Beine kühlen: Was bei Sommer-Schwellungen hilft
- Kühle Hilfe für dicke Beine: Ein nasses Handtuch kann Linderung verschaffen.
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Geschwollene Beine im Sommer. Kühlung, Bewegung und Hochlagern können geschwollene Beine bei Hitze oft schnell entlasten. Wenn Temperaturen steigen, erweitern sich die Blutgefäße in der Haut. Dadurch sammelt sich leichter Flüssigkeit in den Beinen, was sich besonders abends durch Spannungsgefühl oder dicke Knöchel bemerkbar macht.
Medizinisch gilt das zunächst als normaler Anpassungsprozess des Körpers an Wärme. Die oberflächlichen Gefäße weiten sich, damit mehr Blut in die Haut gelangt und der Körper Wärme abgeben kann. Trotzdem können einfache Maßnahmen helfen, das unangenehme Gefühl zu lindern.
Kühlen, hochlagern und Bewegung unterstützen die Venen
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) können mehrere einfache Schritte den Rückfluss des Blutes aus den Beinen verbessern:
- Beine hochlagern
- Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee
- Kalte Wassergüsse. Dabei die Beine immer von den Füßen in Richtung Herz abduschen
Auch Bewegung kann vorbeugen. "Kurze Spaziergänge oder wiederholtes Wippen von den Fersen auf die Zehenspitzen, unterstützt den Rücktransport des Blutes", so Siamak Pourhassan, Gefäßchirurg in Oberhausen und Vorstandsmitglied der DGG.
Kompressionsstrümpfe auch bei Hitze tragen
Bei Menschen mit Venenerkrankungen kann Sommerhitze stärker ins Gewicht fallen. Dann treten Schwellungen um die Gelenke häufiger auf und können schmerzhaft sein.
Wer ärztlich verordnete Kompressionsstrümpfe trägt, sollte diese laut Pourhassan auch im Sommer konsequent nutzen. Moderne Modelle bestehen teilweise aus leichteren, atmungsaktiven Materialien, die speziell für warme Tage entwickelt wurden.
Ein praktischer Trick kann den Kühleffekt verstärken. Werden die Strümpfe am Bein leicht mit Leitungswasser aus einer Sprühflasche befeuchtet, sorgt das beim Verdunsten für zusätzliche Abkühlung. Manche legen Kompressionsstrümpfe auch für fünf bis zehn Minuten in den Kühlschrank oder kurz ins Gefrierfach. Am besten in einem Plastikbeutel verpackt. Beim Anziehen entsteht dann ein kühlender Effekt, der die Gefäße bereits zu Tagesbeginn verengt.
Einseitige Schwellung kann Warnsignal sein
Dauerhaft geschwollene Beine können laut DGG auch auf ernstere Erkrankungen hinweisen. Dazu zählen etwa Thrombosen oder Erkrankungen des Herzens und der Nieren.
Als deutliches Warnsignal gilt eine Schwellung, die nur an einem Bein auftritt. Dann sollte die Ursache zeitnah von einem Gefäßmediziner abgeklärt werden.
Besonders aufmerksam wird die Situation, wenn zusätzlich weitere Beschwerden auftreten:
- Atemnot
- Brustschmerzen
- Herzrasen
"Dann besteht die Gefahr, dass ein Blutgerinnsel in die Lunge gewandert ist. Das ist ein medizinischer Notfall", warnt Gefäßchirurg Pourhassan. In diesem Fall sollte schnell der Notarzt gerufen werden.
Bleiben Beine unabhängig von Hitze dauerhaft geschwollen, gilt ebenfalls: Eine ärztliche Abklärung kann helfen, mögliche Ursachen früh zu erkennen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |