Blutgruppe kennen: Warum sie im Notfall kaum wichtig ist
- Blut ist nicht gleich Blut: Entscheidend für die Einsortierung in eine Blutgruppe ist, welche Antigene sich auf der Hülle der roten Blutkörperchen befinden.
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Blutgruppe kennen. Ob A, B, AB oder 0 mit positivem oder negativem Rhesusfaktor. Viele Menschen wissen ihre eigene Blutgruppe nicht. Für medizinische Notfälle ist das meist kein Problem, weil Krankenhäuser sie innerhalb weniger Minuten bestimmen können.
Bluttransfusionen sind nötig, wenn der Körper viel Blut verliert oder bei bestimmten Behandlungen wie einer Chemotherapie. Entscheidend ist dabei, dass Spender- und Empfängerblut zueinander passen. Stimmen die Blutgruppen nicht überein, kann eine Transfusion lebensgefährlich werden.
Trotzdem kennen viele ihre eigene Blutgruppe nicht. "Viele Leute kennen ihr WLAN-Passwort oder wissen, welches Motoröl ihr Auto braucht, kennen aber nicht ihre eigene Blutgruppe", beobachtet Stephan David Küpper, Pressesprecher des DRK-Blutspendedienstes West.
Krankenhäuser bestimmen die Blutgruppe im Ernstfall selbst
Für Patienten entsteht dadurch normalerweise kein Risiko. "Es besteht kein unmittelbares Risiko oder eine Gefahr, wenn Sie Ihre Blutgruppe nicht kennen", sagt Küpper.
Vor Operationen oder nach schweren Unfällen wird die Blutgruppe routinemäßig im Labor bestimmt. Dafür gibt es auch Schnelltests, deren Ergebnis innerhalb weniger Minuten vorliegt.
Wenn selbst dafür keine Zeit bleibt, greifen Ärzte auf eine besondere Reserve zurück.
Warum Blut der Gruppe 0 negativ so gefragt ist
In akuten Notfällen können Blutpräparate mit der Blutgruppe 0 negativ eingesetzt werden. Dieses Blut gilt als universell verträglich und kann Menschen aller Blutgruppen übertragen werden.
Allerdings ist es vergleichsweise selten. Nach Angaben des Portals blutspenden.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit haben nur etwa 6 Prozent der Bevölkerung die Blutgruppe 0 negativ.
Auch für Menschen mit dieser Blutgruppe gilt eine Besonderheit. Sie können zwar allen anderen spenden, selbst aber nur Blut der Gruppe 0 negativ erhalten.
Die eigene Blutgruppe lässt sich leicht bestimmen
Wer neugierig ist, kann die Blutgruppe auf mehreren Wegen herausfinden:
- Beim Hausarzt durch eine Blutuntersuchung. Ohne medizinischen Anlass kostet die Analyse meist zwischen 25 und 35 Euro.
- Bei einer Blutspende. Dabei wird die Blutgruppe inklusive Rhesusfaktor automatisch bestimmt und im Blutspendepass dokumentiert.
- Im Mutterpass. Während einer Schwangerschaft wird die Blutgruppe standardmäßig erfasst und auf Seite 2 eingetragen.
Das Wissen um die eigene Blutgruppe hat im Alltag selten direkte Folgen. Es kann aber ein zusätzlicher Anstoß sein, Blut zu spenden und damit die Versorgung von Patienten zu sichern. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |