Dürre im Wald: Was das für Trinkwasser und Waldbrandgefahr bedeutet
- Bei Trockenheit im Sommer wird sichtbar, wie stark Waldzustand und Trinkwasser zusammenhängen. Intakte, klimaangepasste Wälder helfen, Wasser besser zu speichern und Risiken wie Waldbrände zu begrenzen.
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Dürre im Wald. Der wichtigste Hebel im Alltag ist, Wasser im Wald besser zu halten und Wälder klimaangepasst zu entwickeln, weil trockene Böden Waldbrandgefahr erhöhen und die Trinkwasserneubildung bremsen können.
In vielen Regionen Deutschlands waren die Niederschläge in den letzten Monaten gering. Das führt laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) zu dominierender Trockenheit und Dürre. Praktisch relevant wird das, weil damit zwei Dinge zusammenhängen, die Kommunen und Haushalte direkt betreffen: höhere Waldbrandgefahr und örtliche Wasserknappheit.
Die SDW ordnet die vermehrten Trockenjahre seit 2018 als Trend ein. SDW-Geschäftsführer Christoph Rullmann bewertet die Entwicklung so, dass Trockenheit künftig häufiger auftreten dürfte und Wälder darauf vorbereitet werden müssten, vor allem indem Wasser im Wald gehalten wird. Gleichzeitig wird mehr Klimaschutz als Teil der langfristigen Lösung genannt.
Warum Waldschutz auch beim Trinkwasser eine Rolle spielt
Der Zusammenhang lässt sich an konkreten Mengen verdeutlichen. Eine Person in Deutschland verbraucht durchschnittlich 120 Liter Trinkwasser pro Tag. Für eine Stadt wie Bonn entspricht das laut SDW einem Tagesverbrauch von circa 42 Millionen Litern. Damit sich eine solche Menge an Trinkwasser neu bilden kann, wird eine intakte Waldfläche von circa 15.000 Hektar benötigt.
Wenn Wälder geschädigt sind, kann die Trinkwasserneubildung laut SDW deutlich beeinträchtigt sein. Gründe sind eine geringere Infiltration von Niederschlägen und ein sinkender Grundwasserspiegel. Beides kann Waldschäden zusätzlich verstärken und die Wasserbereitstellung weiter reduzieren.
Auch der Wasserbedarf der Bäume zeigt, warum längere Trockenphasen problematisch werden. Ein Baum benötigt laut SDW zwischen 20 und 200 Liter Wasser am Tag. Fehlt dieses Wasser über längere Zeit, steigt der Trockenstress und Wälder werden anfälliger.
Welche Maßnahmen genannt werden und wie sie einzuordnen sind
Die SDW formuliert konkrete Gegenmaßnahmen, um Trockenheit in Wäldern zu begegnen. Genannt werden dabei Ansatzpunkte auf zwei Ebenen:
- Gegenmaßnahmen von Gesellschaft und Politik
- Gegenmaßnahmen von einzelnen Bürger:innen
In der Praxis zielt die Stoßrichtung darauf ab, Wälder artenreich und an den Klimawandel angepasst zu entwickeln. So können sie Hitzewellen und Trockenheit eher überstehen und ihre Funktionen aufrechterhalten, auch mit Blick auf Wasserhaushalt und Waldbrandrisiko.
Ein wichtiger Kernpunkt ist das „Wasser im Wald halten“. Das betrifft vor allem Landschafts- und Forstmaßnahmen, die den Boden schützen und die Aufnahme von Niederschlag unterstützen. Welche Maßnahmen vor Ort sinnvoll sind, hängt von Standort, Baumarten, Bodentyp und bereits vorhandenen Schäden ab.
Was sich als praktische Konsequenz ableiten lässt
Je häufiger Trockenjahre auftreten, desto stärker entscheiden stabile, klimaangepasste und artenreiche Wälder darüber, wie gut Waldbrandrisiken begrenzt werden können und wie zuverlässig die Trinkwasserneubildung langfristig bleibt.
Mehr Hintergründe kommen von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), gegründet am 5. Dezember 1947 in Bad Honnef, mit heute rund 25.000 Mitgliedern in 15 Landesverbänden, die sich aktiv für den Wald engagieren.
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |