Bei Hitze ein echter Garten-Held: Warum jetzt alle Ollas ins Beet setzen

Ollas sind im Garten richtige Superhelden, wenn es um die Bewässerung von Pflanzen geht. | Foto: Michael/stock.adobe.com
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Ollas ins Beet setzen. Weniger schleppen, seltener gießen und trotzdem kräftige Pflanzen? Genau das schaffen Ollas – unscheinbare Tongefäße, die unter der Erde zum geheimen Wasserspeicher werden.  Wir zeigen, was hinter dem Garten-Hype steckt, wie du Ollas ganz einfach selbst baust, welche Pflanzen davon besonders profitieren – und wo das System an seine Grenzen stößt.

Sobald der Sommer richtig aufdreht, beginnt für viele Hobbygärtner der tägliche Gieß-Marathon. Tomaten hängen schlapp da, das Hochbeet trocknet aus und die nächste volle Kanne wartet schon. Genau hier kommen Ollas ins Spiel: eingegrabene Tongefäße, die Wasser langsam und direkt an die Wurzeln abgeben. Das spart Wasser, schont die Nerven und kann Pflanzen gleichmäßiger versorgen. Doch so genial das System wirkt: Nicht jede Pflanze liebt Ollas, und auch Standort, Reichweite und Nachfüllrhythmus müssen stimmen.

Das steckt hinter Ollas, dem Wasserwunder aus Ton

Ollas sind unglasierte, poröse Tongefäße, die in die Erde eingegraben und mit Wasser befüllt werden. Wie Bosch berichtet, stammt der Name aus dem Spanischen und bedeutet schlicht „Topf“. Das Prinzip ist uralt: Das Wasser sickert langsam durch die offenporigen Wände in den Boden – aber nur dann, wenn die umgebende Erde trocken genug ist. Ist der Boden bereits feucht, tritt entsprechend weniger Wasser aus. So bekommen Pflanzen die Feuchtigkeit genau dort, wo sie gebraucht wird: direkt im Wurzelbereich.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Verdunstung, gleichmäßigere Wasserversorgung, trockenere Erdoberfläche und dadurch oft weniger Schnecken sowie ein geringeres Risiko für Pilzkrankheiten durch Spritzwasser, berichtet Geo. Gleichzeitig gibt es auch Nachteile: Ollas bewässern nur einen begrenzten Radius, müssen regelmäßig nachgefüllt werden und sind nicht frostsicher – vor dem Winter müssen sie also aus der Erde geholt werden. Für riesige Flächen oder sehr unregelmäßig bepflanzte Beete ist das System deshalb nur bedingt praktisch.

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Olla selber bauen: So einfach geht der Garten-Hack

Eine Olla selbst zu bauen, ist leichter, als viele denken: Im Grunde brauchst du nur zwei unglasierte Tontöpfe, die zu einem geschlossenen Wasserspeicher verbunden werden. Entscheidend ist, dass der Ton unglasiert und damit wasserdurchlässig ist.

Aber Vorsicht: Der Selbstbau funktioniert nur dann wirklich gut, wenn die Töpfe sauber verklebt und das untere Loch dicht verschlossen sind. Ist die Verbindung undicht, läuft das Wasser zu schnell oder an der falschen Stelle aus. Ein Dichtigkeitstest vor dem Eingraben ist deshalb Pflicht. Wenn alles sitzt, hast du aber ein simples, nachhaltiges Bewässerungssystem, das deine Pflanzen je nach Wetterlage mehrere Tage versorgen kann

Materialliste: Das brauchst du für deine DIY-Olla

  • 2 unglasierte Tontöpfe mit leicht unterschiedlichem Durchmesser, zum Beispiel etwa 15 und 16 Zentimeter, damit sie auf- oder ineinandergesetzt werden können
  • Kleber zum Abdichten und Verbinden, zum Beispiel Zement, Fliesenkleber, Wachs oder Heißkleber
  • Eine Tonscherbe, ein flacher Stein oder ein Korken, um das Ablaufloch zu verschließen
  • Optional: Ein Untersetzer oder Deckel für die obere Öffnung, damit weniger Wasser verdunstet und keine Erde oder Insekten hineinfallen
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Schritt-für-Schritt-Anleitung: So baust du deine Olla selbst

Schritt 1: Töpfe vorbereiten
Nimm zwei unglasierte Tontöpfe, denn nur poröser Ton kann später Wasser an die Erde abgeben. Wenn du gebrauchte Töpfe verwendest, solltest du sie vorher gründlich reinigen.

Schritt 2: Unteres Loch verschließen
Das Ablaufloch des unteren beziehungsweise größeren Topfes wird mit einer Tonscherbe, einem flachen Stein oder einem Korken verschlossen und sorgfältig verklebt. So wird verhindert, dass das Wasser direkt unten herausläuft.

Schritt 3: Töpfe zusammensetzen
Setze die beiden Töpfe so auf- oder ineinander, dass ein möglichst geschlossenes Gefäß entsteht. Die obere Öffnung bleibt frei, damit du später Wasser einfüllen kannst.

