Käfer in Deutschland: Warum sie für Böden und Kreisläufe so wichtig sind
- Beim Spaziergang oder im Garten fallen Käfer oft erst auf den zweiten Blick auf. Wer typische Arten kennt, versteht leichter, warum sie Boden und Naturkreisläufe stabil halten.
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Käfer entdecken. Wer Käfer im Garten oder beim Spaziergang wahrnimmt, versteht schneller, warum „Krabbler“ ganz konkret Boden, Pflanzenreste und sogar Hygiene in der Natur stabil halten.
Käfer stehen für Vielfalt wie kaum eine andere Tiergruppe. Weltweit sind rund 400.000 Arten beschrieben, in Deutschland sind derzeit etwa 7.000 Käferarten bekannt. Auf diese Einordnung verweist auch die Deutsche Wildtier Stiftung, die darauf aufmerksam macht, dass Käfer oft übersehen werden, obwohl viele Ökosysteme auf sie angewiesen sind.
Im Alltag zeigt sich das vor allem indirekt. Käfer zersetzen totes Material, belüften den Boden, bringen den Nährstoffkreislauf in Gang und können im Garten dazu beitragen, dass Blattläuse nicht überhandnehmen. Gemeinsam haben alle Käfer sechs Beine, zwei Fühler und verhärtete Vorderflügel, die Deckflügel. Sie wirken wie ein kleiner Panzer und schützen die Hinterflügel, mit denen viele Arten fliegen. Nicht alle Käferarten können fliegen.
Beispiele, die helfen, Käfer richtig einzuordnen
Ein Blick auf einzelne Arten macht verständlich, wie unterschiedlich „Käfer-Nutzen“ aussehen kann.
- Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) kann bis zu neun Zentimeter lang werden. Er gilt damit als größter Käfer Deutschlands und Europas. Auffällig sind die geweihähnlichen Oberkiefer der Männchen.
- Winzige Flohkäfer sind extreme Springer. Mit einem Sprung überwinden sie eine Distanz, die etwa dem Hundertfachen ihrer Körperlänge entspricht. Das ist vor allem eine Fluchtstrategie vor Fressfeinden.
- Der Große Bombardierkäfer (Brachinus crepitans) nutzt Abwehr statt Tarnung. Mit einem Knall schießt er ein heißes, ätzendes Wehrsekret aus dem Hinterleib, inklusive kleiner Gaswolke.
- Der Stierkopf-Dungkäfer (Onthophagus taurus) ist ein Kraftpaket. Er kann das Tausendfache seines eigenen Körpergewichts ziehen. Damit transportiert er frischen Tierkot als Vorrat für den Nachwuchs in selbst gegrabene, unterirdische Gänge.
Gerade am Beispiel der Dungkäfer wird der Alltagsnutzen von Biodiversität greifbar. Was unangenehm wirkt, wird in der Natur verwertet und in Kreisläufe zurückgeführt. Laut der Deutschen Wildtier Stiftung tragen Arten wie der Stierkopf-Dungkäfer zu gesunden Wäldern bei. Manche Käfer beseitigen zudem Aas. Das kann das Risiko mindern, dass sich Krankheiten ausbreiten.
Wer Käfer nicht nur „zufällig“ sehen will, findet in Berlin eine digitale Möglichkeit zum Mitmachen. Die Deutsche Wildtier Stiftung bietet eine Käfer-Rallye über die App Actionbound an. Die Tour führt durch Charlottenburg-Wilmersdorf und bündelt Fakten dazu, welcher Käfer einen ganzen Frosch verspeisen kann, wie schnell besonders flinke Exemplare sind und warum die Punkte des Marienkäfers nichts mit seinem Alter zu tun haben.
Link zur Rallye: https://actionbound.com/bound/den-kaefern-hinterher-in-charlottenburg-wilmersdorf
Unterm Strich hilft ein genauerer Blick auf Käfer dabei, Naturbeobachtungen im Garten, Wald oder Park besser einzuordnen und die Rolle von Vielfalt als funktionierendes „Aufräumsystem“ der Natur zu verstehen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |