Herzkrankheit und Psyche: So hängen Beschwerden und Angst zusammen
- Wenn nach einer Herzdiagnose Angst, Schlafprobleme oder Vermeidung dazukommen, kann das die Beschwerden im Alltag spürbar verstärken und sollte mitgedacht werden.
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Herzkrankheit und Psyche. Wer nach einer Herzerkrankung plötzlich ängstlicher wird oder körperliche Beschwerden stärker wahrnimmt, erlebt oft ein Zusammenspiel von Stress, Sorgen und Herzsymptomen, das sich gezielt einordnen und behandeln lässt.
Brustschmerz, Atemnot oder das Gefühl, nicht mehr belastbar zu sein, können im Alltag schnell zu Vermeidung führen, etwa bei Treppensteigen, Einkaufen oder Spaziergängen. Das muss nicht bedeuten, dass sich die Herzerkrankung akut verschlechtert hat. Häufig verstärken Ängste und Dauerstress das Körpergefühl und damit auch die Beschwerden.
Darauf weist die Stiftung Gesundheitswissen im Vorfeld der European Mental Health Week hin und erklärt leicht verständlich und wissenschaftlich fundiert, wie psychische Probleme das Risiko für Herzkrankheiten erhöhen oder bestehende Herzkrankheiten verschlechtern können.
Wann psychische Probleme nach einer Herzdiagnose typisch sind
Die Anpassung an die neue Lebenssituation nach der Diagnose kann herausfordernd sein. Manchmal verändern sich Beruf und Belastbarkeit, manchmal kommen seelische Anpassungsprobleme hinzu. Im ungünstigen Verlauf kann daraus eine psychische Erkrankung entstehen.
Typische Anzeichen, die in diesem Zusammenhang auftreten können, sind:
- anhaltende Ängste
- Vermeidung von Anstrengung aus Angst vor Beschwerden
- Angst vor Nebenwirkungen der Medikamente
- wiederkehrende Sorgen aufgrund der Krankheit
- Konzentrations- und Schlafprobleme
So kann Stress das Herz zusätzlich belasten
Psychische Belastung geht häufig mit einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen einher. Dann schlägt das Herz schneller und stärker, Blutgefäße ziehen sich zusammen und der Blutdruck steigt. Bei langanhaltendem Stress kann dieser Prozess aus dem Gleichgewicht geraten und Herz und Gefäße zusätzlich schädigen.
Praktisch bedeutet das: Bei Herzerkrankungen gehört die psychische Seite zur Gesamtlage dazu, weil unbehandelte Ängste, Depression oder chronischer Stress die körperliche Stabilisierung erschweren können.
Wo Hilfe ansetzen kann
Eine erste Anlaufstelle ist der Hausarzt oder die Hausärztin. Dort kann eine erste Einschätzung erfolgen und bei Bedarf der nächste Schritt eingeleitet werden, etwa eine Überweisung zur Psychotherapie. Zusätzlich können Selbsthilfegruppen helfen, den Alltag mit der Erkrankung besser zu bewältigen.
Herz-Selbsthilfegruppen finden sich unter anderem hier:
- Deutsche Herzstiftung e. V.: https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/leben-mit-der-krankheit/herz-selbsthilfegruppe
- Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e. V.: https://www.dgpr.de/patienten/patienten/page
- Stiftung DHG (Diabetes | Herz | Gefäße): https://www.stiftung-dhg.de/informationen
Weiterführende Informationen der Stiftung Gesundheitswissen:
- Mehr Informationen zu Herz und Seele: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/koronare-herzkrankheit/psychische-probleme
- Was sind Koronare Herzkrankheiten: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/koronare-herzkrankheit/allgemeines
Kontakt zur Stiftung Gesundheitswissen:
+4930419549224, jonas.windler@stiftung-gesundheitswissen.de
Unterm Strich hilft im Alltag oft schon die klare Einordnung, dass Herzsymptome und seelische Belastung sich gegenseitig verstärken können und daher gemeinsam betrachtet werden sollten.
Autor:Meike Jakob aus Landau |