Friedhof-Bewässerung bei Trockenheit: Was Verbote bedeuten
- Symbolbild: Bei Trockenheit werden Gießverbote oft pauschal verhängt. Der Friedhofsgärtner-Verband BdF erklärt, warum Friedhöfe beim Wasserbedarf häufig anders bewertet werden als andere Grünflächen.
- Foto: Lubo Ivanko/stock.adobe.com
- hochgeladen von Thorsten Kornmann
Friedhof Bewässerung Klimawandel. Pauschale Gießverbote können auf Friedhöfen dazu führen, dass Bäume, Sträucher und bepflanzte Grabflächen sichtbar austrocknen und dauerhaft Schaden nehmen.
Gerade in trockenen Sommerwochen zeigt sich das schnell im Alltag, wenn Grabpflanzen trotz Pflege welk werden oder Gehölze auf Friedhofsflächen braun werden. Der praktische Kern ist die Einordnung, warum Friedhöfe bei Wassersparregeln oft anders behandelt werden als reine Zierflächen und welche Maßnahmen als sinnvoll gelten.
Der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau (ZVG) plädiert dafür, Friedhöfe bei kommunalen Wasserstrategien nicht automatisch mit allgemeinen Bewässerungsverboten gleichzusetzen. Begründung ist, dass Friedhöfe häufig zu den größten zusammenhängenden Grünflächen in Städten gehören und damit Funktionen erfüllen, die in Hitzephasen spürbar sind.
Warum Friedhöfe beim Wasserverbrauch eine Sonderrolle haben können
Nach Darstellung des BdF tragen Friedhofsflächen zur Kühlung des Stadtklimas bei und bieten Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Das ist vor allem dann relevant, wenn längere Hitze- und Trockenperioden auftreten und Grünflächen insgesamt unter Stress geraten.
Ohne bedarfsgerechte Bewässerung drohen laut Verband Schäden an Grabstätten, Gehölzen und Pflanzflächen. Praktisch bedeutet das, dass nicht nur saisonale Bepflanzungen ausfallen können, sondern auch langlebige Strukturen wie Hecken, Sträucher oder Bäume geschwächt werden. Damit gehen nach Einschätzung des BdF auch ökologische Funktionen verloren, die Friedhöfe im Stadtgebiet mittragen.
Was „Augenmaß“ bei Bewässerung in der Praxis meint
Der BdF betont, dass Friedhofsgärtnereien Wasser bereits verantwortungsvoll einsetzen und sich in vielen Fällen auf trockenere Bedingungen einstellen. Genannt werden dabei vor allem:
- trockenheitsverträgliche Pflanzenarten und standortgerechte Bepflanzung
- angepasste Pflegekonzepte, die mit weniger Wasser auskommen
- wassersparende Bewässerungsmethoden, um gezielter statt flächig zu gießen
Die Kernaussage des Verbandes ist, dass Nachhaltigkeit nicht nur über möglichst wenig Wasser definiert werden sollte. Ebenso wichtig sei, bestehende grüne Infrastruktur dauerhaft zu erhalten, besonders dort, wo sie im Stadtklima eine Funktion übernimmt.
Einordnung für Kommunen und Angehörige
Aus Sicht des BdF sind differenzierte, fachlich begründete Bewässerungskonzepte der Mittelweg zwischen Wasserschutz und Erhalt der Friedhofsflächen. Für den Alltag heißt das vor allem, dass Wasserregeln regional unterschiedlich ausfallen können und Friedhöfe in manchen Kommunen gesonderte Vorgaben bekommen, damit Wasserressourcen geschont werden und gleichzeitig Grünflächen nicht dauerhaft verloren gehen.
Autor:Meike Jakob aus Landau |