Gelassen bleiben bei wählerischen Kindern: Was Eltern hilft
- Meist endet die wählerische Essensphase bei Kindern ganz von allein.
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Picky Eater bei Kindern. Wenn Kinder plötzlich viele Lebensmittel ablehnen, steckt häufig eine normale Entwicklungsphase dahinter. Fachleute raten Eltern daher meist zu Gelassenheit, solange Kinder insgesamt genug essen und sich normal entwickeln.
Noch vor einigen Wochen wurden Gurken, Paprika oder Erbsen ohne Probleme gegessen. Dann folgt plötzlich ein klares „Mag nicht“. Solches wählerisches Essverhalten tritt nach Angaben des Netzwerks Gesund ins Leben häufig rund um den zweiten Geburtstag auf.
Bis dahin probieren viele Kinder neue Lebensmittel neugierig aus und essen gerne das, was auch Erwachsene auf dem Teller haben. Danach beginnt bei manchen eine Phase, in der sie sich auf wenige bekannte Lebensmittel beschränken, etwa Brezeln, Bananen oder trockene Nudeln.
Oft Teil der normalen Entwicklung
Nach Einschätzung des Netzwerks kann diese Phase verschiedene Ursachen haben. Manchmal wird ein ungewohnter Geschmack oder eine andere Konsistenz abgelehnt. In anderen Fällen spielt der Wunsch nach mehr Selbstständigkeit eine Rolle, der in diesem Alter typisch ist.
In der Regel besteht dennoch kein Grund zur Sorge. „Lehnt ihr Kind bestimmte Lebensmittel eine Zeit lang ab, isst es sich an anderen satt“, heißt es von den Fachleuten. Viele Kinder gleichen einseitige Phasen über andere Lebensmittel wieder aus.
Häufig verschwindet das wählerische Essverhalten mit der Zeit von selbst, wenn Neugier, Gewöhnung und positive Erfahrungen beim Essen überwiegen.
Neugier und positive Erfahrungen beim Essen unterstützen
Eltern können laut Netzwerk vor allem darauf achten, dass Essen mit positiven Erfahrungen verbunden bleibt. Dazu kann es gehören, bekannte Lebensmittel in unterschiedlichen Varianten anzubieten.
- Gemüse roh statt gekocht anbieten
- Lebensmittel unterschiedlich schneiden oder zubereiten
- Kinder beim Anschauen, Riechen und Anfassen mit einbeziehen
Auch das Verhalten von Erwachsenen spielt eine Rolle. Wenn Bezugspersonen Lebensmittel sichtbar und genussvoll essen, steigt oft die Bereitschaft von Kindern, diese ebenfalls zu probieren.
Tricks, Überreden oder Druck gelten dagegen als wenig hilfreich. „Das Kind entscheidet selbst, was es probieren möchte“, so das Netzwerk.
Warnzeichen sollten ernst genommen werden
In einigen Situationen kann stark eingeschränktes Essverhalten jedoch problematisch werden. Fachleute nennen mehrere mögliche Warnsignale:
- feste Nahrung wird komplett verweigert
- das Kind zeigt kaum Hunger
- Essen wird häufig hochgewürgt
- deutlicher Gewichtsverlust
Wenn sehr selektives Essverhalten über Wochen oder Monate anhält oder Anzeichen von Nährstoffmangel auftreten, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Im Alltag zeigt sich jedoch häufig, dass die Phase der „Picky Eater“ mit Geduld, Gelassenheit und positiven Ess-Erfahrungen von selbst wieder endet. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |