Kann Sex dem Baby schaden? Ärztin klärt die wichtigsten Fragen

Bald zu dritt, aber vorher noch etwas Spaß zu zweit? Eine Schwangerschaft verändert das Sexleben. | Foto: dpa
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Schwangerschaft. Intimität ist für viele Paare auch mit wachsendem Bauch möglich und medizinisch meist unbedenklich. Entscheidend ist, ob Komplikationen vorliegen und wie sich die Schwangere fühlt.

Viele Paare fragen sich, ob Geschlechtsverkehr dem ungeborenen Kind schaden kann. Die Gynäkologin Carmina Mehlhart gibt Entwarnung: «Grundsätzlich ist Sex während der Schwangerschaft gut.» Voraussetzung ist, dass keine medizinischen Risiken bestehen und beide Partner sich damit wohlfühlen.

Das Baby ist im Mutterleib gut geschützt. Weder Penis noch Orgasmus können dem Kind etwas anhaben.

Bei bestimmten Risiken raten Ärzte zur Vorsicht

Entscheidend ist, ob eine sogenannte Risikoschwangerschaft vorliegt. In einigen Situationen sollte vor dem Geschlechtsverkehr unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden, etwa bei

  • Blutungen
  • einer Gebärmutterhalsverkürzung
  • einer Fehllage der Plazenta (Plazenta praevia)

In solchen Fällen kann es notwendig sein, zeitweise auf Sex zu verzichten. Liegen keine Komplikationen vor, spricht medizinisch meist nichts dagegen.

Sex kann Nähe stärken und Hormone freisetzen

Intimität kann in dieser Phase sogar positive Effekte haben. «Es wird Oxytocin ausgeschüttet - das Bindungshormon.» Nähe und Zuneigung können damit auch emotional stabilisierend wirken.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann Sex unter Umständen sogar eine Rolle bei der Geburtsvorbereitung spielen. «Im Ejakulat, also den Spermien, sind geringe Mengen an Prostaglandinen enthalten», sagt Carmina Mehlhart. Diese hormonähnlichen Botenstoffe könnten dazu beitragen, dass der Muttermund weicher wird. Deshalb wird Sex gelegentlich auch als «natürliche Einleitungsmethode» bezeichnet.

Libido verändert sich oft während der Schwangerschaft

Wie stark das Bedürfnis nach Sex ist, fällt sehr unterschiedlich aus. «Bei manchen Frauen ist die Libido in der Schwangerschaft sogar erhöht, weil das kleine Becken stärker durchblutet ist», erklärt Carmina Mehlhart.

Andere verspüren weniger Lust. Gründe können Übelkeit, Müdigkeit, körperliche Veränderungen oder Unsicherheit sein. Auch das gilt als normal.

Mit wachsendem Bauch können manche gewohnten Positionen schwieriger werden. Positionen mit wenig Druck auf den Bauch gelten häufig als angenehmer, etwa die Löffelchen- oder die Reiterstellung.

Sexualität verändert sich in der Schwangerschaft körperlich und emotional. Für viele Paare bedeutet das, neue Formen der Nähe zu entdecken. dpa

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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