Hitzeschutz in der Kita: Was sofort hilft und was langfristig geplant wird

Wenn es in der Kita heiß wird, helfen klare Hitzeschutz-Regeln und ein einfacher Hitzeplan dabei, den Alltag für Kinder und Beschäftigte besser zu organisieren. | Foto: DN6/stock.adobe.com
  • Wenn es in der Kita heiß wird, helfen klare Hitzeschutz-Regeln und ein einfacher Hitzeplan dabei, den Alltag für Kinder und Beschäftigte besser zu organisieren.
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Hitzeschutz in der Kita. Ein einfacher Hitzeplan und klar geregelte Sofortmaßnahmen helfen, dass Kinder und Beschäftigte heiße Tage besser überstehen, während größere bauliche Lösungen frühzeitig geplant werden sollten.

An warmen Sommertagen wird es in Gruppenräumen schnell unangenehm, und in Kitas kommt hinzu, dass Kinder und Erwachsene Hitze unterschiedlich wahrnehmen. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) rät deshalb zu einem Mix aus kurzfristigen Schritten und langfristiger Planung, damit Betreuung, Bewegung und Gesundheit zusammenpassen.

BGW-Präventionsexpertin Kathleen Bösing beschreibt die praktische Schwierigkeit so: Kinder können nicht einfach den ganzen Tag in kühlen Räumen bleiben, sie brauchen Abwechslung und Bewegung. Gleichzeitig schwitzen Kinder oft weniger und der Impuls, regelmäßig zu trinken, fehlt häufig. Hitzeschutz muss daher nicht nur „kühler“ bedeuten, sondern alltagstauglich organisiert werden.

Hitzeschutz ohne neue Risiken: Das sollte mitgedacht werden

Wichtig ist laut BGW, dass Hitzeschutzmaßnahmen keine neuen Gefahren schaffen. Zwei typische Beispiele aus dem Kita-Alltag:

  • Offene Türen zum Lüften dürfen nicht dazu führen, dass Kinder unbemerkt nach draußen gelangen.
  • Rollläden oder andere Verschattungen vor Fenstern und Türen dürfen Fluchtwege nicht blockieren.

So wird geplant: TOP-Prinzip im Arbeitsschutz

Im Arbeitsschutz gilt das TOP-Prinzip. Vorrang haben technisch-bauliche Maßnahmen, danach organisatorische und zuletzt personenbezogene Maßnahmen. Am wirksamsten ist das Zusammenspiel vieler kleiner Schritte.

Technisch-bauliche Maßnahmen lassen sich in der Regel nicht kurzfristig umsetzen. UV- und Hitzeschutz sollten daher spätestens bei Um- oder Neubau in der Planungsphase berücksichtigt werden. Auch organisatorische Änderungen brauchen Vorlauf, etwa wenn kühlere Räume erst nutzbar gemacht werden müssen oder wenn Hol- und Bringzeiten nur in Absprache mit den Eltern angepasst werden können.

Sofort umsetzbar: Hitzeplan und klare Zuständigkeiten

Wenn es bereits heiß ist, können Kitaleitungen laut BGW kurzfristig Maßnahmen ergreifen, die das Arbeiten und Spielen bei hohen Temperaturen angenehmer und gesünder machen. Ein praxistauglicher Einstieg ist ein einfacher Hitzeplan.

  • Festlegen, ab welcher Temperatur welche Schritte greifen.
  • Klare Zuständigkeiten, wer was übernimmt.
  • Kombination mehrerer kleiner Maßnahmen statt einer einzelnen Lösung.

Größere Schritte für das nächste Jahr vorbereiten

Wenn umfangreichere technisch-bauliche Maßnahmen in diesem Sommer nicht mehr realistisch sind, lohnt sich laut BGW die Vorbereitung für das nächste Jahr und die Zeit danach, besonders im Zusammenhang mit Umbau oder Neubau.

Unterstützung können Einrichtungen über die Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt erhalten. Zusätzlich bietet die BGW Handlungshilfen und Beratung an, darunter einen kostenlosen Online-Kurs im BGW-Lernportal unter www.bgw-lernportal.de/hitzeschutz sowie weiterführende Informationen im BGW-Magazin unter www.bgw-online.de/magazin.

Praktisch zählt am Ende vor allem, dass Hitzeschutz in der Kita als Kombination aus sofortigem Plan und langfristiger Gebäude- und Ablaufplanung verstanden wird.

Autor:

Meike Jakob aus Landau

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