Dry January: Ein Monat ohne Alkohol – was bringt das wirklich
- ein alkoholfreier Monat kann keine gesundheitlichen Wunder vollbringen, aber er schadet auch nicht
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Gesundheit - Dry January. Der Dry January ist eine weltweite Bewegung, bei der Menschen im Januar freiwillig auf Alkohol verzichten. Die Challenge wurde 2013 von der britischen Organisation Alcohol Change UK ins Leben gerufen und hat sich seitdem international verbreitet. Ziel ist es, die eigenen Trinkgewohnheiten zu reflektieren, den Körper zu entlasten und einen gesunden Start ins neue Jahr zu ermöglichen. Millionen Menschen weltweit nehmen inzwischen teil – von Gelegenheits- bis zu regelmäßigen Trinkern. (Alcohol Change UK, 2025). Neben dem Veganuary ist der "Dry January" wohl die bekannteste Januar-Challenge für "gute Vorsätze".
Erstmals im Jahr 2023 wurde die Kampagne auch in Deutschland unter der Schirmherrschaft des Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung vom Blauen Kreuz verbreitet. Das Aufkommen des Dry January geht jedoch mehrere Jahre vor die offizielle Kampagne in England im Jahr 2014 zurück. Als Vorläufer der Bewegung hatte die finnische Regierung bereits 1942 im Rahmen ihrer Kriegsanstrengungen den „Sober January“ eingeführt.
Körperliche Vorteile eines Monats ohne Alkohol
Ein Monat ohne Alkohol kann sich spürbar auf die körperliche Gesundheit auswirken. Besonders die Leber profitiert: Schon nach wenigen Wochen Abstinenz sinken die Leberwerte, Fettablagerungen nehmen ab und die Organe können sich regenerieren (Uni Klinik Freiburg, 2025).
Auch der Schlaf verbessert sich deutlich, da Alkohol die REM-Schlafphase stört, die für erholsamen Schlaf entscheidend ist (Forbes, 2025). Wer einen Monat auf Alkohol verzichtet, schläft meist tiefer und erholt sich besser. Zudem kann sich das Gewicht positiv verändern, da viele Kalorien wegfallen, die sonst durch alkoholische Getränke aufgenommen werden. Studien zeigen, dass auch Insulinwerte und Blutdruck bei temporärem Alkoholverzicht stabiler bleiben.
Mentale Effekte und Wohlbefinden
Neben den körperlichen Vorteilen zeigt Dry January auch positive Effekte auf die Psyche. Viele Teilnehmende berichten von mehr Energie, besserer Konzentration und einem gesteigerten allgemeinen Wohlbefinden. Ein weiterer Effekt ist die Reflexion des eigenen Trinkverhaltens. Menschen erkennen oft, wie oft und warum sie Alkohol konsumieren, und gewinnen so mehr Kontrolle über ihren Konsum. Diese Erfahrung kann langfristig dazu führen, dass der Alkoholkonsum auch nach dem Januar bewusster und moderater erfolgt. (Alcohol Change UK, 2025; PubMed, 2020).
- "trockener Januar" mit gesunden Drinks
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Langfristige Auswirkungen
Forschungen legen nahe, dass die Vorteile von Dry January über den Januar hinaus wirken. Viele Teilnehmende trinken nach der Challenge dauerhaft weniger. Selbst regelmäßige Trinker entwickeln häufig ein bewussteres Verhältnis zu Alkohol. Wichtig ist jedoch: Wer stark oder täglich Alkohol konsumiert, sollte Dry January nur unter ärztlicher Begleitung durchführen, da sonst gesundheitsschädliche Entzugserscheinungen auftreten können.
Aber: Was bei Dry January nicht passiert
Obwohl ein Monat ohne Alkohol viele positive Effekte haben kann, gibt es Grenzen dessen, was zu erwarten ist. Nicht jeder erlebt automatisch dramatische Veränderungen bei Gewicht, Leberwerten oder mentalem Wohlbefinden. Bei Menschen mit sehr geringem Alkoholkonsum vor dem Januar fallen die Unterschiede oft kaum auf. Ebenso ist Dry January kein Ersatz für langfristige Suchttherapie: Wer regelmäßig stark trinkt, kann durch einen Monat Abstinenz keine langfristige Abhängigkeit überwinden. Auch gesundheitliche Risiken, die bereits durch jahrelangen Alkoholkonsum entstanden sind, lassen sich nicht in 31 Tagen rückgängig machen.
Darüber hinaus bedeutet ein Monat ohne Alkohol nicht automatisch, dass sich soziale Probleme, Stress oder psychische Belastungen lösen. Dry January kann als Einstieg in einen bewussteren Umgang mit Alkohol dienen, ersetzt aber nicht gesunde Lebensgewohnheiten oder professionelle Unterstützung, wenn diese benötigt wird.
Fazit
Dry January ist mehr als ein Trend. Ein Monat ohne Alkohol kann Körper und Geist entlasten, die Lebergesundheit verbessern, den Schlaf fördern und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Gleichzeitig bietet die Challenge die Gelegenheit, das eigene Trinkverhalten zu reflektieren und nachhaltige Veränderungen zu etablieren. Eine Suchttherapie ist der Dry January aber nicht. Für alle, die bewusst ins neue Jahr starten und gesünder leben wollen, ist Dry January eine wissenschaftlich fundierte und praktische Methode - und Challenge zugleich.
PS: Natürlich kann man mit dem "Dry January" auch später anfangen, dann wird eben ein "Dry February" oder "Dry June" daraus - der (zeitweise) Komplettverzicht auch Alkohol hat jedenfalls noch niemandem geschadet.
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Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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