Kopfläuse erkennen: So prüfen Eltern Kinder richtig

Gründliche Untersuchung ist entscheidend: Mit einem Läusekamm und einer Haarspülung lassen sich Läuse und Eier im feuchten Haar am zuverlässigsten aufspüren. | Foto: dpa
  • Gründliche Untersuchung ist entscheidend: Mit einem Läusekamm und einer Haarspülung lassen sich Läuse und Eier im feuchten Haar am zuverlässigsten aufspüren.
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Kopfläuse erkennen. Wenn Kita oder Schule einen Fall melden, lässt sich ein Befall oft nur durch gründliches Auskämmen sicher feststellen. Eine kurze Sichtkontrolle reicht meist nicht aus, weil die kleinen Parasiten leicht übersehen werden.

Meldungen über Kopfläuse gehören in vielen Kitas und Schulen zum Alltag. Für Familien bedeutet das vor allem eines. Die Haare des Kindes sollten zeitnah kontrolliert werden, damit ein möglicher Befall früh entdeckt und behandelt wird.

Juckreiz ist zwar ein typisches Zeichen, tritt aber nicht immer auf. Deshalb empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf der Internetseite „Kindergesundheit-info.de“, die Haare systematisch mit einem speziellen Läusekamm zu untersuchen.

Mit Spülung und Läusekamm gründlich kontrollieren

Eine einfache Sichtkontrolle im trockenen Haar gilt als unzuverlässig. Deutlich sicherer ist das sogenannte Auskämmen im feuchten Haar.

  1. Das Haar zunächst anfeuchten und eine Haarspülung auftragen. Dadurch lässt sich das Haar leichter kämmen und Läuse bewegen sich langsamer.
  2. Dickes oder lockiges Haar zuerst mit einem groben Kamm entwirren.
  3. Anschließend Strähne für Strähne mit einem feinzinkigen Läusekamm aus Metall von der Kopfhaut bis zu den Spitzen durchkämmen. Solche Kämme sind in Apotheken oder Sanitätshäusern erhältlich.
  4. Nach jeder Strähne den Kamm auf einem Stück Küchenpapier ausstreichen. Darauf lassen sich mögliche Läuse, Jungläuse oder Eier erkennen.
  5. Eine Lupe kann helfen, sehr kleine Jungläuse – sogenannte Nymphen – besser zu sehen.

Das Robert Koch-Institut rät, sich für diese Kontrolle ausreichend Zeit zu nehmen. Besonders bei geringem Befall sind oft nur einzelne Tiere vorhanden. Um sicherzugehen, kann die Untersuchung an mehreren Tagen wiederholt werden.

So sehen Läuse und ihre Eier aus

Ausgewachsene Kopfläuse werden bis zu drei Millimeter groß und sind mit bloßem Auge sichtbar. Sie erscheinen grau und nach einer Blutmahlzeit eher rötlich. Jungläuse sind kleiner.

Noch winziger sind die Eier der Läuse. Sie messen etwa 0,8 Millimeter, sind tropfenförmig und gelblich bis bräunlich. Die Eier kleben dicht an der Kopfhaut fest am Haar und werden vom Kamm nicht immer erfasst. Besonders gründlich sollten daher Schläfen, Nacken und der Bereich hinter den Ohren kontrolliert werden.

Sind die Eihüllen weißlich und mehr als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt, handelt es sich meist um leere Hüllen, sogenannte Nissen. Sie weisen auf einen früheren Befall hin, sind aber nicht mehr ansteckend.

Behandlung erfolgt in zwei Schritten

Werden tatsächlich Läuse gefunden, erfolgt die Behandlung in der Regel mit einem Läusemittel. Dieses wird einmal angewendet und nach acht bis zehn Tagen erneut.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt zusätzlich, zwischen den beiden Anwendungen und noch etwa zwei Wochen danach alle paar Tage erneut auszukämmen. So lässt sich kontrollieren, ob noch Läuse, Nymphen oder Eier vorhanden sind.

Nach dem Infektionsschutzgesetz besteht außerdem eine Meldepflicht. Eltern müssen den Kopflausbefall ihres Kindes der Kita oder Schule mitteilen, auch wenn die Behandlung bereits begonnen hat. Frühzeitige Kontrolle und Behandlung helfen, eine weitere Verbreitung in der Einrichtung zu vermeiden. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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