Schritt 4: Fuge abdichten
Verklebe die Fuge zwischen beiden Töpfen sorgfältig mit Zement, Fliesenkleber, Wachs oder Heißkleber. Danach muss alles gut trocknen oder aushärten. Wichtig ist, dass die Verbindung dicht ist.

Schritt 5: Dichtigkeit testen
Bevor die Olla eingegraben wird, solltest du sie mit Wasser befüllen und prüfen, ob an der Naht oder am verschlossenen Loch Wasser austritt. Falls nötig, musst du die Abdichtung noch einmal nachbessern.

Schritt 6: Olla eingraben
Grabe die fertige Olla ins Beet, Hochbeet oder in einen großen Kübel ein. Die Einfüllöffnung sollte noch ein paar Zentimeter aus der Erde herausschauen, bei Bosch sind 2 bis 3 Zentimeter als Richtwert genannt. Drücke die Erde rundherum gut an, damit die Tonwand direkten Kontakt mit dem Boden hat.

Schritt 7: Mit Wasser füllen und abdecken
Nun füllst du die Olla mit Wasser und deckst die Öffnung mit einem Untersetzer oder Deckel ab. Das reduziert Verdunstung und verhindert, dass Erde oder Insekten hineingeraten.

Schritt 8: Regelmäßig nachfüllen
Je nach Wetter, Pflanze und Größe des Gefäßes muss die Olla etwa alle drei Tage bis einmal pro Woche wieder aufgefüllt werden. Bosch nennt als Erfahrungswert häufig 3 bis 5 Tage, bis der Wasservorrat abgegeben ist.

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Ollas sind besonders sinnvoll für Pflanzen mit höherem und möglichst gleichmäßigem Wasserbedarf – vor allem im Gemüsebeet, Hochbeet, Gewächshaus, Kübel oder auf dem Balkon. Konkrete Beispiele, die besonders gut passen sind Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika, Auberginen und viele andere Gemüsepflanzen, die regelmäßig Feuchtigkeit brauchen und von Wasser direkt an den Wurzeln profitieren. Auch junge Gemüsepflanzen oder frisch gesetzte Pflanzen können profitieren, weil sie gleichmäßiger versorgt werden und ihre Wurzeln tiefer nach unten strecken.

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Weniger gut geeignet sind Ollas eher für Pflanzen, die dauerhaft trockenere Bedingungen bevorzugen. Eher unpassend sind sie deshalb zum Beispiel für viele mediterrane Kräuter wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian, wenn diese ohnehin eher mager und trocken stehen sollen. Auch bei sehr weitläufigen Bepflanzungen oder stark verstreut gesetzten Pflanzen stoßen Ollas an ihre Grenzen, weil sie nur einen begrenzten Umkreis bewässern.

Wo wirken Ollas am besten?

Beim Standort gilt: Ollas wirken am besten dort, wo Pflanzen besonders viel Wasser brauchen – also im Gemüsebeet, Gewächshaus, Hochbeet, Kübel oder Balkonkasten. Ideal ist es, die Gefäße möglichst nah an die Pflanzen zu setzen, damit die Wurzeln direkt in Richtung Wasserquelle wachsen können.

In kleinen Beeten kann die Olla mittig platziert werden, in größeren Beeten eher in der Nähe besonders durstiger Pflanzen oder in regelmäßigen Abständen zwischen den Pflanzen. Wichtig ist außerdem, die Erde nach dem Einsetzen gut anzudrücken, damit die Tonwand engen Kontakt zum Boden hat.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das hängt von Wetter, Pflanzentyp und Größe der Olla ab. Als grober Richtwert gilt: meist alle drei Tage bis einmal pro Woche, häufig sind es etwa 3 bis 5 Tage.
Vor allem Pflanzen mit höherem und gleichmäßigem Wasserbedarf, zum Beispiel Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika oder Auberginen. Besonders praktisch sind Ollas im Gemüsebeet, Hochbeet, Gewächshaus oder in großen Kübeln.
Die Reichweite hängt von der Größe ab. Bosch nennt als Orientierung: 1 Liter für etwa 60 Zentimeter, 3 Liter für rund 90 Zentimeter und 6 Liter für ungefähr 120 Zentimeter Umkreis.
Nein, besser nicht. Die Gefäße sollten vor dem ersten Frost ausgegraben und frostfrei gelagert werden, weil unbehandelter Ton sonst platzen kann.

Alle 3 Tage oder nur 1 Mal pro Woche? So oft muss man nachfüllen

Bei der Reichweite helfen grobe Richtwerte von Bosch: 1 Liter Füllmenge reicht für etwa 60 Zentimeter Umkreis, 3 Liter für rund 90 Zentimeter und 6 Liter für ungefähr 120 Zentimeter. Das sind natürlich nur Orientierungswerte – je nach Hitze, Bodenart und Pflanzenbedarf kann die tatsächliche Reichweite kleiner oder größer ausfallen.

Beim Nachfüllen kann es sich um ähnliche Spannen handeln: meist alle drei Tage bis einmal pro Woche, oft sind es in der Praxis 3 bis 5 Tage. An sehr heißen Tagen oder bei stark zehrenden Pflanzen kann es schneller gehen. Praktisch ist deshalb ein kurzer Kontrollblick in die Öffnung oder ein einfacher Wasserstandsanzeiger aus Draht und Korken.

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Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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