Datenklau bei Unimed: Was Patienten tun sollten

Bei Uniklinikum Freiburg haben sich rund 100 Menschen gemeldet und gefragt, ob ihre Daten betroffen sind. (Archivbild) | Foto: Patrick Seeger/dpa
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Saarland. Gestohlene Patientendaten können zu Betrugsversuchen oder missbräuchlichen Kontobewegungen führen. Nach einem Hackerangriff auf den bundesweit tätigen Klinik Dienstleister Unimed sind Daten von Zehntausenden Privatpatienten und Selbstzahlern abgeflossen.

Nach Angaben des Unternehmens mit Sitz im Saarland wurde der Datenabfluss im April von externen IT Forensikern untersucht. Anschließend konnten betroffene Personen identifiziert werden. Krankenhäuser erhielten die entsprechenden Informationen ab Mitte Mai, damit sie ihre Patientinnen und Patienten gemäß Datenschutz Grundverordnung informieren konnten.

Welche Kliniken und Daten betroffen sind

Wie viele Menschen bundesweit betroffen sind, bleibt unklar. Unimed nennt keine Kundenzahlen. In Baden Württemberg meldeten bislang 17 Krankenhäuser den Vorfall beim Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Aus Mitteilungen mehrerer Universitätskliniken geht hervor, dass unter anderem folgende Daten betroffen sein können.

  • Name und Anschrift
  • Geburtsdatum
  • Kontodaten
  • Angaben zu Diagnosen und Krankheitsverläufen

Das Unternehmen erklärte jedoch, bei der weit überwiegenden Mehrheit der abgeflossenen Datensätze handle es sich nicht um besonders sensible Finanz oder Gesundheitsdaten.

Welche Rechte Betroffene haben

Nach der Datenschutz Grundverordnung können Betroffene Auskunft verlangen, ob und welche persönlichen Daten konkret betroffen sind. Außerdem kann unter bestimmten Voraussetzungen Schadenersatz verlangt werden. Das gilt etwa dann, wenn mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen einen Verstoß gegen die Datenschutzregeln darstellen und daraus ein spürbarer Schaden entsteht.

Worauf Betroffene jetzt achten sollten

Verbraucherschützer und Datenschutzbehörden raten derzeit zu besonderer Vorsicht im Alltag.

  • Verdächtige E Mails oder Nachrichten kritisch prüfen
  • Kontoauszüge und Kreditkartenumsätze regelmäßig kontrollieren
  • Bei unerwarteten Rechnungen den Empfänger genau prüfen
  • Keine sensiblen Gesundheitsinformationen bei unbekannten Anrufern oder Mails preisgeben

Auch manipulierte Rechnungen oder Betrugsversuche mit Bezug auf medizinische Behandlungen sind laut Datenschützern möglich.

So gehen Kliniken mit dem Vorfall um

Einige Kliniken haben Betroffene bereits direkt informiert. Die Universitätsklinik Tübingen etwa schrieb 902 Menschen an. Darin wird empfohlen, bei unerwarteten Anrufen oder Nachrichten besonders sorgfältig zu prüfen, wer Kontakt aufnimmt.

Auch die Universitätskliniken Freiburg und Ulm haben Patientinnen und Patienten kontaktiert, bei denen Hinweise auf mögliche Datenabflüsse bestehen. In Freiburg meldeten sich rund 100 Menschen mit Rückfragen.

Eine direkte Hotline des Dienstleisters gibt es derzeit nicht. In der Regel erfolgt die Information über die behandelnden Kliniken. Unimed erklärte, man habe die gesetzlichen Informationspflichten erfüllt und arbeite daran, den Vorfall gemeinsam mit den Krankenhäusern aufzuarbeiten. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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