200 Kilometer durch Main und Rhein: Extremschwimmerin startet in Frankfurt
- Rund 200 Kilometer will die gebürtige Marburgerin in vier Tagen von Frankfurt nach Köln schwimmen.
- Foto: Jennifer Brückner/dpa
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Frankfurt. Die Aktion macht auf ein Risiko aufmerksam, das viele Badegäste in Flüssen und Seen unterschätzen: Extremschwimmerin Nathalie Pohl ist am Dienstagmorgen in Frankfurt zu einer rund 200 Kilometer langen Schwimm-Challenge durch Main und Rhein gestartet.
Die 31 Jahre alte gebürtige Marburgerin will die Strecke bis Köln in vier Tagen bewältigen. Kurz nach 6 Uhr sprang sie in Frankfurt in den Main. Mit der Aktion „Rivers: Frankfurt to Cologne“ wirbt sie für mehr Aufmerksamkeit beim sicheren Schwimmen und sammelt gemeinsam mit dem Hilfsverein der Deutschen Vermögensberatung Spenden für Schwimmprojekte und die Ausbildung von Kindern.
Mehr Badetote in deutschen Gewässern
Hintergrund der Aktion sind aktuelle Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Bis einschließlich Juli kamen nach einer Zwischenbilanz in diesem Jahr mindestens 261 Menschen in deutschen Gewässern ums Leben. Das waren 15 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Zwischen Anfang Mai und Ende Juli zählte die DLRG 189 Badetote. So viele waren es in diesem Zeitraum zuletzt im Jahr 2019.
Pohl sagte der Deutschen Presse-Agentur vor dem Start, sie habe keine Angst, aber Respekt vor der Strecke. „Man weiß nie genau, was einen da draußen erwartet“, sagte sie. Gerade deshalb wolle sie ein Zeichen setzen. Schwimmen habe ihr Leben verändert. Diese Erfahrung wolle sie weitergeben.
Schwimmen in großen Flüssen bleibt riskant
Die Aktion ist ein genehmigtes Ausnahmeprojekt. DLRG, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei warnen grundsätzlich vor dem Schwimmen in großen Flüssen. Pohl wird nach Angaben ihrer Sprecherin deshalb von sieben Booten begleitet. Ihr Team habe ein eng getaktetes Sicherheitskonzept vorbereitet.
Erschwert wird die Tour durch das Niedrigwasser im Rhein. An vielen Pegeln wurden in den vergangenen Tagen historische Tiefststände erreicht. Für Pohl bedeutet das nach eigenen Angaben vor allem weniger Strömung. Dadurch komme das Team vermutlich langsamer voran als geplant.
Wasserqualität könnte zur Belastung werden
Als mögliche Schwierigkeit nannte Pohl auch die Wasserqualität. Bei geringerer Wassertiefe könnten sich unter anderem mehr Algen bilden. Sorgen wegen der Strecke mache sie sich dennoch nicht. Nach ihrer Einschätzung ist genug Wasser im Fluss.
Geschwommen wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Pohl ist jeweils zwei Stunden im Wasser. Danach übernehmen andere Freiwasserschwimmerinnen und Freiwasserschwimmer für einstündige Abschnitte. Eine der Begleiterinnen ist Maria Paulig, die als Paratriathlon-Guide Erfahrung mit Langstrecken im Freiwasser hat.
Worum es bei der Aktion geht
Die Challenge verbindet Leistungssport mit einem Sicherheitsthema, das gerade in den Sommermonaten viele Menschen betrifft.
- Sie soll auf die Gefahren in Gewässern aufmerksam machen
- Sie wirbt für sicheres Schwimmen
- Sie sammelt Spenden für Schwimmprojekte und Kinder
- Sie ist nur mit Sondergenehmigung und großem Sicherheitsaufgebot möglich
Pohl betonte, dass solche Distanzen nur im Team zu bewältigen seien. „Als Team ist man immer stärker als allein“, sagte sie. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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