip spürbar verändern. Der Auto Club Europa (ACE) erklärt, worauf Radfahrer im Alltag achten sollten.
Ein zu niedriger Druck macht das Rad träge und erhöht den Kraftaufwand beim Treten. Ein zu hoher Druck reduziert dagegen Komfort und Haftung auf unebenen Wegen. Entscheidend ist daher ein Wert innerhalb der vom Hersteller empfohlenen Spanne.
Empfohlene Druckwerte stehen auf der Reifenflanke
Der passende Luftdruck lässt sich meist direkt am Reifen ablesen. Auf der Seitenwand geben Hersteller einen minimalen und maximal zulässigen Druck an. Diese Werte werden in bar oder PSI angegeben.
Innerhalb dieser Spanne lässt sich der Druck an Nutzung und Gewicht anpassen.
- Mehr Gepäck oder höheres Körpergewicht erfordern meist etwas mehr Druck.
- Bei geringerer Beladung kann der Druck entsprechend niedriger liegen.
Der ACE empfiehlt außerdem, das Hinterrad etwas stärker aufzupumpen als das Vorderrad. Hintergrund ist die höhere Belastung auf der Hinterachse. Als grobe Orientierung nennt der Verkehrsclub etwa fünf bis zehn Prozent mehr Druck.
- Beispiel: Befinden sich im Vorderreifen etwa 3,5 bar, können im Hinterreifen rund 3,8 bar sinnvoll sein.
- Wichtig bleibt, dass beide Werte innerhalb der vom Hersteller angegebenen Spanne bleiben.
Regelmäßige Kontrolle verhindert schleichenden Luftverlust
Wie oft der Reifendruck geprüft werden sollte, hängt laut ACE stark vom Einsatzzweck ab. Rennradfahrer sowie Trail- und Downhill-Fahrer kontrollieren häufig vor jeder Fahrt.
Für Pendler oder Alltagsradler reicht meist ein Blick alle ein bis zwei Wochen. Mit der Zeit entsteht ein Gefühl dafür, wann Luft fehlt. Typische Hinweise sind ein schwammiges Fahrgefühl oder ein deutlich höherer Kraftaufwand beim Treten.
Der Luftverlust erfolgt meist langsam. Dadurch fällt er im Alltag oft erst spät auf. Wenn sich der Reifen sichtbar verformt oder weich wirkt, ist in der Regel bereits deutlich zu wenig Luft vorhanden.
Druck je nach Strecke anpassen
Ein höherer Luftdruck reduziert grundsätzlich den Rollwiderstand. Gerade bei E‑Bikes kann das die Reichweite erhöhen.
Allerdings sinken mit steigendem Druck Komfort und Haftung auf lockerem Untergrund. Wer auf einer Tour längere Abschnitte über Schotter, Wald- oder Feldwege fährt, kann deshalb mit etwas weniger Druck mehr Grip erreichen.
Praktisch sind unterwegs kleine Akkuluftpumpen oder Pumpen mit Manometer. Damit lässt sich der Druck während einer Tour anpassen und kontrollieren.
Reifenprofil und Breite beeinflussen Fahrverhalten
Neben dem Luftdruck spielt auch der Reifentyp eine Rolle. Unterschiedliche Profile sind auf verschiedene Untergründe ausgelegt.
- Breitere Reifen bieten meist mehr Komfort und Haftung.
- Schmale Reifen mit wenig Profil rollen besonders leicht auf Asphalt.
- Grobstollige Reifen verbessern Traktion und Spurführung auf matschigen oder losen Wegen.
Als Kompromiss nennt der ACE Stollenreifen mit durchgehender Mittelspur. Sie rollen auf Asphalt relativ ruhig und bieten auf Schotter oder Schlamm dennoch zusätzlichen Halt.
Auch Fahrradreifen haben eine begrenzte Lebensdauer
Für Fahrradreifen gibt es zwar keine gesetzliche Mindestprofiltiefe wie beim Auto. Dennoch empfiehlt der ACE, das Profil nicht vollständig abzufahren.
Werden Reifen hart, spröde oder zeigen Risse im Gummi, sollten sie ersetzt werden. Selbst bei scheinbar ausreichendem Profil kann sonst im ungünstigen Moment ein plötzlicher Reifenplatzer drohen. Ein korrekt eingestellter Reifendruck bleibt damit eine der einfachsten Maßnahmen für sicheres und effizientes Radfahren. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |