Gewitter auf dem Fahrrad oder Motorrad: So bringen Sie sich richtig in Sicherheit

Gewitter auf dem Zweirad: Fahrrad- und Motorradfahrer sollten bei einem Gewitter die Fahrt sofort unterbrechen und Schutz in einem Gebäude oder unter einer stabilen Stahlbetonbrücke suchen. | Foto: dpa
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Gewitter auf dem Zweirad. Gewitter können Radfahrer und Motorradfahrer völlig unvorbereitet treffen. Wer dann weiterfährt oder sich am falschen Ort unterstellt, bringt sich möglicherweise unnötig in Gefahr. Fachleute raten deshalb: Sobald Blitz und Donner näher kommen, sollte die Fahrt möglichst unterbrochen und ein sicherer Unterstand gesucht werden.

Ein festes Gebäude bietet den besten Schutz. Ist keines in der Nähe, kann auch eine große Stahlbetonbrücke eine vergleichsweise sichere Zuflucht sein. Entscheidend ist jedoch der richtige Abstand: Von Geländern, Leitplanken und Metallstützen sollte man sich fernhalten.

Auch das Fahrrad oder Motorrad sollte nicht direkt neben dem eigenen Standort stehen. Experten empfehlen, das Zweirad mindestens zehn Meter entfernt abzustellen und nicht festzuhalten. Zwar ziehen Fahrräder oder Motorräder Blitze nicht an, bei einem Einschlag kann Metall den Strom jedoch weiterleiten. Auf gummierte Reifen oder Lenkergriffe sollte sich deshalb niemand verlassen.

5 Sofortmaßnahmen bei Gewitter auf dem Zweirad

  • Fahrt möglichst sofort unterbrechen.
  • Ein festes Gebäude oder eine große Stahlbetonbrücke aufsuchen.
  • Fahrrad oder Motorrad mindestens zehn Meter entfernt abstellen.
  • Abstand zu Metallteilen, einzelnen Bäumen und Gewässern halten.
  • Erst weiterfahren, wenn das Gewitter vorbei ist und die Strecke sicher erscheint.

E-Bike-Displays besser abnehmen

Wer mit einem E-Bike unterwegs ist, sollte elektronische Bauteile wie Displays oder – wenn möglich – elektronische Schaltungen ausschalten und abnehmen. Am besten werden sie in einer wasserdichten Tasche verstaut und mit etwas Abstand zum Fahrrad auf den Boden gelegt. So lassen sich Schäden durch Starkregen oder Blitzschlag zumindest verringern.

Nicht jeder Unterstand ist wirklich sicher

Vor Starkregen oder Hagel schützen auch Bushaltestellen, Schutzhütten oder Vordächer. In den Bergen ist jedoch Vorsicht geboten: Höhlen und Felsvorsprünge können bei Gewittern durch Steinschlag gefährlich werden. Ebenfalls ungünstig sind einzelne Bäume, freie Anhöhen sowie die Nähe zu Seen oder Flüssen.

Gibt es keinen sicheren Unterstand, sollte ein möglichst tiefer Punkt im Gelände aufgesucht werden. Dort empfiehlt sich eine hockende Haltung mit eng angelegten Armen. So bleibt die Angriffsfläche möglichst klein. Wer in einer Gruppe unterwegs ist, sollte zudem Abstand zu den anderen halten.

Starkregen und Seitenwind erhöhen das Unfallrisiko

Schon bevor das Gewitter den eigenen Standort erreicht, können starke Böen das Fahren erschweren. Besonders auf Brücken, freien Straßen, in Waldschneisen, nach Tunnelausfahrten oder beim Überholen großer Fahrzeuge besteht die Gefahr plötzlich auftretender Seitenwinde.

Kommen Starkregen oder Hagel hinzu, werden Fahrbahnen schnell rutschig und die Bremswege länger. Deshalb ist es oft die sicherste Entscheidung, die Fahrt rechtzeitig zu unterbrechen, statt das Unwetter noch überholen zu wollen.

Auch nach dem Gewitter bleibt Vorsicht wichtig

Ist das Gewitter vorbei, bedeutet das nicht automatisch Entwarnung. Nasse Straßen können noch längere Zeit rutschig bleiben. Hinzu kommen Äste, Schlamm oder andere Hindernisse auf der Fahrbahn. Wer seine Fahrt fortsetzt, sollte deshalb langsamer unterwegs sein, mehr Abstand halten und überflutete Straßen möglichst meiden. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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