Günstiges E-Auto: Geely E2 im Alltagscheck
- Modern, aber nicht zu extravagant: Das Design des Geely E2 lässt sich durchaus als massentauglich einstufen.
- Foto: Thorsten Weigl/Geely/dpa-mag
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Geely E2. Ein günstiges E-Auto kann beim Kauf mehrere tausend Euro sparen, beim Geely E2 entscheiden aber Ladeleistung und 130 km/h Spitze darüber, ob der Preisvorteil im Alltag trägt. Der neue Kleinwagen startet bei 19.990 Euro und unterbietet damit angekündigte oder vergleichbare Modelle wie VW ID.Polo und Renault R5 deutlich. Für Pendler, Stadtfahrer und Familien mit Zweitwagen wird der E2 vor allem dann interessant, wenn kurze Strecken und Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz den Alltag bestimmen.
Der in China als Geely Xingyuan erfolgreiche Wagen kommt in Deutschland als E2 auf den Markt. Anders als sehr günstige Elektro-Kleinwagen wie Leapmotor T03 oder BYD Dolphin Surf wirkt er nicht wie ein reines Sparmodell. Der E2 bringt solide Ausstattung, viel Stauraum und ein starkes Sicherheitspaket mit.
Viel Platz macht den Geely E2 alltagstauglich
Mit 4,14 Metern Länge ist der Geely E2 etwas länger als ein klassischer Kleinwagen und rund eine Handbreit länger als der VW ID.Polo. Der Radstand von 2,65 Metern und der flache Boden sorgen dafür, dass auch zwei Erwachsene auf der Rückbank vernünftig sitzen können.
Besonders auffällig ist der Stauraum. Der Kofferraum fasst 375 Liter und liegt damit auf dem Niveau eines VW Golf. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Volumen auf bis zu 1.320 Liter. Unter der Fronthaube gibt es zusätzlich einen Frunk mit 70 Litern, in dem Ladekabel oder Verbandskasten Platz finden.
Praktisch für den Alltag sind außerdem zwei Lösungen im Innenraum. Statt eines klassischen Handschuhfachs sitzt eine große Schublade im Armaturenbrett. Unter der Rückbank gibt es ein weiteres Staufach.
Ausstattung und Sicherheit liegen über Kleinwagen-Niveau
Der niedrige Einstiegspreis zeigt sich im Innenraum weniger deutlich als bei manchen anderen Preisbrechern. Die Materialien wirken ordentlich, die Sitze sind dick gepolstert und die Anzeigen verteilen sich auf ein kleines Display hinter dem Lenkrad sowie einen großen Bildschirm in der Mittelkonsole.
Beim Thema Sicherheit bietet der E2 ein enges Netz an Helfern. Serienmäßig sind sieben Airbags an Bord. Dazu kommen rund zwei Dutzend Assistenzsysteme, darunter Notbremsassistent, Spurhalteassistent und ein intelligenter Tempomat. In der Praxis können solche Systeme bei chinesischen Herstellern etwas nervös reagieren. Beim E2 tragen sie zusammen mit der steifen Karosserie dennoch zu fünf Sternen im Euro-NCAP-Test bei.
Für Käufer ist diese Einordnung wichtig, weil günstige Kleinwagen nicht automatisch bei Sicherheit und Ausstattung sparen müssen. Beim Geely E2 liegt der Nutzen vor allem in der Kombination aus Preis, Platz und Sicherheitsausstattung.
Bei Tempo und Laden zeigt sich der Rotstift
Auf der Straße wirkt der E2 europäischer abgestimmt als viele frühere chinesische Kleinwagen. Fahrwerk, Lenkung und Bremsen wurden im europäischen Entwicklungszentrum in Raunheim angepasst. Dadurch fährt sich der Wagen nicht auffällig gefühllos, lenkt ordentlich ein und bremst gut dosierbar.
Die Grenzen liegen eher bei längeren Strecken. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h. Für Stadtverkehr und Landstraße reicht das aus. Auf deutschen Autobahnen kann es aber im Verkehrsfluss einschränken, vor allem bei längeren Pendelstrecken oder Urlaubsfahrten.
Noch wichtiger ist die Ladeleistung. An Wechselstrom lädt der E2 maximal mit 6,6 Kilowatt. An Gleichstrom sind je nach Akku 60 oder 80 Kilowatt möglich. Das ist für gelegentliches Laden unterwegs nutzbar, aber nicht mehr auf dem Niveau vieler aktueller Elektro-Kleinwagen. Wer regelmäßig auf öffentliche Schnelllader angewiesen ist, muss mehr Zeit einplanen.
Zwei Varianten entscheiden über Reichweite und Preis
Geely bietet den E2 in zwei Antriebsversionen an. Beide sind auf niedrige Kosten ausgelegt, unterscheiden sich aber deutlich bei Leistung und Reichweite.
- E2 Pro: 60 Kilowatt oder 82 PS, Akku mit 35 Kilowattstunden, Normreichweite 252 Kilometer, Preis ab 19.990 Euro.
- E2 Max: 85 Kilowatt oder 116 PS, Akku mit 47 Kilowattstunden, Normreichweite 345 Kilometer, Preis ab 23.990 Euro.
Der E2 Max wirkt für viele Alltagsprofile die rundere Wahl, weil die höhere Reichweite mehr Reserve schafft. Er kostet allerdings 4.000 Euro mehr als die Basisversion. Dennoch bleibt er preislich unter Wettbewerbern wie Renault R5 oder VW ID.Polo.
Zum Preisvorteil kommt ein Garantieversprechen über acht Jahre und 200.000 Kilometer. Zusätzlich nennt Geely einen Bonus beim Ladepartner EnBW. Für die Kaufentscheidung zählen solche Vorteile vor allem dann, wenn sie zu den eigenen Ladegewohnheiten passen.
Für Stadt und Alltag stark, für lange Strecken schwächer
Die wichtigsten Daten des Geely E2 Max ordnen den Wagen gut ein. Er leistet 85 Kilowatt oder 116 PS, treibt die Vorderräder an und beschleunigt in 11,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 15,5 Kilowattstunden je 100 Kilometer, die Normreichweite bei 345 Kilometern.
Bei den Abmessungen misst der E2 Max 4.135 Millimeter in der Länge, 1.805 Millimeter in der Breite und 1.580 Millimeter in der Höhe. Das Leergewicht liegt bei 1.440 Kilogramm, die Zuladung bei 315 Kilogramm. Die Kfz-Steuer beträgt für das Elektroauto 0 Euro pro Jahr.
Der Geely E2 ist damit ein sehr günstiges und erstaunlich geräumiges Elektroauto mit guter Sicherheitsausstattung. Der Preis allein macht ihn aber nicht automatisch zur besten Wahl, denn 130 km/h Spitze und mäßige Ladeleistung passen vor allem zu Stadtverkehr, Pendelstrecken und planbarem Alltag. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |