Geplatzte Tomaten retten: Essbar, gefährlich oder ein Fall für den Müll?

Aufgeplatzte Tomaten müssen nicht gleich schlecht sein. Vom Strauch sollte man sie dennoch entfernen. | Foto: Sarah Isele
  • Aufgeplatzte Tomaten müssen nicht gleich schlecht sein. Vom Strauch sollte man sie dennoch entfernen.
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Geplatzte Tomaten retten. Geplatzte Tomaten sehen erst einmal nach Totalschaden aus, sind aber längst nicht immer ein Fall für den Müll. Oft steckt hinter den Rissen vor allem unregelmäßige Wasserversorgung, Wetterstress oder ein Pflegefehler, und mit den richtigen Handgriffen lässt sich ein Teil der Ernte noch gut verwenden.

Tomaten gehören zu den empfindlicheren Früchten im Garten und reagieren besonders stark auf Schwankungen bei Wasser, Hitze und Temperatur. Vor allem im Spätsommer, wenn auf Trockenheit Regen, starke Wassergaben oder kühlere Nächte folgen, reißt die Schale schnell auf. Entscheidend ist dann, die Früchte zügig zu prüfen, rasch zu ernten und künftig auf eine gleichmäßigere Pflege zu setzen.

Warum platzen Tomaten auf?

Der häufigste Grund für platzende Tomaten ist eine unregelmäßige Wasserversorgung. Nach längerer Trockenheit nehmen die Pflanzen bei starkem Gießen oder nach kräftigem Regen plötzlich viel Wasser auf. Die Frucht wächst dann von innen zu schnell, während die Schale nicht mehr mithalten kann. Wie Öko-Test mitteilt, platzt sie auf. Auch ein abrupter Wetterwechsel nach längerer Hitze kann das Problem verstärken.

Dazu kommen weitere Faktoren, die das Risiko erhöhen. Zu viel Stickstoffdünger, zu starkes Entblättern oder Ausgeizen, starke Temperaturschwankungen und eine insgesamt ungleichmäßige Kulturführung. Gerade im Spätsommer steigt die Gefahr zusätzlich, weil die Nächte kühler werden und die Tomatenpflanze am liebsten bei etwa 18 bis 26 Grad wächst.

Häufige Ursachen auf einen Blick:

  • lange Trockenheit mit anschließend starkem Gießen
  • heftiger Regen nach trockenen Phasen
  • plötzliche Abkühlung nach Hitzeperioden
  • zu viel Stickstoffdünger
  • zu starkes Entblättern oder Ausgeizen
  • fehlender Schatten bei großer Hitze

Kann man geplatzte Tomaten noch essen?

Geplatzte Tomaten sind grundsätzlich oft noch essbar. Entscheidend ist, ob Schimmel, Fäulnis oder andere klare Schäden zu sehen sind. Solange die Frucht noch gesund wirkt, kann sie laut Utopia ohne Weiteres gegessen werden. Besonders bei trockenen Rissen ist die Chance gut, dass die Tomate noch verwendbar ist.

Lange liegen bleiben sollten solche Früchte nicht. Risse sind eine Eintrittsstelle für Pilze, Bakterien und Feuchtigkeit, außerdem locken sie Fruchtfliegen und Wespen an. Deshalb sollten beschädigte Tomaten möglichst schnell geerntet und zügig verarbeitet werden. Wenn Schimmel oder faulige Stellen sichtbar sind, gehören sie nicht mehr auf den Teller.

Was mache ich mit aufgeplatzten Tomaten?

Der wichtigste Schritt ist, aufgeplatzte Tomaten sofort vom Strauch zu nehmen. Weil ihre verletzte Haut kaum verheilt, können Wasser und Pilzsporen leicht eindringen, wodurch die Früchte schnell schimmeln oder faulen. Außerdem gefährden stark geschädigte Früchte unter Umständen auch den restlichen Bestand, wenn sich Fäulnis oder Pilzbefall ausbreitet.

Sind die Tomaten noch gut, sollten sie rasch verarbeitet werden, etwa für Soßen, Suppen oder Salate. Noch nicht ganz reife, aber bereits ausreichend entwickelte Früchte können zum Teil an einem trockenen, dunklen Ort bei ungefähr 20 Grad nachreifen. Dafür werden sie locker in einen Pappkarton gelegt. Ein Apfel oder eine Banane kann den Reifeprozess durch Ethylen beschleunigen.

Wie kann man Tomaten vom Platzen aufhalten?

Am wichtigsten ist eine möglichst gleichmäßige Wasserversorgung. Die Erde sollte konstant leicht feucht bleiben, statt erst völlig auszutrocknen und dann auf einmal große Wassermengen zu bekommen. In heißen Phasen kann häufigeres Gießen nötig sein, teils sogar zweimal am Tag. Mulch hilft zusätzlich, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Schwankungen abzufedern.

Ebenso sinnvoll sind Schatten und Regenschutz, besonders bei starker Sonne oder langen Regenphasen. Wer oft Probleme mit platzenden Früchten hat, kann auf platzfestere Sorten setzen oder empfindliche Tomaten eher im Gewächshaus anbauen, wo das Klima gleichmäßiger ist. Auch beim Düngen und Ausgeizen ist Zurückhaltung sinnvoll, damit die Pflanzen nicht unnötig unter Stress geraten.

Die besten Maßnahmen gegen platzende Tomaten

  • gleichmäßig gießen statt selten und dann zu viel
  • Erde nie komplett austrocknen lassen
  • an heißen Tagen bei Bedarf morgens und abends wässern
  • Mulchschicht aus Stroh, Rasenschnitt oder ähnlichem nutzen
  • Pflanzen bei starker Hitze leicht schattieren
  • bei Dauerregen überdachen oder schützen
  • nicht übermäßig mit Stickstoff düngen
  • beim Ausgeizen und Entblättern maßvoll bleiben
  • möglichst robuste, platzfeste Sorten wählen
Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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