Lärm im Alltag: So lässt sich Kindergehör besser schützen
- Wenn Spielzeug piept und Videos über Kopfhörer laufen, wird es schnell zu laut. Moderate Lautstärke und regelmäßige Hörpausen entlasten Kinderohren im Alltag.
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Kindergehör vor Lärm schützen. Wer bei Spielzeug und Kopfhörern die Lautstärke begrenzt und Pausen einplant, kann das Risiko für Hörprobleme im Kindergarten- und Vorschulalter im Alltag spürbar senken.
Straßenverkehr, Baustellen oder dauernd laufende Geräte zu Hause erzeugen oft eine Geräuschkulisse, die auf Dauer stresst. Nach Einschätzung der Aktion Das sichere Haus. Deutsches Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e. V. (DSH) reagieren schon Vorschulkinder darauf nicht selten mit Nervosität, Unruhe oder aggressivem Verhalten.
DSH weist anlässlich des Tags gegen Lärm am Dienstag, 29. April darauf hin, dass viele Kinder zur Einschulung keine altersgerechte Hörwahrnehmung mitbringen können. Das kann sich ungünstig auf die Sprachentwicklung und später auch auf den Schulalltag auswirken. Zudem gilt, dass Dauerlärm die empfindlichen Haarzellen im Innenohr schädigen kann. Sind diese zerstört, wachsen sie nicht nach.
Woher der Lärm kommt und was im Alltag am meisten zählt
Neben Umgebungsgeräuschen spielen ausgerechnet typische Kinder-Alltagsquellen eine Rolle.
- Elektronisches Spielzeug mit Ton kann sehr laut sein, besonders wenn es direkt ans Ohr gehalten wird.
- Kopfhörer gehören für viele Kinder zum Alltag, zum Musikhören oder beim Anschauen von Videos. Hohe Lautstärken über längere Zeit können das Gehör belasten.
- Fehlende Hörpausen machen es schwerer, dass sich Ohren und Nervensystem erholen.
Praktisch entscheidend ist weniger ein einzelnes lautes Ereignis als eine dauerhaft hohe Lautstärke ohne Unterbrechung. Im Familienalltag heißt das vor allem, die Lautstärke an Geräten moderat zu halten und regelmäßige Pausen einzuplanen, wenn Kinder mit Ton-Spielzeug oder Kopfhörern unterwegs sind.
Spielerisch üben: Genau hinhören und Rücksicht nehmen
Kinder können früh lernen, achtsam mit Geräuschen umzugehen. Als Beispiel nennt DSH das Bilderbuch "Upsi und der laute Seebär", das gemeinsam mit der Unfallkasse Berlin herausgegeben wurde. Darin verursacht ein brüllender Seebär so viel Lärm, dass die anderen Tiere kaum schlafen können. Upsi und seine Freunde suchen die Ursache und zeigen, warum bewusstes Zuhören und Rücksicht wichtig sind.
Das Buch kann über die DSH-Seite bestellt werden unter https://das-sichere-haus.de/broschueren/upsi-buecher. Weitere Infos zum Aktionstag stehen unter www.tag-gegen-laerm.de.
Unterm Strich ist die wichtigste Konsequenz im Alltag, Lärmquellen bei Kindern früh zu begrenzen, damit Hören und Sprachentwicklung nicht unnötig belastet werden. [red]
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |