Besser lernen für Schulkinder: Warum Anstrengungslob hilft
- Lob für den Einsatz: Nicht nur das richtige Ergebnis zählt – sondern wie sehr sich das Kind reinhängt.
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Besser lernen für Schulkinder. Lob für Anstrengung hilft Kindern, schwierige Aufgaben eher als lösbar zu erleben und nicht als Beweis für mangelnde Begabung. Wenn Eltern nur Einsen oder gute Zeugnisse hervorheben, kann daraus zusätzlicher Druck entstehen. Der Pädagoge Bob Blume empfiehlt deshalb, Einsatz, Ausdauer und Lernfortschritte stärker zu würdigen.
Blume, Gymnasiallehrer aus Bühl, Bildungsinfluencer und Autor von «Wie kommt mein Kind gut durch die Schule?», ordnet gute Noten nicht als alleiniges Zeichen von Intelligenz ein. Wer Kindern immer wieder genau diese Botschaft vermittelt, riskiert nach seiner Einschätzung eine ungünstige Schlussfolgerung, sobald etwas nicht klappt: «Oh, meine Mama und mein Papa haben immer gesagt, ich bekomme gute Noten, weil ich so intelligent bin. Doch wenn ich das nicht kann, bin ich wohl blöd.»
Lob für Einsatz macht Rückschläge leichter
Entscheidend ist nach Blumes Einschätzung, nicht nur das fertige Ergebnis zu bewerten. Hilfreich ist ein Lob, das sichtbar macht, was ein Kind selbst beeinflussen kann:
- Anstrengung bei einer schwierigen Aufgabe
- Ausdauer, wenn etwas nicht sofort gelingt
- Lernfortschritte im Vergleich zu früher
- Strategien, die ein Kind ausprobiert
- Hilfe anzunehmen und weiterzuarbeiten
Die zentrale Botschaft laute: «Wenn du etwas nicht kannst, dann kannst du es eben noch nicht.» Mit Unterstützung durch Eltern und Lehrkräfte könnten Kinder passende Wege finden, um eine Aufgabe doch zu bewältigen.
Fehler zeigen, woran Kinder weiterlernen können
Gerade in Zeiten Künstlicher Intelligenz hält Blume diese Haltung für besonders wichtig. Kinder müssten erleben, dass eigene Anstrengung zählt: «Wenn ich immer nur das lobe, was hinten rauskommt, gebe ich es halt irgendwann in ein Programm rein, bekomme das da total geleckt raus und habe aber natürlich für mich überhaupt nichts gelernt.»
Wer ausschließlich das Endergebnis belohnt, fördert leicht die Vorstellung, dass nur das fertige Produkt zählt. Der Lernprozess rückt dann in den Hintergrund, obwohl genau dort Kinder Strategien entwickeln, Fehler einordnen und neue Aufgaben selbstständiger angehen.
Für den Familienalltag bedeutet das: Gute Noten dürfen Freude machen, aber hilfreicher ist oft die Anerkennung für den Weg dorthin. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |