Impfschutz Herbst 2026: Wer welche Impfungen wann braucht
- Symbolbild: Im Herbst stehen für viele die Impf-Termine für Grippe, COVID-19, RSV und Pneumokokken an. Das BIÖG fasst zusammen, wer laut STIKO-Empfehlungen wann welche Impfung einplanen sollte.
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Impfschutz Herbst 2026. Für viele entscheidet sich in diesen Wochen, ob die Infekt-Saison eher mit Arztbesuchen und Ausfalltagen oder mit einem planbaren Impf-Termin startet.
Wenn im Herbst wieder mehr Zeit in Innenräumen verbracht wird, steigen typischerweise auch die Ansteckungen mit Atemwegsinfekten. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) fasst für die kalte Jahreszeit zusammen, welche Impfungen gegen Grippe, COVID-19, RSV und Pneumokokken für welche Gruppen relevant sind und wann der Zeitpunkt in der Saison am sinnvollsten ist.
Als Orientierung für die Größenordnung nennt das BIÖG Zahlen aus dem Saisonbericht des Robert Koch-Instituts zur Wintersaison 2025/26: In der Bevölkerung wurden rund 180 Millionen akute Atemwegserkrankungen gezählt, etwa 429.000 Menschen wurden wegen schwerer akuter respiratorischer Infektionen in Kliniken behandelt, rund 22.700 starben.
Welche Impfungen im Herbst eine Rolle spielen
Im Herbst geht es vor allem um vier Erregergruppen, die sich in der kälteren Jahreszeit leichter verbreiten und bei Risikogruppen eher zu schweren Verläufen führen können.
- Pneumokokken sind häufige bakterielle Auslöser von Lungenentzündungen außerhalb des Krankenhauses. Sie können auch Blutvergiftungen oder Hirnhautentzündungen verursachen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung laut BIÖG für Kinder bis 2 Jahre, für Menschen ab 60 Jahren sowie für Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder beruflichem Risiko.
- RSV betrifft nicht nur Kinder. Die STIKO empfiehlt eine einmalige RSV-Impfung für alle ab 75 Jahren. Für 60- bis 74-Jährige gilt die Empfehlung bei bestimmten schweren Grunderkrankungen sowie für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Als günstiger Zeitraum wird vor Beginn der RSV-Saison genannt, also im September oder Anfang Oktober. Für Neugeborene und Säuglinge wird zum Schutz in der ersten RSV-Saison eine Prophylaxe mit einem Antikörper beschrieben.
- COVID-19 wird inzwischen ebenfalls stärker in Herbst und Winter beobachtet. Die STIKO hat ihre Empfehlung im Juli angepasst. Laut BIÖG wird die jährliche Auffrischimpfung nun allen Personen ab 75 Jahren empfohlen, zuvor lag die Altersgrenze bei 60 Jahren. Weiterhin werden jährliche Impfungen unter anderem für Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, Schwangere bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung sowie bestimmtes medizinisches und pflegerisches Personal genannt.
- Grippe bleibt ein klassisches Herbst- und Winterthema. Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung laut BIÖG für Menschen ab 60 Jahren, für Personen mit bestimmten Grunderkrankungen, für Schwangere, für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie für medizinisches und pflegerisches Personal.
Wann der richtige Zeitpunkt ist und warum das im Alltag zählt
Für die Terminplanung sind zwei Punkte besonders praktisch. Erstens dauert es laut BIÖG etwa zwei Wochen, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Zweitens werden für mehrere Impfungen klare Saisonfenster genannt.
- RSV: am besten vor Saisonstart, also im September oder Anfang Oktober.
- COVID-19: möglichst zu Beginn der Saison im Spätsommer oder Frühherbst. Eine versäumte Impfung kann während der Saison nachgeholt werden. Das BIÖG ordnet außerdem ein, dass bei gesundem Immunsystem und einer Ansteckung im Laufe des Jahres oft auf eine Auffrischung verzichtet werden kann.
- Grippe: Oktober bis Mitte Dezember gilt als guter Zeitraum, später kann die Impfung weiterhin sinnvoll sein.
Mehrere Impfungen an einem Termin und wer impft
Das BIÖG verweist darauf, dass nach STIKO-Einordnung bei entsprechender Empfehlung mehrere Impfungen am selben Termin möglich sind, etwa gegen Grippe, COVID-19, RSV oder Pneumokokken. Welche Kombination passt, wird ärztlich geklärt.
Für den Ort der Impfung nennt das BIÖG mehrere Anlaufstellen:
- Hausärztliche oder kinderärztliche Praxis
- Weitere Fachärztinnen und Fachärzte
- Betriebsärztinnen und Betriebsärzte
- Einige Apotheken für Grippe- und COVID-19-Impfungen bei Erwachsenen
Kosten und schnelle Orientierung per Online-Check
Die Kosten für von der STIKO empfohlene Impfungen übernehmen laut BIÖG die gesetzlichen Krankenkassen und in der Regel auch die privaten Krankenversicherungen.
Wer schnell einschätzen möchte, welche Impfungen in Frage kommen, kann die Online-Impfchecks des BIÖG nutzen. Der Check liefert nach wenigen Angaben eine individuelle Empfehlung auf Basis der aktuellen STIKO-Empfehlungen und kann als Grundlage für das Gespräch in der Arztpraxis dienen: www.infektionsschutz.de/impfchecks
Unterm Strich hilft ein früher Blick auf die Empfehlungen dabei, Impfungen so zu legen, dass der Schutz vor den typischen Infektwellen im Herbst und Winter rechtzeitig aufgebaut ist.
Autor:Meike Jakob aus Landau |